Das wird aus der Villa Knagge in Wildeshausen

Artikel vom 13.11.2021

Christoph Koopmeiners

Dr. Volker Pickart steht vor der Villa Knagge. Er hat sie mit Kollegen gekauft und will dort nach der Sanierung 2023 mit seiner Rechtsanwaltskanzlei einziehen. Bild: Christoph Koopmeiners

Die Villa Knagge in Wildeshausen steht unter Denkmalschutz. Nachdem sie jahrelang leer stand, hat nun die Sanierung begonnen. 2023 soll dort „Justitia“ einziehen. Auch für Nachbargebäude gibt es Pläne

Bis Justitia in die Villa Knagge einzieht, wird noch einige Zeit vergehen. Doch die Vorfreude bei Dr. Volker Pickart ist groß. „Ich bin hier im Umfeld aufgewachsen und habe eine große emotionale Bindung zu dem Gebäude“, sagt der Rechtsanwalt, der das denkmalgeschützte Gebäude mit Kollegen der gemeinsamen Kanzlei gekauft hat und nun sanieren lässt. 2023 wollen die vier Anwälte und 14 Mitarbeiterinnen von der nahen Visbeker Straße an die Ahlhorner Straße in das größere Gebäude umziehen. Bis dahin sollte auch die Bebauungsplanänderung der Stadt über die Bühne gegangen sein.

Insgesamt drei Gebäude

Neben der Villa stehen auf dem Grundstück zwei weitere Gebäude. Zu einen das zuletzt von der Volkshochschule gepachtete Seminargebäude, das früher einmal die Kapelle der Dominikanerpater war. „In jungen Jahren habe ich dort mit dem Musikverein regelmäßig geprobt“, erzählt Pickart. Und die benachbarte Kita Knaggerei kennt er noch aus Kindertagen. Das ehemalige VHS-Seminargebäude hat Pickart privat zusammen mit seiner Frau gekauft. Dort wird in Zukunft eine Tagesstätte für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung eingerichtet. Träger ist das Gemeindepsychiatrische Zentrum Cloppenburg.

Das dritte Gebäude auf dem Gelände an der Ahlhorner Straße ist das sogenannte Gärtnerhaus. „Nach der Sanierung nutzen wir das Erdgeschoss als Archiv“, erklärt Pickart. Im Obergeschoss wird eine Wohnung eingerichtet, sodass auf dem Gelände immer jemand präsent ist.

Holzbalken demontiert

Die Sanierung hat nach Absprache mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises damit begonnen, dass von der Veranda erste Holzbalken demontiert wurden, um sie in einer Werkstatt aufzuarbeiten. Der Wildeshauser Kaufmann Johannes Knagge ließ die Villa 1852 erbauen. „Man muss sich nur mal den Fliesenspiegel über der Veranda und das Mosaikbild im Dachgiebel anschauen, welche Leuchtkraft sie heute noch haben“, sagt Pickart voller Begeisterung. „Die glänzen noch wie neu.“

Der neue Eigentümer meint, dass das Gebäude schlimmer aussieht, als der Zustand wirklich ist. „Das lässt sich alles wieder richten.“ Gleichwohl verhehlt er nicht, dass die Sanierung rund zwei Millionen Euro kosten werde. „Das Dach ist dicht, es wird nun von innen isoliert. Von außen dürfe da nichts gemacht werden, weil aus Denkmalschutzgründen die Proportionen des Gebäudes erhalten werden müssten. Beim Mauerwerk werde der Putz geflickt, um die Wände danach neu zu streichen. Die Holzfenster hingegen würden durch neue ersetzt. Eine neue Heizung sei ebenfalls fällig.

Weitere Parkplätze

Parkplätze gibt es bereits jetzt diverse. Es sollen aber weitere an der Zuwegung zur Knaggerei geschaffen werden. Neu gebaut wird eine Remise für Fahrräder, Mülltonnen und Elektrofahrzeuge. Die großen alten Bäume rund um das Gebäude sollen erhalten werden. Vor der Villa wurden einige Büsche und Sträucher entfernt. Dort soll nämlich künftig Justitia Platz finden. Wie Volker Pickart berichtet, soll die Göttin der Gerechtigkeit zum Umzug der Rechtsanwaltskanzlei Teil eines Springbrunnens werden.


 

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