Generationen tauschen sich am Gymnasium Ganderkesee aus

Artikel vom 14.11.2021

Stephanie Meyer

Im Vorfeld des Volkstrauertages tauschten sich die Klassen 10b und 10e des Gymnasiums Ganderkesee mit Werner Fleischer (zweite Reihe vorn) und Lehrer Carsten Hartmann (zweite Reihe vorne rechts) aus. Bild: Stephanie Meyer

Anlässlich des Volkstrauertages hat es eine besondere Veranstaltung für Zehntklässler des Gymnasiums Ganderkesee gegeben. Im Fokus standen die unterschiedlichen Perspektiven von Jung und Alt

„Es ist wichtig, über das Vergangene einen Dialog zu führen und keinen Monolog“, mit diesen Worten begann Werner Fleischer die Veranstaltung, die anlässlich des Volkstrauertages in der Klasse 10b und 10e des Gymnasiums Ganderkesee stattfand. 2011 wurde dieses Konzept an der Schule entwickelt.

Seit acht Jahren kommt Fleischer, Mitglied des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, jährlich ins Gymnasium, um sich mit den Schülerinnen und Schülern über den Volkstrauertag auszutauschen. Dabei geht es, wie Fleischer schon zu Beginn deutlich macht, um den Austausch zwischen der jüngeren und der älteren Generation und um das gegenseitige Gespräch über vergangene Ereignisse, die Zukunft und über die Bedeutung des Volkstrauertags.

Aus Fehlern lernen

Werner Fleischer, geboren 1942, ist Zeitzeuge und gehört der Nachkriegsgeneration des Zweiten Weltkrieges an. Er erzählt über eigene Erinnerungen an Kriegs- und Gewaltopfer. „Während meiner Schulzeit gab es zwar den Volkstrauertag schon, allerdings gab es für meinen Jahrgang keine richtige Aufklärung über das Geschehene. Wir Kinder haben zwar mitbekommen, dass etwas passiert ist, aber da wurde nach dem Krieg nicht drüber gesprochen. Uns fehlte eine Erklärung“, sagte Werner Fleischer. Deshalb sei es ihm so wichtig, die Bedeutung des Volkstrauertages an die heutige Generation weiterzugeben. Mit dabei war auch Carsten Hartmann, Lehrer für Geschichte und Politik am Gymnasium Ganderkesee. Die Bedeutung des Volkstrauertages ist vielen Zehntklässlern nicht bewusst. „Man hat das mal so mitbekommen durch die Großeltern, aber drüber nachgedacht eigentlich weniger“, hieß es von einem Schüler. Werner Fleischer nutzt die Veranstaltung, um den Jugendlichen zu verdeutlichen, wie wichtig das Handeln der heutigen Generation ist. „Um die Zukunft planen zu können, muss die Vergangenheit einbezogen werden, damit künftig nicht dieselben Fehler gemacht werden“, sagte Fleischer. Der Volkstrauertag zeige nicht nur die Auswirkungen vergangener Kriege, sondern stehe auch im Zeichen des Lernens aus der Vergangenheit.

Gegenwart einbeziehen

Teil der Veranstaltung war es auch, gegenwärtige Probleme zu beleuchten. Thematisiert wurde unter anderem die Beeinflussung durch soziale Medien. „Wenn während des Zweiten Weltkrieges Menschen durch die Medien zu kriegerischen Aktivitäten beeinflusst wurden, ist das heute auch noch möglich?“, fragte Carsten Hartmann die Klasse. Außerdem zeigte Fleischer den Schülern auf, dass ihre Generation bereits etwas gegen ein aktuelles Problem bewirke. „Mit der Aktion Fridays for Future habt ihr das Thema Klimawandel angeschoben, damit etwas dagegen unternommen wird. Der gleiche Gedanke steckt hinter dieser Veranstaltung“, schloss Fleischer ab.


 

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