Blockhaus droht jetzt der Abriss

Die Kirche will raus: Die Synode dreht der Jugendbildungsstätte Blockhaus Ahlhorn den Geldhahn zu. Foto: Soeke Heykes

Ahlhorn – Die dunklen Wolken über der Jugendbildungsstätte Blockhaus Ahlhorn haben sich weiter zugezogen. Nachdem die Synode der evangelischen Kirche im Oldenburger Land am Donnerstag mit großer Mehrheit beschloss, sich aus der Trägerschaft der beliebten Einrichtung zurückzuziehen, droht jetzt der Abriss der Anlage, die in den vergangenen Jahren für knapp sechs Millionen renoviert worden ist.

Die Pflicht zum „Rückbau“ ergibt sich aus der vertraglichen Situation und ist Gegenstand des Erbbaurechtsvertrages, den die Kirche mit der staatlichen Forstverwaltung geschlossen hat. Die der Kirche gehörenden Gebäude stehen auf landeseigenem Grund und Boden. Die Kosten für einen Abriss werden von der Kirchenverwaltung auf etwa 3,5 Millionen Euro geschätzt. Oberkirchenrätin Susanne Teichmanis sprach als zuständige Dezernentin in diesem Zusammenhang von „Sowieso-Kosten“, die ohnehin beim Ablauf des Erbbaurechtsvertrages im Jahr 2063 fällig wären.

Bedrückende Situation

In geheimer Abstimmung votierten 38 Mitglieder des Kirchenparlaments bei 16 Gegenstimmen und vier Enthaltungen für den Ausstiegsbeschluss, der zuvor von Bischof Thomas Adomeit vorgestellt worden war. Adomeit nannte die aktuelle Situation bedrückend, weil das Blockhaus Ahlhorn auch ein wichtiger Teil seines eigenen Glaubenslebens sei.

Da alle Bemühungen, die wirtschaftliche Situation der Einrichtung zu verbessern, gescheitert seien, habe der Gemeinsame Kirchenausschuss (GKA) keine Möglichkeit gesehen, das Blockhaus weiterhin in kirchlicher Trägerschaft zu behalten. „Schweren Herzens“ müsse man nun die Konsequenzen daraus ziehen.

Ähnlich äußerten sich auch der für die Einrichtung verantwortliche Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker sowie weitere Synodenmitglieder.

Gegen die Beschlussvorlage argumentierte unter anderem Thorsten Schmidtke, Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, zu der Ahlhorn gehört. Schmidtke ist Mitglied der Synode und setzte sich dafür ein, noch keine Entscheidung zu treffen, da sich sowohl aus wirtschaftlichen Kreisen als auch aus der Politik neue Möglichkeiten ergeben hätten.

Besonderer Ort

Neben Schmidtke setzten sich mehrere – oft jüngere – Synodale für den Erhalt des Blockhauses ein und verwiesen darauf, dass es ein ganz besonderer Ort sei, der seinen Besuchern einmalige Möglichkeiten biete.

Den Ausstiegskritikern kam man am Ende entgegen, in dem in den Beschluss ein Passus aufgenommen wurde, der es der Kirche ermöglicht, sich an der Trägerschaft einer anderen Institution zu beteiligen.


 

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