Deutsche Lichtmiete in der Krise – So reagiert die Gemeinde Hatten

Artikel vom 07.01.2022

Werner Fademrecht

Der Produktionsstandort der Deutschen Lichtmiete im Wirtschaftspark Sandkrug. Bild: Archiv

Die Gemeinde Hatten verfolgt genau die Entwicklung bei der „Deutschen Lichtmiete“. Das Oldenburger Unternehmen produziert seit 2019 im Wirtschaftspark Sandkrug. Welchen Folgen könnte die drohende Insolvenz haben?

Die drohende Insolvenz der „Deutschen Lichtmiete“ könnte auch für die Gemeinde Hatten finanzielle Auswirkungen haben. Das Thema werde im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss besprochen werden, heißt es auf Nachfrage der NWZ aus dem Rathaus.

Wie viel Gewerbesteuer der Gemeinde im Falle einer Abwicklung der Lichtmiete möglicherweise künftig entgehen werden, ist unklar. Die NWZ bat die Gemeindeverwaltung um entsprechende Informationen. Konkrete Angaben könne man aufgrund des Steuergeheimnisses nach § 30 der Abgabenordnung leider nicht machen, so die Antwort aus dem Rathaus. Immerhin: „Die deutsche Lichtmiete war für die Gemeinde Hatten bisher ein zuverlässiger Gewerbetreibender“, betont Bürgermeister Guido Heinisch. Allzu schmerzlich dürfte der drohende Verlust aber wohl nicht sein. Die Firma habe bisher eher nicht zu den größeren Steuerzahlern der Gemeinde gehört, so der Verwaltungschef auf Nachfrage.

Gespräch mit Politik

Über mögliche Konsequenzen einer Insolvenz – derzeit prüft das Amtsgericht Oldenburg drei Anträge der Unternehmensgruppe – will die Gemeinde Hatten mit den Fraktionsvertretern sprechen. Für den Fall einer Nachnutzung des Grundstücks und des Firmengebäudes geben laut Gemeinde der Bebauungsplan Nr. 38 (Gewerbegebiet Sandkrug) und die Baunutzungsverordnung BauNVO vor, was an dem Standort möglich ist. Das heißt, es sind Gewerbebetriebe aller Art zulässig, Lagerhäuser, Lagerplätze und öffentliche Betriebe, aber auch Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude oder auch Anlagen für sportliche Zwecke (z. B. Fitness-Studio). Ferner könnten ausnahmsweise zugelassen werden: Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke. „Es bleibt hier abzuwarten, welche Nutzung künftig erfolgen soll“, so Heinisch.

Seit 2019 in Sandkrug

Die Oldenburger Firma ist noch ein relativ neuer Zugang in der Gemeinde Hatten. Sie bezog im Juli 2019 ihren Standort im Wirtschaftspark Sandkrug, nachdem die Deutsche Lichtmiete Produktionsgesellschaft mbH vor den Toren des Ortes ein Produktions- und Lagergebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 4500 m² errichtet hatte. Das Oldenburger Unternehmen investierte dafür nach eigenen Angaben damals etwa drei Millionen Euro.

Das 8711 Quadratmeter große Grundstück, eines der markantesten in dem gesamten Gebiet, kurz vor dem Ortseingang Sandkrug war von der Gemeinde an das Unternehmen verkauft worden – nach kurzen Verhandlungen, wie es damals hieß. Als Grund für den Umzug nach Sandkrug wurde 2018 seitens der Firmenleitung genannt, man schaffe zusätzliche Fertigungsstrecken, um der weiter steigenden Nachfrage gerecht zu werden. In Oldenburg habe eine entsprechend große Fläche nicht zur Verfügung gestanden.


 

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