Hardcore an der Herrlichkeit

Artikel vom 04.07.2022

Florian Fabozzi

Die Post-Hardcore-Band "Maelføy" während des Videodrehs in der Alexanderkirche: (von links) Christopher Maaß (Bass), Lars Riedel (Gitarre), Martin Schiwy (Schlagzeug), Marne Büch (Gesang), Lukas Meyer (Gitarre) Bild: Maelføy

Das Musikvideo zu ihrer neuen Single hat die Ganderkeseer Post-Hardcore-Band Maelføy in der Alexanderkirche in Wildeshausen gedreht. Unterstützung gab es von Pastor Markus Löwe.

Hardcore-Rock im Gotteshaus – was wie ein Widerspruch erscheint, ist in der Alexanderkirche in Wildeshausen Realität geworden. Die fünfköpfige Band „Maelføy“ aus Ganderkesee verschlug es für den Videodreh ihrer neuesten Single „Coming Home“ in die Alexanderkirche. Und für drei Stunden wurde das Gotteshaus an der Straße „Herrlichkeit“ zum Rock-Tempel. Möglich machte diese Zusammenarbeit Pastor Markus Löwe. „Die Jungs sind an uns herangetreten und haben uns ihr Videokonzept vorgestellt“, erinnert sich Löwe. „Wir waren sofort angetan.“ Dabei war es vor allem der Text, der den Pastor überzeugte. „Es geht um eine Auseinandersetzung mit sich und einer höheren Instanz“, sagt Löwe. „Das Thema Heimkommen ist bei uns in der Gemeinde immer präsent.“

Die Band hatte im Vorfeld mehrere Kirchen im Landkreis kontaktiert – die Alexanderkirche reagierte am schnellsten. Gitarrist Lars Riedel: „Sie zeigten sich sehr offen für unsere Pläne.“ Schnell einigte man sich auf einen Drehtermin an einem Sonntag im Mai. Gemeinsam mit dem Videoproduzenten und einigen Statisten brachten die fünf Ganderkeseer den Dreh in der Kirche innerhalb von drei Stunden über die Bühne.

Über 31 000 Aufrufe

Seit dem 16. Juni ist das Video für „Coming Home“ auf Youtube zu finden und hat Stand 30. Juni bereits über 31 000 Klicks generiert. Zu sehen ist unter anderem ein Sarg, der in dem dreiminütigen Video auf einem Feld begraben wird. „Es steht für ein altes Leben, das man hinter sich lässt, um wieder zu sich selbst zu finden“, erklärt Riedel. Als Ort der Buße und um mit sich selbst ins Reine zu kommen, sei die Kirche der passende Drehort gewesen. Maelføy drehten außerdem im Industriegebiet nahe der Düngstruper Straße und auf dem Gelände des Reitvereins „Große Höhe“ in Ganderkesee.

Nicht nur die Band selbst war mit dem Endprodukt sehr zufrieden. „Die Qualität ist beeindruckend“, sagt Markus Löwe. Es sei toll, was junge Menschen aus dem Region auf die Beine stellen können. Löwe könne sich weitere Projekte dieser Art gut vorstellen.

Thematisch fügt sich „Coming home“ indes gut in die Diskografie der Band ein. „Bei uns geht es immer um emotionale Themen und um dunkle Zeiten“, so Riedel. Manchmal geht es um verlorene Beziehungen, manchmal um den Tod. „Es steht aber immer die Bewältigung im Vordergrund“, sagt der Gitarrist.

2016 kennengelernt

Die Geschichte der Band geht bis ins Jahr 2016 zurück. Lars Riedel und Schlagzeuger Martin Schiwy kannten sich bereits seit der Grundschule, der Rest der Band fand durch eine Musikergruppe auf Facebook zueinander. „Wir haben schon in der ersten Jam-Session gemerkt, dass es musikalisch und menschlich zusammenpasst“, erinnert sich Riedel. Die musikalische Geburtststunde folgte erst im September 2017 mit der Veröffentlichung der Single „Brother“. Im vergangenen September veröffentlichten sie ihr erstes vollständiges Album „Hollow Throne“.

Maelføy, die sich musikalisch an Post-Hardcore-Bands wie Imminence aus Schweden und Silverstein aus Kanada orientieren, freuen sich auf den langen Sommer. „Bis einschließlich Oktober haben wir zehn Shows geplant“, sagt Riedel. Am meisten freut sich die Band auf das Konzert am 9. September im Amadeus in Oldenburg, in dem sie offiziell das jüngste Album vorstellen. Weitere Highlights sind ein Boots-Konzert in Dangast am 23. Juli, die Teilnahme am Elbriot Festival in Hamburg am 19. August und dem Crowdsalat Festival in Essen am 14. Oktober.


 

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