Darum werden unkastrierte Katzen hier zum Problem

Artikel vom 25.11.2021

Stephanie Meyer

Bindehautentzündungen zählen zu den typischen Krankheiten, mit denen die vernachlässigten Katzen zu kämpfen haben. Fehlende Behandlung wird auf längere Sicht zur Erblindung dieses Katers führen. Bild: Susanne Garms

Verwilderte Hauskatzen stellen ein zunehmendes Problem dar, so auch in Ganderkesee. Susanne Garms füttert, versorgt und kastriert die Streuner. Warum es wichtig ist, auf das Thema aufmerksam zu machen

„Streunende Katzen sind nicht nur ein Phänomen südlicher Länder, sondern leider auch ein großes Problem in Bergedorf“, beschreibt Susanne Garms die Lage in der Bauerschaft Bergedorf im Westen der Gemeinde Ganderkesee. Es vergehe kein Jahr, in dem sie und ihre Familie in der Umgebung nicht Katzenmütter mit ihren Kitten oder streunende Kater sähen. Dabei handele es sich meist um unkastrierte und herrenlose Tiere. Selbst wenn die Katzen zu einem Hof oder Haus gehörten, seien die Tiere und ihre Nachkommen meistens nicht kastriert, so Garms.

Anzahl steigt

Sie und ihre Familie haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich um verwilderte Katzen zu kümmern – sei es, sie zu füttern, ihnen Schutz zu bieten oder sie auf eigene Kosten kastrieren und anderweitig medizinisch versorgen zu lassen. Doch die Situation in Bergedorf stelle sich als zunehmende Belastung dar, so Susanne Garms, denn die Anzahl der verwilderten Hauskatzen steige jährlich. Und alle Streuner hätten eines gemeinsam: Sie seien „ausnahmslos in einem erbarmungswürdigen Zustand“. Oftmals hätten die abgemagerten Katzen Würmer, Fellparasiten oder andere Krankheiten wie Bindehautentzündungen.

Auch im Tierheim Bergedorf zähle das Katzenproblem zum Tagesgeschäft, wie Tierheimleiter Mark Ungnade berichtet. „Nicht nur aus Bergedorf, auch aus den umliegenden Dörfern kommen immer wieder Finder streunender Katzen zu uns, um sich hier eine Lebendfalle auszuleihen. Auch vom Tierheim sind mehrere Lebendfallen im Gebiet aufgestellt, um die Katzen einzufangen“, so Ungnade. Die gefangenen Tiere würden dann im Tierheim wieder „aufgepäppelt“ und kastriert.

„Erst vor einigen Wochen wurden drei jüngere Katzen im Waldgebiet von Bergedorf gefunden. Wir haben sie im Tierheim aufgenommen und wieder fit gemacht. Mittlerweile konnten sie sogar schon vermittelt werden“, sagt der Tierheimleiter. Laut Ungnade kommt es aber auch vor, dass einige Katzen so verwildert sind, dass sie nicht mehr gezähmt werden können. Diese Wildkatzen würden dann wieder an ihrer Fundstelle ausgesetzt werden.

Ursprung des Problems

Wie Mark Ungnade schildert, hat sich die Anzahl der streunenden Katzen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Der Ursprung des Problems liege in der Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit von Katzenhaltern, die die Konsequenzen unkastrierter Katzen und Kater nicht kennen würden.

Für Susanne Garms liegt die Lösung nahe: „Ich wünsche mir eine Kastrationspflicht in unserer Gemeinde und hoffe mit der Darstellung der Katzenproblematik zu bezwecken, dass bestenfalls die verantwortlichen Personen in Bergedorf dazu aufgefordert werden, ihre Katzen endlich kastrieren zu lassen.“

KASTRATIONSPFLICHT

Das Tierschutzgesetz ermögliche den Landesregierungen durch Verordnungen, wie zum Beispiel einer Kastrationspflicht, den Freigang von Katzen zu maßregeln, heißt es aus dem Veterinäramt des Landkreises Oldenburg.

Die niedersächsischen Gemeinden sind mittels Verordnung dazu ermächtigt, eine Kastrationspflicht zu erlassen. Im Landkreis Oldenburg habe davon bisher nur die Stadt Wildeshausen Gebrauch gemacht, teilt Kreissprecher Oliver Galeotti mit.


 

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