Im Landesmuseum kann man Nachhaltigkeit erleben

Artikel vom 11.10.2021

Lisa Kim Hentschel

Die Verantwortlichen für die Ausstellung demonstrieren Maßnahmen zur Selbsthilfe (von links): Christina Barilaro, Kirsten Preuss (Landesmuseum), Marc Tornow und May Evers (Plan International) Bild: Lisa Kim Hentschel

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema – auf der ganzen Welt. Zwei neue Ausstellungen im Landesmuseum Natur und Mensch zeigen, wie es darum in Deutschland, aber auch in anderen Ländern steht

Eine Gemeinde in Ghana. Der rechte Fuß eines kleinen Jungen drückt eine runde Holzstange nach unten. Am oberen Ende ist ein blaues Seil befestigt, das mit einem gelben Kunststoff-Kanister verbunden ist. Dieser wiederum hängt, ebenfalls mit einem Seil, an einer weiteren Holzstange. Durch die Fußbewegung des Jungen wird der Kanister mit der Öffnung nach vorn gekippt und binnen Sekunden fließt sauberes Wasser in die, zu einer Schale geformten, kleinen Hände. Genüsslich reibt er ein Stück Seife zwischen seinen kleinen Händen, vermischt mit dem frischen Wasser. Ein tolles Gefühl! Was der Junge da macht? Hände waschen. Kontaktlos. Hygienisch. Und seit dem dieses Konstrukt, eigenhändig im Dorf gebaut wurde, auch regelmäßig.

Worum geht es?

Was in Deutschland normal ist, ist in einigen Teilen der Welt ein Privileg. Das sogenannte Tippy-Tap macht es möglich. Dies ist ein Beispiel nachhaltiger Entwicklungsziele der neuen Ausstellung des Landesmuseum Natur und Mensch „Mission 2030 – globale Ziele erleben“.

Die „Mission 2030 – globale Ziele erleben“ von der Kinderrechtsorganisation „Plan International Deutschland“ ist ab diesem Sonnabend, 9. Oktober, in einer Sonderausstellung im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg zu besichtigen. Jedoch soll es nicht beim Gucken und Lesen bleiben – es soll mitgemacht werden! Die Besucher können in die Rollen von Delegierten einer internationalen Konferenz schlüpfen und sich an interaktiven Stationen zu den Schauplätzen realer Projektbeispiele in Ägypten, Ghana, Guatemala, Kambodscha, Kolumbien und Timor-Leste sowie in zwei deutschen Städten, begeben.

Neun multimediale Module sollen die Bedeutung von ausgeglichenen Lebensverhältnissen, Chancengleichheit und einen schonenden Umgang mit Ressourcen veranschaulichen. Die Protagonisten sind meist junge, vor allem aber reale Personen, die ihren Alltag und ihr Engagement zeigen. Es soll ein authentischer Einblick in die jeweiligen Situationen vor Ort sein.

Was sind die Ziele?

Plan International orientiert sich an den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) und engagiert sich besonders für sieben nachhaltige Entwicklungsziele. Unter anderem hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit, Gesundheit und Wohlergehen. Bis 2030 sollen diese Ziele erreicht und die Welt gerechter, gesünder und besser sein.

„Wie wir 2030 leben, ist eng mit unserem Handeln heute verknüpft. Chancengleichheit und Nachhaltigkeit sind damit auch unsere Kernthemen“, sagt Christina Barilaro, stellvertretende Direktorin vom Landesmuseum Natur und Mensch. Die Ausstellung richte sich insbesondere an jüngeres Publikum und biete neue Anknüpfungspunkte, um den Austausch zu verstärken.

Was gibt es noch?

Überdies ergänzt eine zweite Ausstellung auf der Galerie die internationale Erlebniswelt. Die Begleitausstellung „Grüße aus der Zukunft – Geschichten von Menschen, Meeresmüll und Massensterben“ ist ein künstlerisches Projekt von rund 150 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von vier Oldenburger Schulen.

Die Ergebnisse zeigen drei essentielle Themen: Welche Ungleichheiten, Vorurteile und Ausgrenzungen erleben Menschen? Was bedeutet Meeresmüll für das Leben unter Wasser? Welche Folgen hat das Massensterben von Insekten für das Leben an Land? Gemeinsam mit verschiedenen Künstlern (Oldenburger Kunstschule, Heim Art und slap – social land art project) haben die jungen Menschen diese Themen bearbeitet und ihre Erfahrungen, Meinungen und Visionen in Form von Zeichnungen, dreidimensionalen Bastelarbeiten und Kurzvideos zum Ausdruck gebracht. Unter anderem sind dort Projekte mit Insekten zu finden und zwei Papiertheater mit dem Oberthema „Zuhause in der Fremde“, die in zwei Kurzfilmen zum Leben erwachen.

Die beiden Ausstellungen können von Groß und Klein besucht werden, Schüler jeder Altersklasse, Familien oder einzelne Personen, die Lust haben, sich Anregungen zu holen die Welt ein bisschen besser zu machen.


 

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