Kindermoden-Geschäft „Sophie’s Welt“ schließt

Artikel vom 07.11.2022

Marén Bettmann

Simone Brinkmann (links) und ihre Mitarbeiterin Bärbel Jahn stehen noch bis zum 23. Dezember im Kindermodengeschäft „Sophie's Welt“ in Wardenburg. Dann schließt der Laden. Bild: Marén Bettmann

Zwölf Jahre lang bereicherte das Kindermoden-Geschäft „Sophie’s Welt“ die Geschäftswelt im Wardenburger Ortskern. Inhaberin Simone Brinkmann ist nun aus vielerlei Gründen gezwungen aufzugeben.

Den Wardenburger Ortskern im wahrsten Sinne des Wortes bunter gemacht hat zwölf Jahre lang das Kindermoden-Fachgeschäft „Sophie’s Welt“. Ob Strampler in Bonbonfarben, Sommerhüte mit witzigen Motiven, Umhängetaschen mit lustigen Tierapplikationen oder Gummistiefel von Quietschrosa bis Marienkäferoptik – das Einzelhandelsfachgeschäft an der Oldenburger Straße bietet Kindermode von internationalen Herstellern, wie man sie bei den bekannten Filialisten kaum noch findet. Doch das stete Bemühen, auf 170 Quadratmetern ein Sortiment mit wertiger und dennoch bezahlbarer Kleidung vorzuhalten, hat ein Ende. „Sophies’s Welt“ gibt auf. Der letzte Verkaufstag ist der 23. Dezember.

Entschluss fällt schwer

„Einmal bekomme ich noch Ware und das war’s dann“, bedauert Ladeninhaberin Simone Brinkmann, der ihre Entscheidung sichtlich schwer fällt. „Das hier ist mein zweites Baby“, sagt die Mutter einer 13-jährigen Tochter. Sie hätte gerne weitergemacht, doch zu viele Umstände sprachen dagegen.

Die Idee zu „Sophies’ Welt“ hatte Simone Brinkmann als junge Mutter. „In meiner damaligen Krabbelgruppe hatten wir überlegt, was in Wardenburg fehlt und kamen auf ein Kindermodengeschäft“. Hinzu kam, dass ihr damaliger Arbeitgeber familienunfreundlich eingestellt war und ihr eine Stundenreduzierung verweigerte. „Und so habe ich selbst einen Laden aufgemacht als meine Tochter ein Jahr alt war“, erinnert sich Simone Brinkmann. Damals war das Geschäft noch gegenüber auf dem Grundstück Gloystein’s Hof. Als das Gebäude dort abgerissen wurde, um der „Neuen Mitte“ Platz zu machen, zog Simone Brinkmann, die lange Jahre in der ehemaligen Drogeriekette „Schlecker“ im Außendienst arbeitete, gegenüber in die Alte Molkerei. Dort verkaufte sie bis zum Sommer dieses Jahres neben der Neu- auch noch Second-Hand-Ware.

Anderes Kaufverhalten

Das veränderte Kaufverhalten vieler Menschen ist ein Grund für die Geschäftsaufgabe, sagt Simone Brinkmann. Nicht nur gegen Online-Handel sei schwer anzukommen, sondern auch gegen die Einstellung „Lieber günstiger als hochwertig“. „Unsere Sachen sind langlebig und können auch noch problemlos an die jüngeren Geschwister weitervererbt werden“, weiß Simone Brinkmann, die drei Aushilfen beschäftigt.

Der Corona-Lockdown verlangte der Geschäftsfrau noch einmal einiges ab. „Ich habe zwar Hilfen bekommen, aber die muss ich ja auch alle zurückzahlen.“ Den Rest gaben Simone Brinkmann die sechswöchige Sperrung des Wardenburger Ortskerns aufgrund der Sanierung der Ortsdurchfahrt und die mittlerweile enorm gestiegenen Nebenkosten. Auch die einträglichen verkaufsoffenen Sonntage, die es seit Corona in Wardenburg nicht mehr gibt, vermisst die Geschäftsfrau.

Ein Nachmieter für ihr Ladenlokal existiert noch nicht. Kopf für einen Plan nach dem 23. Dezember hat Simone Brinkmann derzeit nicht: „Ich muss erstmal hiermit abschließen“.


 

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