Hartmut Wälz verlängert mit seinem „Smoky Stove“ die Grillsaison

Artikel vom 20.04.2022

Leon Werth

Knusprig und leicht rauchig wird die Pizza im „Smoky Stove“ von Hartmut Wälz. Bild: Leon Werth

Grillen bei schlechtem Wetter? Mit der Erfindung des Ganderkeseer Schlossers Harmut Wälz soll das schon bald möglich sein. Was der „Smoky Stove“ kann und wann er auf den Markt kommen soll.

Rauchig muss es sein. Das Buchenholz steht in voller Flamme und die Hähnchenschenkel brutzeln schon vor sich hin. Hartmut Wälz, gelernter Schlosser aus Ganderkesee, stellt in seiner Werkstatt seine brandheiße Erfindung unter Beweis: Der „Smoky Stove“ ist ein Backofenaufsatz für den heimischen Kaminofen, der es ermöglicht, bei schlechtem Wetter auch im Haus zu grillen.

Mittelaltermarkt

Hartmut Wälz ist ein kreativer Tüftler und regelmäßig auf Mittelaltermärkten anzutreffen. Besuchern bot er in einem Rauchfass zubereiteten Bierschinken an und stellte sich irgendwann die Frage, wie man die Vorzüge des Marktes und seiner rauchigen Speisen auch nach Hause bringen könnte. An einem Wintertag vor drei Jahren saß er auf dem Sofa und ihm kam die Idee: Der Indoor-Smoker wird in den Abluftschacht des Kaminofens integriert.

Über eine Drosselklappe lassen sich die Temperatur der einströmenden Heizluft und die Menge an Rauch regulieren, um backen, braten, räuchern oder grillen zu können. Durch den Unterdruck im Schornstein, der beim Schließen des Rauchhebels und dem Öffnen der Tür entsteht, zieht der Kochdunst dann ab und kein Rauch dringt ins Wohnzimmer. Schornsteinfeger überprüfen den korrekten Einbau.

Hitze und Rauch können weitestgehend voneinander getrennt werden, „süße Torten sollte man aber vielleicht nicht darin backen“, sagt Wälz’ Lebensgefährtin Susanne Ulmke. Nach eineinhalb Stunden Garzeit hat das Hähnchen eine sehr zarte Konsistenz. Schneller ist die Pizza fertig, die auf einem heiß gemachten Pizzastein am Boden des „Smoky Stove“ nur zwei bis drei Minuten braucht. Die Abstrahlwärme von Kaminofen und Indoor-Smoker ersetzen die Heizung, und zusätzlich lässt sich Kochenergie einsparen.

Homepage im Aufbau

Aktuell hat der selbstständige Unternehmer drei Prototypen in seiner Werkstatt stehen und richtet mit seinem Sohn die Homepage für den „Smoky Stove“ ein, über die der Indoor-Smoker ab Herbst verkauft werden soll. Wälz plant noch eine Möglichkeit zum Vorwärmen von Tellern oder Erhitzen von Wasser. Pizzasteine, Pizzawender und Wiegemesser sollen als Zubehör verkauft werden.

Der „Smoky Stove“ entsteht in Manufaktur. Von einer Firma erhält Wälz gekantete Blechzuschnitte, um den Grundofen zusammenzubauen. Die Anschlüsse für alle gängigen Kaminöfen sollen individuell hergestellt werden.

 

Erfindung vermarkten

Unterstützung erhält er von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO) und der Handwerkskammer Oldenburg. Ansonsten sei die Förderung von Erfindern im Vergleich zu den USA mäßig in Deutschland, wenn es nicht gerade zur VOX-Serie „Höhle der Löwen“ gehen soll. „Für jedes Land muss ein eigener Vertrieb angemeldet werden“, berichtet Wälz.

Unter Mithilfe seiner Lebensgefährtin und seines Sohnes möchte er zunächst in Kleinserien verkaufen. Er kann sich aber vorstellen, Startup-Börsen und Fördermessen zu besuchen, und den „Smoky Stove“ auf Grillwettbewerben oder in Ofenhäusern vorzuführen. Für eine größere Internetpräsenz plant der Unternehmer kleine Youtube-Videos. Ein Handbuch und ein Kochbuch sollen im Eigenverlag erscheinen.

Für die meisten Grillexperten sei der „Smoky Stove“ aber selbsterklärend, sagt Susanne Ulmke: „Wer grillen kann, der kommt auch klar.“ Wälz’ Wunschverkaufspreis liegt bei 1680 Euro, derzeit erkundigt er sich noch nach den Kosten für eine qualitative Pulverbeschichtung. Für weitere Ideen zieht es ihn wieder auf den Mittelaltermarkt.


 

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