Frust über geringes Angebot auf Wochenmarkt in Ganderkesee

Artikel vom 06.03.2024

Fabian Steffens

Seit einiger Zeit ist der Wochenmarkt in Ganderkesee sehr überschaubar. Marktbeschicker, Kunden und Gemeindeverwaltung sind sich einig in ihrer Unzufriedenheit darüber. Bild: Fabian Steffens 

Das schwindende Angebot auf dem Ganderkeseer Wochenmarkt sorgt für Unmut. Kunden, Marktbeschicker und Verwaltung wünschen sich weitere Händler. Eine Lücke ist dabei besonders groß.

Ganderkesee - Freitagmittag, Sonnenschein, perfektes Wetter für einen Wochenmarkteinkauf. Doch der Markt in Ganderkesee ist ziemlich leer, nur drei Stände bieten ihre Waren an, dazwischen ein paar Kunden. Der Frust über das fehlende Angebot auf dem Wochenmarkt ist bei vielen spürbar. „Eine Schande ist das“, sagt eine ältere Dame, die ihren Einkauf macht. Ihren Namen möchte Sie aber nicht in der Zeitung lesen. „Da müsste man mal was ändern“, sagt sie aber über den Markt. Mit ihrem Unmut ist sie nicht alleine, auch andere wünschen sich ein breiteres Angebot auf dem Wochenmarkt – egal ob Kunden, Marktbeschicker oder die Gemeindeverwaltung.

Obst und Gemüse fehlen

Vor fast eineinhalb Jahren hat die Obst- und Gemüsehändlerin Helga Matschinski aufgehört, freitags ihren Stand in Ganderkesee aufzubauen. Seitdem konnte diese Lücke nicht geschlossen werden.

Auch die Gemeindeverwaltung sieht im geringen Angebot ein Problem. „Wir bedauern die Entwicklung, zumal die Gemeinde zusammen mit den Marktbeschickern viel getan hat, um den Wochenmarkt zu beleben“, teilt Gemeindesprecher Hauke Gruhn mit. Die Marktsatzung wurde geändert, um das Sortiment zu erweitern, außerdem wurde der Wochenmarkt immer wieder intensiv beworben.

Fehlende Stände können für einen Wochenmarkt zu einem Teufelskreis werden, mutmaßt ein Marktbeschicker, der nicht genannt werden möchte. Wenn das Angebot gering ist, kämen weniger Kunden. Wenn weniger Kunden kämen, sei es für neue Marktbeschicker weniger interessant. Trotz aller Probleme gebe es aber auch einen sehr zuverlässigen Kundenstamm, sagt einer der Standbetreiber. Das bestätigen auch verschiedene Käuferinnen. Nach eigener Aussage kommen sie jede Woche, wünschen sich aber trotzdem auch ein größeres Angebot. Ganz besonders wird immer wieder der Wunsch nach einem Gemüse- und Obststand genannt.

Supermärkte als Konkurrenz

Gemeindesprecher Gruhn verweist dabei auf ein wachsendes Angebot regionaler Lebensmittel in Supermärkten, die eine Konkurrenz für Wochenmärkte darstellen könnten. „Außerdem gibt es in der Gemeinde aktuell bereits neun Hofläden“, sagt Gruhn. Wochenmärkte sind damit nicht mehr der einzige Ort, um regionale Lebensmittel einzukaufen: „Die Funktion als Treffpunkt ist für den Wochenmarkt tendenziell ebenfalls rückläufig“, ergänzt der Gemeindesprecher. Pläne, um die Situation zu ändern, gibt es aktuell nicht.

Messerschleifer auf dem Wochenmarkt

Der Messerschleifer Ronny Kraus kommt am 15. und 22. März auf den Wochenmarkt in Ganderkesee. Das teilt die Gemeindeverwaltung jetzt mit. Sowohl Messer zum üblichen Haushaltsgebrauch, darunter Küchen-, Besteck- oder Brotmesser, als auch Gartenwerkzeuge, Ast-, Rosen- oder Heckenscheren, können geschliffen werden. Auch besondere Werkzeuge wie Äxte, Beile oder Brotschneidemaschinen werden an den beiden Tagen auf dem Wochenmarkt geschärft.

Abhängig vom Gegenstand soll der Schleifvorgang etwa 15 bis 40 Minuten dauern. Der Messerschleifer aus Franken war bereits im vergangenen Oktober auf dem Ganderkeseer Wochenmarkt vertreten.

Der Wochenmarkt in Ganderkesee findet freitags von 13 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz statt.


 

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