Kammern stehen hinter den Bauern

Artikel vom 12.03.2024

Hergen Schelling

Einig in der Kritik an der Berliner Politik (von links): Jan Müller (IHK), Manfred Tannen (Landwirtschaftskammer), Heiko Henke (Handwerkskammer) und der Kreislandvolk-Vorsitzende Detlef Kreye mit Moderator Lars Reckermann. Bild: Hergen Schelling 

Das Landvolk hatte Vertreter der Kammern zur Diskussion eingeladen. Alle Gesprächsteilnehmer beschworen die Gemeinsamkeit.

Wardenburg/Landkreis - Die Verantwortung der Landwirtschaft für die Ernährung der Bevölkerung müsse Politik und Gesellschaft noch mehr als bisher bewusst werden. In dieser Förderung waren sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion bei der Vertreterversammlung des Kreislandvolkverbandes im Wardenburger Hof am Freitagnachmittag einig. Der Landvolkvorsitzende Detlef Kreye schlug gar vor, die Ernährungssicherung im Grundgesetz zu verankern. Insbesondere von der Bundespolitik in Berlin fühlen sich die Landwirtinnen und Landwirte immer noch vernachlässigt – trotz der massiven Protestaktionen der vergangenen Wochen.

„Politischer werden“

Unterstützung erfahren Bäuerinnen und Bauern von den Wirtschaftskammern in der Region – nicht nur von der Landwirtschaftskammer, die bei der von Lars Reckermann, Chefredakteur der Ostfriesen-Zeitung, moderierten Runde in Wardenburg durch den neuen niedersächsischen Vizepräsidenten Manfred Tannen vertreten wurde. Auch Jan Müller als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oldenburg und Heiko Henke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg, hoben die gemeinsamen Interessen hervor. Die große Klammer für alle sei die unternehmerische Selbstständigkeit, sagte Müller. Und er sieht auch die von ihm repräsentierten Branchen in der Pflicht, stärker für ihre Interessen einzutreten: „Wir müssen politischer werden“, forderte Müller angesichts der jüngsten Aktionen von protestierenden Bauern.

Auch Heiko Henke äußerte seine Unzufriedenheit mit aktuellem politischem Handeln und machte dies fest am Beispiel des Heizungsgesetzes: Der Einbau von Wärmepumpen sei den Betrieben zunächst Knall auf Fall aufgezwungen worden und kaum seien die Geräte bestellt gewesen, sei die Nachfrage eingebrochen, „weil niemand sie mehr haben will“ – verursacht durch das „Hin und Her“ in der Ampel-Koalition. „Heute so und morgen so und übermorgen anders“ – mit diesen Worten beschrieb auch Landvolk-Vorsitzender Kreye seine Sicht auf die Berliner Politik.

Verlässlichkeit gefordert

Er forderte langfristige und nachhaltige Entscheidungen und warnte vor wachsenden Importen von Lebensmitteln. Vielmehr müsse die Ernährungssicherheit aus heimischer Produktion sichergestellt werden. Sinnvoll dafür sei eine Agenda 2040, so Kreye – das wären immerhin 15 Jahre Verlässlichkeit.


 

Blaulicht-Ticker

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