Wie der Schulweg für Grundschulkinder sicherer werden soll

Artikel vom 27.12.2021

Kerstin Schumann

Übergabe der Präsentation der Elterninitiative „Sicherer Schulweg Grundschule Augustfehn“ im Kreishaus (v.l.): Björn Meyer (Elterninitiative), Landrätin Karin Harms, Holger Mundt (Elterninitiative), Anna Niedermeier (Elterninitiative), Ingrid Meiners und Hendrik Lehners (Straßenverkehrsamt) sowie Sara Müller (Elterninitiative). Bild: Landkreis

Eine Initiative aus Augustfehn will den Schulweg sicherer machen. Von Eltern kamen zahlreiche Anregungen. Vor allem eine Temp-30-Zone wird gefordert.

Wie gelangen Kinder mit dem Fahrrad oder zu Fuß gefahrlos zur Grundschule? Darüber macht sich eine Initiative aus Augustfehn Gedanken.

Kräftigen Aufwind hat die Initiative für einen sicheren Schulweg durch die positive Resonanz von vielen Seiten bekommen. Eine Abordnung hatte am Mittwoch bei einem Termin im Kreishaus die Möglichkeit, ihr Anliegen in einem persönlichen Gespräch mit Vertretern des Straßenverkehrsamtes vorzutragen und Landrätin Karin Harms eine Präsentation mit den Anregungen zu überreichen. Der Landkreis sagte zu, die Anträge unter Beteiligung weiterer Behörden umfassend zu prüfen und sich die Situation vor Ort anzusehen. In einem halben Jahr soll ein weiteres Treffen vereinbart werden.

Die Initiative sei schon länger aktiv, erzählt Martina Siemers. Die Verkehrssituation sei sehr problematisch, verstärkt werde das Verkehrsaufkommen auch durch den nahe gelegenen Bahnhof. Nach den Sommerferien habe sich die Gefährdung der Kinder auf ihrem Schulweg aber noch einmal verschärft, erinnert sie sich an die Anfänge der Aktionen. Schnell sei klar geworden, dass dieses Problem sehr viele Eltern beschäftigt.

Flyer verteilt

Vor den Herbstferien hatte die Initiative einen Flyer an alle Eltern der Janosch-Grundschule verteilt und um eine Antwort gebeten. Die Organisatoren wollten wissen, wie die einzelnen Kinder zur Schule kommen und hatten um Erfahrungen, Wünsche und Ideen gebeten. Das Echo war enorm. „Wir bekamen 91 Rückmeldungen in den darauffolgenden Tagen und Wochen. Die Elternschaft beteiligte sich mit sehr vielen Beiträgen, wo sie die Gefahrenquellen sehen, teilte aber auch genauso viele Wünsche und Verbesserungsvorschläge mit“, fasst Siemers den Inhalt zusammen. „Eine nicht unerhebliche Anzahl der Eltern gab an, dass sie derzeit ihr Kind mit dem Auto bringen, weil ihnen der Schulweg einfach zu gefährlich erscheint. Nachdem wir alle Rückmeldungen ausgewertet hatten, stellten wir fest, dass es eine große Anzahl an Eltern gibt, die das Auto stehen lassen würden, wenn der Weg sicherer werden würde.“

Wenn Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule fahren, habe das viele Vorteile, weiß die Initiative. Es fördere die Eigenständigkeit, sei gesund, umweltfreundlich und verringere den Verkehr.

Tempo-30-Zone

Und was stand bei den Eltern ganz vorne auf der Wunschliste? „Eine Tempo-30-Zone“, erklärt Siemers. Aber auch Fahrbahnmarkierungen und weitere Bedarfsampeln seien neben weiteren Anregungen genannt worden. Aus den Rückmeldungen wurde eine Präsentation zusammengestellt, die bereits im Aper Rathaus vorgestellt wurde. Daran teil nahmen Vertreter der Verwaltung und der Politik, der Polizei und der Verkehrswacht. Auch die Leiterin der Janosch-Grundschule Tanja Glaubke war mit von der Partie. Sie regte an, einen Schulwegeplaner zu erstellen, um den Eltern den sichersten Schulweg ans Herz zu legen. Daran soll Anfang des Jahres gemeinsam mit den Elternvertretern gefeilt werden.

Zwischenzeitlich war auch schon die Gemeinde aktiv und hat Hecken an unübersichtlichen Stellen zurückschneiden lassen. So konnte schon manche Gefahrenstelle, beispielsweise am Parkplatz, entschärft werden.

Am 3. März wollen sich die Beteiligten in größerer Runde wieder im Aper Rathaus treffen und über das weitere Vorgehen beratschlagen.


 

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