Dieses Stück ist nichts für schwache Nerven

Artikel vom 05.11.2021

Friederike Liebscher

Kunst, die aufrütteln soll: Felix Weckner (vorne) eröffnet seine erste Ausstellung in Oldenburg. Bild: Torsten von Reeken

Klimawandel, Kapitalimus, Konsum – Felix Weckner zeigt in seinen Bildern eine verstörende Sicht der Welt. Und auch für das Theaterstück „Ein Traum vom Schlachthof“ brauchen Zuschauer starke Nerven

Während die Weltpolitik in Glasgow um kleinste Fortschritte ringt, um den Klimawandel noch zu stoppen, ist das Urteil beim Hidden Art Project gefallen. „We fucked up“ heißt die Ausstellung von Felix Weckner, die am Samstag, 6. November, in der Galerie des Künstlerkollektivs eröffnet wird.

Empörung in Bildern

Als eine Empörung in Bildern, so beschreibt der 21-jährige Philosophiestudent seine Kunst. „Ich male die Themen, die mich beschäftigen“, erklärt er. „Massentierhaltung, Klimawandel, Kapitalismus, wir müssen etwas ändern“, fordert er. „Es kann so wie jetzt nicht weitergehen. Und viel zu wenige Leute beschäftigen sich mit diesen Themen. Wir stehen in der Verantwortung für unseren Planeten. Es muss etwas Radikales passieren.“

In seinen Bildern drückt Felix Weckner diese Forderungen direkt aus, indem er Zitate auf die Leinwand malt. Die kurzen Texte wirken auf den ersten Blick zusammengewürfelt – im Gesamtbild entsteht aber das Bild einer Gesellschaft, die die Orientierung längst verloren hat. Die Gesichter und Figuren daneben sind verfremdet, maskenhaft, bunt und plakativ. Sie erinnern an den Stil des legendären New Yorker Künstlers Jean-Michel Basquiat. Mit dem intensiven Malen hat Felix Weckner im letzten Jahr begonnen. „Ich bin nach Oldenburg gezogen, und wir hatten in unserer WG Platz für ein Atelier“, erzählt er. Im Corona-Lockdown begann er, Themen, die ihn beschäftigen, auf die Leinwand zu bringen. „Ich habe jeden Tag gemalt. Und ich habe beschlossen, wirklich einen Großteil meiner Energie in die Malerei zu stecken“, erzählt der 21-Jährige. Die Ausstellung beim Hidden Art Project ist seine erste. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht“, sagt er.

Eine weitere Premiere

Vor der Ausstellungseröffnung wird Dr. Steffen Wiegmann, Leiter des Stadtmuseums, um 19.30 Uhr in den Abend einführen. Nach einem Auftritt der Jazzband „Kartoffelkoffer“ steht um 21 Uhr eine weitere Premiere an. Sven Müller, Mitbegründer des Hidden Art Project, wird das Stück „Ein Traum vom Schlachthof“ von Regisseur Christoph Fromm aufführen.

Ein 15-minütiger Monolog, der nichts für schwache Nerven ist. „Es wird recht explizit“, kündigt Sven Müller an. Während der Aufführung malt Felix Weckner ein Bild als Live-Painting. Das Theaterstück und der anschließende Abend mit DJ Ol Lekoje und einem Gin-Tasting finden unter 2G-Bedingungen statt. Beginn der Veranstaltung beim Hidden Art Project ist um 19 Uhr im Lambertihof.


 

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