Großer Andrang in Ganderkesee auf den kleinen Piks

Artikel vom 03.01.2022

Thorsten Konkel

Blick in die Impfambulanz in der Turnhalle am Habbrügger Weg in Ganderkesee: Seine Boosterimpfung holte sich dort am Mittwoch der Oldenburger Carsten Meyer beim Mobilen Impfteam (MIT) der Malteser ab. Geimpft wurde er von Klaus Hopf, links zog Barbara Brakmann weitere Impfspritzen auf. Bild: Thorsten Konkel

Um eine Impfdosis zu ergattern, standen Menschen in Ganderkesee in eisiger Kälte Schlange. Wann die Impfambulanz wieder öffnet, welche Voraussetzungen für den Corona-Impfschutz jetzt wegfallen.

Das Mobile Impfteam (MIT) der Malteser und sein Leiter Ralph Meyer hatten sich vorgenommen, am Mittwoch bei der Eröffnung der Impfambulanz in Ganderkesee bis zu 400 Menschen zu versorgen – mit 356 Impfwilligen in der umgestalteten Turnhalle am Habbrügger Weg hatten sie am Ende des ersten Tages der Impfaktion des Landkreises ihre maximale Arbeitskapazität fast erreicht erreicht.

Die Sorge vor der auch im Kreis angekommenen, noch ansteckenderen Omikron-Mutante und die aktualisierte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für eine frühere Auffrischungsimpfung, sie mögen zu dem Erfolg beigetragen haben. Dieser Empfehlung folgen auch die Mobilen Impfteams (MIT). Auffrischimpfungen empfiehlt die Stiko nun ab 18 Jahren. Ältere Personen ab 60 Jahre sind nach wie vor zu bevorzugen. Mit der aktualisierten Stiko-Empfehlung wird auch im Kreis der Abstand zwischen Grundimmunisierung und Boosterung auf drei Monate verkürzt.

Eine Boosterung bei Jugendlichen unter 18 Jahren kann laut Stiko im Einzelfall aus medizinischen Gründen und aus beruflicher Indikation (Ausbildung in der Pflege) erfolgen. Verimpft werden in den Impfambulanzen nur noch die mRNA-Impfstoffe, für Personen unter 30 Jahre BionTech/Pfizer und für Personen über 30 Jahre Moderna.

Gelungener Auftakt

Der Auftakt der Impfaktion des Kreises in Ganderkesee darf als gelungen gelten. Schon vor der Öffnung der Impfambulanz harrten nämlich am Mittwochmorgen Impfwillige trotz strengen Frostes in einer nahezu 100 Meter langen Schlange auf dem Habbrügger Weg aus. Geduldig warteten sie vor der Halle auf ihre Impfdosis. Nach der mittlerweile entfallenen Residenzpflicht für Impfwillige dürfen sich nun auch Menschen außerhalb ihres Wohnortes beziehungsweise ihres Landkreises impfen lassen.

Einer, der deshalb nach Ganderkesee kam, war der Oldenburger Carsten Meyer. „Die Aktion ist für mich ideal, ich kann mich hier schon boostern lassen“, sagte er. Anderenfalls wäre es mit der Auffrischung nichts vor Februar geworden.

Erfahrung gesammelt bei der Impfstoff-Gabe haben die Mobilen Teams der Malteser inzwischen reichlich: Nach dem Durchimpfen in Seniorenheimen und von Pflegekräften und medizinischem Personal, von Rettungsdienstlern, THW-Helfern und den Wasserrettern der DLRG sei durch die Teams inzwischen wohl eine fünfstellige Zahl an Impfungen erfolgt, schätzte Ralph Meyer. Am Mittwoch wurde in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) die letzte Gruppe von Brandschützern geimpft. „Es könnten so zwischen 13.000 und 14.000 Impfungen gewesen sein“, so Meyer.

Offiziell bestätigt hat der Kreis mit Stand zum 19. Dezember 8832 Impfungen durch die Teams. Etliche müssten noch nachgemeldet werden, so Meyer.

Impfen in allen Kommunen

Der Landkreis Oldenburg will mit flexiblen Impf-Möglichkeiten in allen acht kreiszugehörigen Kommunen nach dem Wegfall der großen Impfzentren den Druck auf die Arztpraxen lindern. Auch das Impf-Mobil der Jade-Hochschule kommt parallel zum Einsatz.

Dass in der Gemeinde Ganderkesee die Halle am Habbrügger Weg, die 2015 schon als Flüchtlingsunterkunft gedient hat, aufgrund der Lage und der Parkmöglichkeiten besonders geeignet sei, hatten Landrat Dr. Christian Pundt und Ganderkesees Bürgermeister Ralf Wessel bei der Vorstellung des neuen Impforts betont.

Bis Jahresende und auch darüber hinaus, können sich Impfwillige sich zu festen Zeiten in allen Impfambulanzen ohne Termin Vakzin spritzen lassen. Im neuen Jahr werden auch Termine vergeben. Anmeldungen für Impfungen von Kindern (fünf bis elf Jahre), die ausschließlich im Kreis-Gesundheitsamt erfolgen, sind nur über das Impfportal des Landes Niedersachsen möglich.


 

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