An die große Tradition anknüpfen

Beeindruckendes Areal: das Gut Moorbeck mit dem historischen Gutshaus (Fachwerkgebäude) aus dem Jahr 1669 als Blickfang. Foto: Ulrich Suttka

Moorbeck – Vor Jahrzehnten ist es eine der großen Gastronomie-Adressen im Landkreis Oldenburg gewesen: das Gut Moorbeck an der Kreisstraße 242 in der Gemeinde Großen-kneten, direkt angrenzend an die Stadt Wildeshausen und die Gemeinde Dötlingen. Das Fachwerkhaus, die Mühle, der Mühlenteich: Sie lockten Menschen von weit her an, um hier zu speisen und/oder zu übernachten. Das ist lange her, im September 2013 schloss das einst so traditionsreiche Haus.

Das ungenutzte Anwesen fiel in einen Dornröschenschlaf und zerfiel langsam – bis April 2018. Dann starteten aufwendige Arbeiten auf dem Gelände. Jetzt ist langsam das Ende in Sicht: Im Frühjahr 2021 möchte die neue Eigentümerin Lucia von Aschwege mit ihrer Tochter Lena von Aschwege-Nienaber das Gut wieder eröffnen – und an die große Tradition anknüpfen.

Aufwendige Sanierung

Erstmals äußerte sich von Aschwege jetzt konkret zur künftigen Nutzung des 5,5 Hektar großen Areals mit Mühlenteich. „Wir wollen, dass das Gut Moorbeck wieder mit seinem Charme in neuem Glanz erstrahlt“, erklärt die Inhaberin des Anwesens in einer Pressemitteilung. „Deshalb sanieren wir unter größter Sorgfalt nach historischem Vorbild.“ Sie möchte den künftigen Gästen eine Menge bieten, betont die Investorin, die früher an einer Firma für Nutzfahrzeuge in Garrel beteiligt war.

„Gut Moorbeck, das ist sanfter Tourismus im Einklang mit der Natur“, sagt von Aschwege. Dabei soll das Anwesen Touristen von nah und fern ansprechen, aber auch heimische Gäste, zum Beispiel als Treffpunkt für Festlichkeiten, Seminare oder berufliche Arbeitstreffen.

Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten sei „klein, aber fein“: Auf dem Gelände entsteht unter anderem ein Ferienlandhaus „mit fünf großzügigen Fünf-Sterne-Ferienwohnungen und sechs komfortablen Ferienzimmern“, so die Angaben aus der Mitteilung. Ergänzend hierzu soll das Untergeschoss über einen Wellnessbereich verfügen, mit Schwimmbad, Sauna und Ruheräumen. Auch Camping-Gäste sollen auf ihre Kosten kommen: Ihnen stehen künftig zehn Wohnmobilstellplätze mit „exklusiven“ Versorgungssäulen bereit.

Gemütliche Teestube

Auch die anderen Hof-Gebäude sollen schon bald wieder Gäste empfangen: Im historischen Gutshaus (Baujahr 1669) lädt künftig eine gemütliche Teestube zu Kaffee und Kuchen, Frühstück und Vesper ein.

Ausgestattet mit moderner Technik, soll das angeschlossene Nebengebäude als Veranstaltungsdiele 120 Personen Platz bieten. Ein Themenladen mit Manufaktur ist im zentralen Eingangsbereich noch in der Feinplanung.

Mit dem Mühlenhaus verfügt das Gut zudem über eine weitere Attraktion: Im alten Stil wiederaufgebaut, zieht in den historischen Bau eine Kunst- und Goldschmiede ein. In einem musealen Teil der Mühle sollen auf einer Empore bis zu 40 Personen bewirtet werden können, heißt es. Der Raum könne künftig für verschiedene Anlässe gemietet werden, etwa für Festlichkeiten, Themenveranstaltungen, Ausstellungen oder auch kleine Workshops.

Auf dem Gut entstehen weitere Angebote, wie zum Beispiel Naturführungen in die nähere Umgebung. „Auch die Gartenanlage wird einen Besuch wert sein“, verspricht von Aschwege. „Mit heimischen Blumenstauden, Obstbäumen, Beerenobst und Gemüsearten bepflanzt, wird sie einem Bauerngarten nachempfunden.“

Anlaufstelle

Ein weiterer Garten mit Laubengang entstehe überdies auf der Terrasse am See. Das kleine ehemalige Wohnhaus an der Amelhauser Straße dient als Anlaufstelle für Informationen und Büro der Familie von Aschwege. Dabei will man sich die Giebel-Inschrift des Hauses als Motto beherzigen: „Freude, dem der kommt, / Friede, dem der verweilt / Segen dem, der weiterzieht“.


 

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