Ortswehr bald am Rande des Wohngebiets

Artikel vom 18.11.2022

Oliver Braun

Baubeginn für das neue Feuerwehrgerätehaus Hooksiel: Bürgermeister, Landrat, Orts- und Gemeindebrandmeister, Architekt und Vertreter der Bautechnik Wangerland griffen zu den Schaufeln. Bild: Oliver Braun

Das Feuerwehrgerätehaus Hooksiel ist schon lange geplant – mit dem symbolischen ersten Spatenstich ist das Bauvorhaben nun offiziell begonnen. Etwa 2,8 Millionen Euro soll der Bau kosten.

Zu alt, zu eng, nicht mehr vorschriftsgemäß: Die Feuerwehr Hooksiel bracht schon lange neue Räume und Fahrzeughallen. Die sollen jetzt endlich entstehen: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am Donnerstagnachmittag bei friesischem Schietwetter der Neubau für das lange geplante Feuerwehrhaus am Hohe Weg nun offiziell begonnen. Bürgermeister Mario Szlezak griff zusammen mit Landrat Sven Ambrosy, Architekt Sven Bünting, Hooksiels Ortsbrandmeister Jörg Nöchel und Gemeindebrandmeister Eike Eilers, Altbürgermeister Björn Mühlena sowie Vertretern der Bautechnik Wangerland zum Arbeitsgerät und bewegte die ersten Schippen Sand. In gut einem Jahr soll der Neubau stehen und die Ortswehr umziehen.

2,8 Millionen Euro

Mit einer Verzögerung von rund sechs Monaten geht’s nun los mit den Arbeiten: Die allseits bekannten Probleme mit Lieferengpässen und Fachkräftemangel haben auch das Bauvorhaben der Feuerwehr in Hooksiel nicht verschont. Es wird später – und es wird teurer. Etwa 2,8 Millionen Euro soll das neue Gerätehaus laut Berechnungen des Planungsbüros 3ing aus Aurich kosten. Vor gut einem Jahr hatte man noch mit 2,4 Millionen kalkuliert und mit Blick auf die Preisentwicklung für Baumaterial und Bauleistungen bereits ein „plus x“ im Hinterkopf.

Unverändert ist der Zuschuss, mit dem das Land den Neubau unterstützen will – der liegt weiterhin bei einer Million Euro. der Landkreis steuert 51 000 Euro bei. Der Neubau soll Platz bieten für 60 Feuerwehrleute inklusive Jugendwehr. Die Fahrzeughalle bietet Stellplätze für vier Fahrzeuge – aktuell verfügt die Ortswehr über drei Fahrzeuge.

„Anforderungen, Technik und Fahrzeuge wachsen - das Gerätehaus wächst leider nicht mit“, sagte Szlezak. Die Ausrüstung sei über die Jahre stets erweitert worden und auf dem neuesten Stand. Und die braucht Platz. Doch auch die Gemeinde wachse. Neue Baugebiete, mehr Bürger und die Industrieansiedlungen und nun auch das neue LNG-Terminal vor der Haustür – das gelte es bei den Planungen für die Feuerwehr alles abzudecken.

So sei das neue Feuerwehrhaus Waddewarden nun fertig und werde noch vor Weihnachten übergeben, weiter gehts dann auch bald in Hohenkirchen. Insgesamt verfügt die Flächengemeinde über sieben Ortswehren.

Erneuerbare Energie

Damit das Feuerwehrgerätehaus Hooksiel nicht als reiner Industrie-Bau am Rand des Neubaugebiets steht, wird die Fahrzeughalle teilweise verklinkert und erhält ein Pultdach. Hinter der Fahrzeughalle schließt sich ein niedrigerer Bau mit Büro, Versammlungsraum, Sanitär- und Umkleideräumen an. Bei der Energieversorgung spielen die Erneuerbaren eine Rolle. Für die Energieversorgung wird das Gebäude mit Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ausgerüstet.

Landrat Sven Ambrosy bezeichnete die Feuerwehren als wichtigen Baustein für die Sicherheit der Bürger. Gerade in Wilhelmshaven und Friesland erhöhten sich mit dem LNG-Terminal samt neuer Versorgungsleitungen für Gas sowie mit der geplanten OGE-Leitung nach Süden und einer neuen EWE-Leitung zu den bereits bestehenden Ölleitungen und Überspannungsleitungen die Gefahrenpotenziale. Die kritische Infrastruktur werde daher das Thema für die Sichereitspolitik im Kreis Friesland, so Ambrosy. Neben Teilhabe an der Wertschöpfung rücke dabei auch immer mehr die Zusammenarbeit der freiwilligen Ortswehren mit den Werks- und Berufsfeuerwehren in den Fokus.

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