Stadt weist Vereinskritik zurück

Geschlossen: das Brennereimuseum in Wildeshausen.   BILD: KOOPMEINERS

WILDESHAUSEN – Das Brennereimuseum in Wildeshausen sollte für die touristische Entwicklung der Stadt eine Leuchtturmfunktion haben. Mit dieser Einschätzung hat die Stadt am Freitag die beabsichtigte Auflösung des Museumsvereins für die Dampfkornbranntweinbrennerei bedauert. Gleichzeitig wird die Kritik des Brennerei-Eigentümers Karsten Kolloge und der Vorsitzenden des Museumsvereins, Karin Holtmann-Kolloge, zurückgewiesen. Sie hatten der Stadt vorgeworfen, die Brennerei und den Museumsverein über die Jahrzehnte im Stich gelassen und die Zuschüsse immer weiter zurückgefahren zu haben.
„Entgegen der Darstellung des Eigentümers hat die Stadt in vielfältiger Weise finanzielle Mittel zur Unterhaltung des Museums und für den Museumsbetrieb zur Verfügung gestellt oder zumindest angeboten“, erklärt der städtische Pressesprecher Hans Ufferfilge. So habe die Stadt seit Jahrzehnten die Grundabgaben für das Brennereigebäude übernommen. Darüber hinaus habe die Stadt seit langem einen jährlichen Betrag von 500 Euro pauschal als Zuschuss für die Reinigung des Museums im Haushalt bereitgestellt. Diesen Betrag habe der Verein jedoch seit einiger Zeit aus für die Stadt nicht nachvollziehbaren Gründen nicht mehr abgerufen.

Kein Vertrag

Schließlich sei im Rahmen der neuen Kulturförderung seit 2018 in Anerkennung der Bedeutung des Museums für die Stadt ein jährlicher Betrag von 900 Euro als „institutionelle Förderung“ für den Museumsverein bereitgestellt worden. Der dafür erforderliche Vertrag habe allerdings mit dem Museumsverein letztlich nicht geschlossen werden können.
Zudem stellt die Stadt fest, dass weder der Eigentümer des Brennereigebäudes noch der Brennereiverein in den vergangenen Jahren im Hinblick auf etwaige Investitionen oder Baumaßnahmen weitergehende Förderanträge bei der Stadt oder der Kulturförderung gestellt habe. Dem Verein sei die Möglichkeit einer Bezuschussung durchaus bekannt gewesen, da er solche Zuschüsse in der Vergangenheit beispielsweise für die Fassadensanierung beantragt und erhalten habe.
Zuletzt habe der Rat der Stadt in seinen Haushaltsberatungen für die Jahre ab 2021 einen Antrag des Museumsvereins für die Aufrechterhaltung des Museumsbetriebes in der beantragten Höhe von 4500 Euro bewilligt. Den Gremien sei dabei allerdings wichtig gewesen, dass eine Vereinbarung über regelmäßige Öffnungszeiten für das Brennereimuseum getroffen wird. Dies sei vor dem Hintergrund geschehen, weil das Museum seit Jahren nicht mehr zu regelmäßigen Öffnungszeiten habe besichtigt werden können. Zu einer Vereinbarung in Bezug auf den bewilligten Zuschuss sei es nicht mehr gekommen, weil der Brennereiverein den Zuschussantrag zurückgezogen habe, als die Stadt wegen der Ausgestaltung der Vereinbarung auf den Verein zugekommen ist.

Frage der Motivation

Aus Sicht der Stadt stelle sich weniger die Frage, ob sie genug für den Verein getan habe, sondern vielmehr jene nach der Motivation des Vereins, kontinuierlich einen gemeinsamen Weg abzulehnen. Die Stadt sei jederzeit bereit gewesen und auch heute noch bereit, das Museum nach Kräften zu unterstützen.


 

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