Weit mehr als ein Ort zum Einkaufen

Artikel vom 09.01.2023

Erhard Drobinski

Sie gehören zum Team von Café & Klamotte: Diese Frauen, darunter auch Ria Müntinga (3. von links) und Andrea Gründel (2. von rechts) engagieren sich im sozialen Kaufhaus in Augustfehn. Bild: Erhard Drobinski

Ein soziales Kaufhaus als wichtiger Treffpunkt für viele: Warum Café & Klamotte in Augustfehn mehr als ein Laden zum Einkaufen ist.

Dicke Jacken, wärmende Pullover, Stricksocken und einiges mehr füllen zurzeit die Räume des Sozialen Kaufhauses in Augustfehn. Vom August bis März wird Winterbekleidung in den Räumen von „Café & Klamotte“ gegenüber des Gemeindezentrums der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Augustfehn angeboten. Zu Preisen, die es auch Menschen mit wenig Geld ermöglichen, sich neu und vor allem der Jahreszeit gerecht einzukleiden.

Wieder geöffnet

Diesen Mittwoch und Donnerstag jeweils von 9.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr werden die Türen des kleinen Kaufhauses an der Straße Am Kanal 36 nach der Weihnachtspause wieder geöffnet. Und wieder rechnet man mit regen Andrang, denn die Einrichtung ist beliebt. Gutes erhaltenes an Kleidung, Spielzeug, Bettbezügen und vieles mehr für wenig Geld animiert viele, vorbeischauen und zu stöbern.

Wichtiger Treffpunkt

Das Café kann jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr besucht werden und bietet den Gästen nicht nur die Möglichkeit, sich bei warmen Getränken zu entspannen, sondern auch Gesprächspartner zu finden. „Die Menschen genießen es, hier zu sein, sich zu unterhalten, andere kennenzulernen und den Nachmittag miteinander zu verbringen. Jetzt im Winter sind wir in dem umgebauten Mobilraum, im Sommer haben wir noch einen zusätzlichen Außenbereich“, erzählt Andrea Gründel, die sich vor allem um das Café kümmert.

Zu den regelmäßigen Besuchern gehören Flüchtlinge, derzeit viele Ukrainer, aber auch Bewohner aus dem nahegelegenen Seniorenwohnheim und andere ältere Menschen aus dem Ort. Sie alle genießen es, beim Kaffee unverbindlich ins Gespräch zu kommen und so auch ein Stück Einsamkeit zu überwinden.

Spenden annehmen

Wenn die Räume des Sozialen Kaufhauses geöffnet sind, helfen die Mitarbeiterinnen an den Nachmittagen nicht nur den Kunden, sondern sie neben auch Waren entgegen. „Wir erhalten viele Sachspenden, die wir uns zunächst ansehen, ob sie gut erhalten sind, und dann in unser Sortiment einfügen“, berichtet Ria Müntinga, Leiterin dieser Einrichtung. Nicht alles, was gebracht wird, lande in den Verkaufsräumen. „Die Textilien, die wir bekommen, müssen sauber und in Ordnung sein, da wir sie gleich in die Regale packen oder an Bügel hängen. Wir können sie nicht erst vorher waschen oder reparieren“, macht sie deutlich. Alte Bekleidung könne auch nicht ohne weiteres entsorgt werden.

Haushaltsartikel wie Geschirr und andere im Haushalt benötigte Sachen ergänzten das Sortiment. Aus Platzmangel gäbe es jedoch keine Möbel.

Das soziale Kaufhaus „Café & Klamotte“ der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde hat sich seit seiner Gründung im August 2016 längst zu einer festen Einrichtung in Augustfehn entwickelt. „Viele Menschen in Notlagen wurden an uns verwiesen“, erzählt Ria Müntinga. „Wir sind genau genommen ein humanitärer Hilfsverein getreu dem Motto ‚Weil Gott uns liebt, wollen wir die Menschen lieben‘ und setzen uns entsprechend ein.“

Weitere Unterstützer für die Arbeiten im Kaufhaus und auch im Café sind gern gesehen. Der Bedarf ist da.


 

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