Freiwillige Feuerwehren stellen Dienstbetrieb ein

Artikel vom 10.01.2022

Michael Diederich

Die FFP2-Maskenpflicht wird auch während des Feuerwehreinsatzes eingehalten, wie am 13. Dezember bei einem Großbrand in Immer. Bild: Thorsten Konkel

Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis haben Konsequenzen aus den steigenden Corona-Zahlen gezogen: Der Dienstbetrieb ist vorerst eingestellt. Was bedeutet das für Notfälle?

Die Corona-Pandemie sorgt seit fast zwei Jahren in vielen verschiedenen Gesellschaftsbereichen für Einschränkungen. Betriebe und Organisationen stehen vor immer wieder neuen Herausforderungen. Dies ist auch bei den Feuerwehren spürbar. Aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr durch die neue Omikron-Variante haben die Feuerwehren im Landkreis Oldenburg den Dienstbetrieb vorläufig eingestellt.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Hattendorf sowie Wildeshausens Ortsbrandmeister Lutz Ertelt berichten unserer Zeitung, warum sie sich für diesen Schritt entschieden haben und nur noch für Notfälle anrücken werden.

Warum wird der Dienstbetrieb eingestellt?

„Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Da aktuell keiner abschätzen kann, wie es weitergeht, halten wir erstmal vier Wochen die Füße still und setzen uns im Februar wieder zusammen“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Hattendorf. Im Januar rücken die Feuerwehren im Landkreis Oldenburg also nur noch in akuten Fällen aus. „Wir wollen verhindern, dass schlagartig unsere Feuerwehrleute krank werden“, so Hattendorf. Insgesamt gibt es im Landkreis 31 Ortsfeuerwehren mit circa 1850 Feuerwehrleuten. Alle geplanten Veranstaltungen, wie Lehrgänge, Übungen und weitere Präsenztermine fallen somit aus.

Was passiert, wenn es einen Corona-Fall gibt?

„Wir achten schon seit Anfang der Corona-Pandemie auf die größtmögliche Sicherheit“, sagt Wildeshausens Ortsbrandmeister Lutz Ertelt. Aktuell tragen Feuerwehrleute FFP2-Masken, auch während eines Einsatzes, schränken soweit es geht ihre Kontakte ein und halten sich an die Hygienemaßnahmen, so Ertelt. Außerdem seien von 95 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen 88 geboostert. Falls es zu einem Corona-Fall in einem Einsatzteam kommen sollte, werden zum Beispiel diejenigen, die im gleichen Wagen gefahren sind, fünf Tage gesperrt, so Ertelt. Bisher sei die Feuerwehr Wildeshausen gut durch die Pandemie gekommen: „Wir hatten in den vergangenen Jahren nur vier Corona-Fälle. Diese steckten sich alle im privaten Umfeld und nicht bei einem Einsatz an.“

Wie groß sind die Kapazitäten bei einem Notfall?

„Wir haben keine Bedenken, dass wir bei einem Notfall zu wenig Personal haben. Neben den Ortswehren im Landkreis Oldenburg helfen dann auch benachbarte Feuerwehren“, sagt Lutz Ertelt. Hinzu käme immer noch eine Reserve, die es in jeder Ortsfeuerwehr gibt, sagt Frank Hattendorf.

„Ausfälle können wir kompensieren, aber auch das hat natürlich seine Grenzen“, so der stellvertretende Kreisbrandmeister im Gespräch. Diese Reserve gibt es auch unabhängig von der Pandemie für Urlaubs- und Krankheitstage.


 

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