Grünkohlsaison in Oldenburg eröffnet

Artikel vom 12.11.2021

von Eilert Freese

Das Grünkohlessen am Rathausplatz kam gut an. Bild: Sascha Stüber

Grünkohl in allen Varianten - das gab es auf dem Oldenburger Rathausplatz. Und obwohl noch kein Frost über die Pflanzen gegangen war, ließen sich viele Besucher diese Gelegenheit nicht entgehen

OLDENBURG Entgegen der landläufigen Meinung, dass der Frost über den Grünkohl gegangen sein muss, weiß Christoph Hahn, dass es reicht, wenn einstellige Temperaturen vorherrschen. Es muss also nicht zwingend „Väterchen Frost“ sein, der die grünen Blätter berührt hat. Christoph Hahn muss es wissen, er wird bald seine Doktorarbeit zum Thema „Grünkohl“ an der Universität Oldenburg abgeben und informierte die Gäste auf dem Rathausmarkt beim Grünkohlsonntag, was es alles so auf sich hat mit dem Grünkohl, außer natürlich, dass er so hervorragend schmeckt und aus den Oldenburger Küchen nicht wegzudenken ist.

Grünkohl-Varianten

Inzwischen gibt es Grünkohl als Smoothie, als Flammkuchen mit Ziegenkäse, Grünkohl als Frühlingsrolle und vieles mehr. Dabei stehen über 100 verschiedene Sorten dieser Pflanze zur Verfügung. Der gebürtige Oldenburger Christoph Hahn ist Doktorand am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) und beschäftigt sich seit seiner Bachelorarbeit mit den Eigenschaften der Pflanze. Im Vordergrund seiner Forschung stehen vier Aspekte: Die Verwandtschaftsgrade der verschiedenen Sorten, Inhaltsstoffe, Fressfeinde sowie die Zucht einer neuen „Oldenburger Palme“.

Maja Freese vom Oldenburg Tourismus Marketing (OTM) bestätigt, dass der Grünkohl immer ein großes Thema in Oldenburg und der Region ist. „Das Thema weckt einfach Heimatgefühle“, sagt sie. Als Gründer der Kohlfahrten werden übrigens Vereinsmitglieder des Oldenburger Turnerbundes (OTB) genannt.

Fast wie bei Oma

Für eine Gruppe junger Leute steht heute nur eines im Vordergrund: sie wollen ihren Grünkohl genießen. „Er schmeckt fabelhaft“, sagt Max Herrmann aus Oldenburg. Etwas einschränkend fügt er noch hinzu: „Bei meiner Oma ist er aber nicht so wässerig“. Für Mediengestalterin Nele Preß ist es wichtig, dass es auch „vegane Optionen“ auf dem Grünkohlfest gibt.

Neben dem klassischen Grünkohlteller gibt es Grünkohlpesto und Grünkohl-Sandwich sowie ebenjene vegetarischen Grünkohl-Varianten - bis hin zum Grünkohl „to go“. Aber am besten schmeckt es noch in einem der vielen Pagodenzelte zusammen mit anderen Grünkohlfans. Ob nun klassisch mit Pinkel und Kassler oder als vegane Variante: Ein schönes Bier dazu und die Sache ist geritzt, finden viele der Besucher.

Originell war die Aktion des OTM: Bis zum Ende des Jahres sucht man noch zum Fotos zum Thema Grünkohl. Das kann das originellste Kohlkönigspaar sein, ein Grünkohlstrickmuster, ein Kohlsong, ein Rezept oder ein Foto von der höchsten Grünkohlpflanze. Geschäftsführerin Silke Fennemann ist einfach glücklich darüber, dass in diesem Jahr die Grünkohlsaison mit einem Fest eröffnet werden kann. „Auch wenn coronabedingt das Angebot reduziert werden musste, haben wir den Grünkohl in Oldenburgs Mitte geholt, für den ersten Genuss unseres traditionellen Gerichtes“, sagte sie. Auch an weiteren Stellen in der Stadt gab es Grünkohlangebote: Die Haarenstraßen- und Julius-Mosen-Platz-Werbegemeinschaft boten auf dem Julius-Mosen-Platz deftigen Grünkohleintopf an.

Parallel hatten die Geschäfte in der Fußgängerzone innerhalb des Wallrings sowie das Heiligengeistviertel bis zur Bahnüberführung am Pferdemarkt zum verkaufsoffenen Sonntag geöffnet.


 

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