Stoffgemälde verzaubern Besucher

Artikel vom 07.03.2023

Sylvia Jungenkrüger

Künstlerin Renate Ude erzählt den Besucherinnen und Besuchern der Vernissage Hintergrundinformationen zu ihrem Werk „Hochzeit“.  Bild: Sylvia Jungenkrüger

Varel. Es waren mehr als 100 Besucherinnen und Besucher, die teils dicht gedrängt, am Freitagabend in der Galerie Kunstwerk, Neumühlenstr. 10, vor den farbenfrohen und detailfreudigen Wandgemälden aus Stoff standen und staunten. Gezeigt wurden und werden noch bis zum 12. März zwanzig handgenähte, textile Objekte aus den Jahren 1954 bis 2020. Über die große Resonanz und Aufmerksamkeit auf ihrer ersten Vernissage ist die zierliche 83-Jährige ganz überrascht. „Ich habe mich nie für eine Künstlerin gehalten, ich habe einfach nur etwas gemacht, was mir Freude bringt.“


Ganz eigene Stilrichtung


Die ursprünglich aus dem Harz stammende Renate Ude wurde in jungen Jahren als Schülerin von einem Kunstlehrer ermutigt, ein Bild aus Stoffresten zu erschaffen. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Edda Kröger gestalteten die beiden ihr erstes Werk „Damen im Café“, indem sie aus Stoffresten eine Szene in einem Café nachbildeten. Jahre später griff Renate Ude diese Technik wieder auf, als sie aus praktischen Gründen einen Wandbehang für eine schadhafte Tapete benötigte.
Daraus entstand eine jahrzehntelange Leidenschaft und eine stetige Weiterentwicklung der Bildgestaltung. Passende Worte fand auch Dr. Nina Hinrichs, Privatdozentin an der Universität Paderborn und Lehrerin am Lothar-Meyer-Gymnasium. Sie lobte den künstlerischen Feinsinn und erläuterte, wie sich die Arbeiten von zum Beispiel Patchworkwerken unterscheiden.


Kunst, die berührt


Sichtlich berührt und angesprochen fühlten sich die Besucher unter anderem von dem Werk „Hochzeit“, das 2011 in ca. 500 Arbeitsstunden entstand. „Das Bild ist eines meiner persönlichsten Werke“, so die Künstlerin, „das Täschchen der Braut ist aus einem Flicken meines Brautkleides gemacht und die Krawatte des Bräutigams ist aus einem Zipfel der Hochzeitskrawatte meines Mannes.“ So wie diese Accessoires bezog die Künstlerin auch zahlreiche andere textile Erinnerungsstücke mit in die Bildgestaltung ein. Alles von Hand genäht, nur die äußeren Ränder mit der Maschine eingefasst. „Wir freuen uns sehr, diese großartigen Werke ausstellen zu dürfen,“ so Matthias Langer, 1. Vorsitzender des Vereins Kunstraum Varel e.V., „wir sind über eine Bekannte der Frau Ude auf die Stoffbilder aufmerksam gemacht worden und wollten das dann unbedingt als Ausstellung organisieren. Es ist das erste Mal, das alle Bilder gleichzeitig präsentiert werden.“
Wer sich die Werke selbst einmal ansehen möchte, hat bis zum 12. März die Möglichkeit dazu. Geöffnet ist täglich von 15 bis 17 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr. Am 12. März wird Renate Ude persönlich Vorort sein und Interessierten eine kleine Kunstführung zu ihren Werken anbieten. Eintritt ist frei. Organisiert und veranstaltet vom Kunstraum Varel e.V.
Weitere Informationen und ein kleines Video zur Künstlerin auf www.kunstraum-varel.de.

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