Warum hier auch viele Exoten ein Zuhause finden

Artikel vom 12.02.2024

Anja Biewald

Auch ein Weißbüscheläffchen lebt in der Wildtierauffangstation in Rastede. Solche Exoten kommen häufig durch Beschlagnahmungen in die Einrichtung. Bild: Wildtierauffangstation 

Ein Weißbüscheläffchen, Papageien und geschützte Schildkrötenarten: Sie alle finden in der Wildtierauffangstation Rastede einen Platz. Warum das so ist, erklärt Leiter Klaus Meyer.

Rastede - In der Wildtierauffangstation Rastede leben nicht nur viele klassische kranke oder verletzte Wildtiere, sondern auch so manche Exoten. Sie stammen häufig aus Beschlagnahmungen, aus dem Tierschutz oder ihre Besitzer waren verstorben. Zu den Bewohnern der Wildtierauffangstation gehören deshalb auch ein Weißbüscheläffchen, Bartagamen, Papageien, Schlangen und Schildkröten. „Auch diese Tiere nehmen wir auf“, sagt Klaus Meyer.

Aber bei Weitem nicht nur diese Exoten. Meyer leitet die Wildtierauffangstation in Rastede – und die ist im vergangenen Jahr an ihre Grenzen gekommen: „Wir haben 2300 Tiere aufgenommen. Eigentlich viel zu viele für unsere vorhandene Personaldecke.“

Weil es so viele Anfragen gibt, kann die Station schon lange nicht mehr alle Tiere beherbergen. Bei nicht geschütztem, jagdbarem Wild sagen Meyer und sein Team mittlerweile häufig „Nein“. Aufgenommen werden vorrangig kranke und verletzte Tiere, meist geschützter Arten.

Geht es nach dem Aufkommen der Hilfegesuche, müsste die Wildtierauffangstation von Jahr zu Jahr immer weiter wachsen. Finanziert wird sie zu einem großen Teil über Spenden, die Mitgliedsbeiträge sowie Zuschüsse vom Land Niedersachsen und der Aktion Tier. In diesem Jahr wird Geld neben den laufenden Kosten vorrangig für Instandhaltungsmaßnahmen gebraucht. So setzt beispielsweise das Wetter der Wildtierauffangstation zu. „Alles ist nass“, fasst es Klaus Meyer zusammen: „Wir müssen Drainagen legen. Selbst die Obstbäume auf unserer Wiese gehen ein, weil es dort zu nass ist.“ An einem Gebäudeteil müsse zudem ein Dach erneuert und das Eichhörnchengehege auf ein solides Betonfundament gestellt werden. „Jetzt steht es einfach so auf der Erde. Wir haben dadurch aber immer wieder Probleme mit Ratten“, so der Leiter. Das Gehege soll deshalb so errichtet werden, dass Ratten draußen bleiben.

Es gibt also baulich viel zu tun in der Wildtierauffangstation. Und bald wird das Telefon wieder häufig klingeln – wenn sich bei den Wildtieren die Kinderstuben füllen. Die ersten jungen Hasen – „gewildert von Katzen“, so Meyer – sind schon da. Und in Kürze bekommen die Eichhörnchen ihren Nachwuchs.


 

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