Kino-Perlen und ein Orchester

Torsten Neumann präsentiert jede Menge Überraschungen im Programm des diesjährigen Filmfestes.BILD: FRICK

OLDENBURG – Man nannte sie „Hybrid-Ausgabe“, jene letztjährige Ausgabe des Oldenburger Filmfestes im Banne der Pandemie. Doch dieser Zwitter aus (wenigen) realen und vielen virtuellen Vorstellungen hat ausgedient. „Man wird das Feeling, das unser Festival so besonders macht, wieder spüren“, frohlockt Filmfest-Chef Torsten Neumann. Nun präsentierte er Eckpfeiler des 28. Internationalen Filmfestes (15. bis 19. September).

Auf der Leinwand

Zwar gelten die üblichen Corona-Regeln (3G, Kontakterfassung und so weiter), dennoch werden die Beiträge zumeist dort gezeigt, wo sie hingehören: auf der großen Leinwand. Und da wird sich einiges tun, kündigte Neumann an. „Wir haben noch nie so viele Weltpremieren im Programm wie dieses Mal“, sagte er. „Außerdem gibt es reichlich Debüts.“
Der hochgelobte Film „Leberhaken“ von Torsten Rüther eröffnet das Festival, doch er wird wohl vom Finale übertrumpft, einem optischen und akustischen Spektakel. Gezeigt wird dann im Staatstheater der thailändische Gruselstreifen „The Maestro“, in dem es um einen Dirigenten zwischen Genie und Wahnsinn geht, der sein Orchester aufs Heftigste malträtiert. Der Clou: Musiker des thailändischen Jugend-Symphonieorchesters werden, verstärkt durch Kollegen des Bremer Jugend-Symphonieorchesters, zu Beginn des Abends ein Konzert geben, unter dem Dirigat von Regisseur Somtow Sucharitkul.
Ein anderer Film mit (politischem) Aufregungspotenzial ist „What happened to the wolf?“. Die lesbische Liebesgeschichte aus Myanmar wurde von Na Gyi inszeniert, der sich zusammen mit seiner Hauptdarstellerin Paing Phyne Thu nach dem Militärputsch inzwischen verstecken muss; Darstellerin Eaindra Kyaw Zin ist wegen regimekritische Äußerungen sogar im Gefängnis. Präsentiert wird der Film in Oldenburg darum von Kurzfilm-Regisseur Myat Noe, der aus seiner Heimat geflohen ist.

Zwei „Tatorte“ zu sehen

Weitere Premieren beim Filmfest sind unter anderem der Antikriegsfilm „Foxhole“ (USA) von Jack Fessenden, das Afghanistan-Dokument „The Pasha“ (USA) von Josie Maynard, die Charakterstudie „Pig“ (USA) mit Nicolas Cage sowie die beiden „Tatort“-Krimis „Borowski und der gute Mensch“ mit Axel Milberg und „Tyrannenmord“ mit Wotan Wilke Möhring.
Kein „wieder fast normales“ (Neumann) Filmfest ohne anspruchsvolle Eigenwerbung: Der Trailer zum Festival, den Neumann und Deborah Kara Unger gedreht haben, trägt den Titel „The Oltrix“ und verbeugt sich vor dem SF-Klassiker „Matrix“ sowie vor dem Buch „Alice im Wunderland“. Das Drei-Minuten-Stück spielt in Oldenburg, als Solo-Schauspieler tritt Hardy Daniel Krüger auf. Ein beeindruckender Trailer, der Lust auf mehr macht.

 Karten: Der Vorverkauf für den Eröffnungsfilm startet am 31. August unter www.filmfest-oldenburg.de. Ab 6. September beginnt der Vorverkauf für alle anderen Filme im Festival-Center „Core“, Heiligengeiststraße 6-8. Weitere Vorverkaufsstellen sind OTM (Lange Straße 3), AD-Ticket-Vorverkauf sowie Tel. 0180/60?50?400. ­Tickets für digitale Vorführungen unter der Filmfest-Website.
 Spielstätten: Die Beiträge laufen im Casablanca, Cine K (Kulturetage), Exerzierhalle am Pferdemarkt sowie erstmals im Stadtmuseum. Die Eröffnung findet am 15. September in der Kongresshalle statt, der Abschluss am 19. September im Oldenburgischen Staatstheater.


 

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