Landkreis startet mit Impfungen

Das ist der Impfstoff: Ralph Meyer, Leiter des Impfzentrums in Wildeshausen, präsentierte eine Charge zum offiziellen Start. Landrat Carsten Harings (links) ist erleichtert. Foto: Hergen Schelling

Landkreis – „Heute geht es endlich los! Jetzt wird es jeden Tag ein Stück weit besser.“ Nach langen Monaten mit fast immer nur schlechten Nachrichten ließ Landrat Carsten Harings am Dienstagvormittag seine Erleichterung erkennen, als er im Impfzentrum des Landkreises Oldenburg am Westring in Wildeshausen endlich Positives verkünden konnte: Auch im Landkreis Oldenburg wird jetzt gegen das Coronavirus geimpft.

Zunächst sind die gut 30 Seniorenheime im Kreisgebiet an der Reihe. Die insgesamt etwa 1.800 Bewohner sowie die Beschäftigten werden vorrangig geimpft – sofern sie es wollen. Es gibt keine Impfpflicht, auch nicht für die Pflegekräfte. Etwa 95 Prozent der Bewohner wollen aber geimpft werden, weiß Dr. Leonhard Hamschmidt, ärztlicher Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Zur Reihenfolge der Heime machten Harings und Hamschmidt keine Angaben. Es hänge auch davon ab, wie rasch die Einrichtungen sich vorbereitet haben.

Start mit mobilen Teams

Die Impfungen in den Heimen (und auch im Krankenhaus Johanneum in Wildeshausen) werden von zwei mobilen Teams vorgenommen, je eines von den Maltesern und den Johannitern. Zu jedem Team gehören mindestens ein Arzt, eine Gesundheits- und eine Verwaltungsfachkraft. Pro Team und Tag seien 50 bis 60 Impfungen möglich, sagte Frank Flake, Bezirksleiter der Malteser. Er betonte, dass der Impfschutz erst etwa sieben Tage nach der Impfung wirksam werde.

Landrat Harings geht davon aus, dass bis Ende Januar alle Bewohner in den Pflegeeinrichtungen geimpft sind. Wie schnell es geht, hängt vor allem von der Lieferung weiterer Impfstoff-Chargen ab. Die erste Charge vom Montag umfasste 975 Dosen. Ende der Woche rechnet Ralph Meyer, Leiter des Wildeshauser Impfzentrums, mit der nächsten Lieferung.

Impfungen im Impfzentrum noch offen

Der Impfstoff wird zunächst nur für die Erstimpfung genutzt. Zur zweiten Impfung, die nach etwa drei Wochen erforderlich ist, hält das Land für jeden Landkreis den Impfstoff in gleicher Menge als Vorrat zurück. So können die jetzt gelieferten Dosen komplett verimpft werden und die zweite Impfung ist trotzdem sichergestellt.

Ab wann wird im Impfzentrum am Westring in Wildeshausen geimpft wird, steht noch nicht fest. Malteser-Bezirksleiter Flake hoffte am Dienstag auf eine Inbetriebnahme in der kommenden Woche. Der Start hänge davon ab, wann das Land Niedersachsen das Anmeldeportal freischaltet. Sobald dies erfolgt ist, können Impftermine online oder unter Telefon? 0800/99?88?66?5 gebucht werden.

Impfungen beim Hausarzt werden hingegen noch dauern. Der aktuelle Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer braucht sehr starke Kühlung, die in Hausarzt-Praxen nicht möglich ist. „In drei bis vier Monaten“, schätzt Hamschmidt, sei an Impfungen beim Hausarzt zu denken.


 

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