Erfolgreicher Check-up

Haben mit guter Vorarbeit dafür gesorgt, dass Ganderkesee und Stenum offizielle Erholungsorte bleiben: Marcel Monsees (von links), Björn Vosgerau und Christa Linnemann mit der Urkunde. Foto: Gemeinder Ganderkesee/Hauke Gruhn

Ganderkesee – Seit 1978 tragen beide den Titel – jetzt sind der Hauptort Ganderkesee und Stenum erneut mit dem Prädikat „Erholungsort“ ausgezeichnet worden. Zuletzt hatten beide das Zertifikat 2010 erlangt.

Alle zehn Jahre lässt das niedersächsische Wirtschaftsministerium laut Gemeindesprecher Hauke Gruhn überprüfen, ob Erholungsorte nach wie vor die Voraussetzungen für ihr Prädikat erfüllen. „Der Check-up fiel erfolgreich aus. Der Beitrag der Orte zur Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit wurde soeben amtlich bestätigt“, verkündet Wirtschaftsförderin Christa Linnemann das Ergebnis.

Ausgezeichnete Orte können ihr Prädikat etwa für Werbezwecke nutzen. „Selbst wenn es die Entscheidung für eine Reise nach Ganderkesee nicht maßgeblich beeinflussen dürfte, so ist es doch wie das Sahnehäubchen auf dem Angebotskuchen“, bewertet Christa Linnemann die Auszeichnung.

Auch der Einzelhandel hat einen Nutzen – sofern die Geschäfte nicht gerade wegen eines Lockdowns geschlossen bleiben müssen. So könnten viele Ganderkeseer Einzelhändler auch an Sonntagen öffnen, genau wie etwa in Bad Zwischenahn. Waren des täglichen Kleinbedarfs, Bekleidung und Schmuck dürften laut Gemeindesprecher Gruhn vom 15. Dezember bis zum 31. Oktober – mit Ausnahme bestimmter Feiertage – grundsätzlich an allen Sonntagen für acht Stunden verkauft werden.

Ende August 2020 hat eine Prüferin vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems Ganderkesee und Stenum einen Tag lang unter die Lupe genommen. „Sie hat sich dabei sehr angetan gezeigt von den Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Grünanlagen sowie dem medialen Angebot“, schildert Björn Vosgerau von der Wirtschaftsförderung seinen Eindruck.

Der Vor-Ort-Prüfung war die Beantwortung eines umfangreichen Fragenkatalogs vorausgegangen. „Insgesamt 13 Seiten galt es im ersten Schritt auszufüllen und mit diversen Karten, Statistiken und Nachweisen zu untermauern“, erklärt sein Kollege Marcel Monsees, der einen Großteil der Datenrecherche und -aufbereitung übernommen hatte. Von der Entfernung zu Biogasanlagen über die Barrierefreiheit touristisch relevanter Infrastrukturen bis hin zu kulturellen und gesundheitsdienlichen Angeboten reichte das Spektrum der Prüfaspekte. Auch Umfang und Qualität des Beherbergungsangebotes mussten dargelegt werden.

Vosgerau berichtet von „kleineren Verbesserungsmöglichkeiten“, die die Begehung ergeben habe. So könnten einige Angebote noch stärker beschildert und beworben werden. Als ein Beispiel habe die Prüferin den Boule-Platz hinter der regioVHS genannt. Auch auf die barrierefreien Toi­letten in Rathaus und Bücherei solle deutlicher hingewiesen werden. „Ein solcher Blick von außen ist immer hilfreich und somit eine Zugabe zur eigentlichen Auszeichnung“, kommentiert Christa Linnemann die Anregungen.

Innerhalb des zehnjährigen Anerkennungszeitraums stehen laut Gemeinde weitere Prüfungen an. So müsse alle drei Jahre vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nachgewiesen werden, dass die Erholungsorte frei von Hygieneschädlingen – insbesondere von Ratten – sind. Auch eine Auszeichnung der Tourist-Info mit der „iMarke“ des Deutschen Tourismusverbands ist Voraussetzung. Auch dieses Zertifizierungsverfahren findet jedes dritte Jahr statt.

In Niedersachsen sind laut Gruhn aktuell 36 Heilbäder und Kurorte, sieben Nordseebäder, 14 Luftkurorte und 53 Erholungs- sowie Küstenbadeorte staatlich anerkannt.


 

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