Landtage Nord schon am Freitag bestens besucht

von Klaus Derke

Der vierjährige Kian ist ebenso wie viele andere große und kleine Besucher begeistert  von den Landtagen. Bild: Torsten von Reeken 

Schon am ersten Tag sind die Landtage Nord in Wüsting gut besucht. Gastredner Friedrich Merz (CDU) hebt die besondere Rolle der Landwirtschaft hervor.

Die Landwirtschafts- und Verbrauchermesse Landtage Nord ist am Freitag in Wüsting (Gemeinde Hude) eröffnet worden. Nach einer coronabedingten Pause im vergangenen Jahr hat Veranstalter Helmut Urban die Messe jetzt zum 17. Mal auf die Beine gestellt. Bis Montag, 23. August, werden rund 600 Aussteller auf dem 130 000 Qua­dratmeter großen Gelände an der Holler Landstraße Branchen-Neuheiten präsentieren.

„Hier kommen Angebot und Nachfrage ins Gespräch – das lässt sich nicht per Videokonferenz machen“, begrüßte Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew die Möglichkeit zum persönlichen Austausch auf der Ausstellung. Bereits am Freitagmorgen kamen viele Besucher aus der gesamten Region nach Wüsting. Als Gastredner zur Eröffnung konnte CDU-Politiker Friedrich Merz gewonnen werden.

Er hob die besondere Rolle der Landwirtschaft hervor. Es sei entscheidend, auch in Zukunft gesunde Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft zu haben, sagte der Vizepräsident des Wirtschaftsrates der CDU.

Torsten Wüstenberg, Netzregionsleiter vom Energieversorger EWE, hatte zuvor die Rolle der Landwirte für die erneuerbaren Energien deutlich gemacht: Viele der 60 000 Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Netzgebiet der EWE ständen auf Höfen und landwirtschaftlichen Flächen. 90 Prozent des Stroms komme hier bereits aus erneuerbaren Energien. Damit sei man dem Ziel der Regierung in diesem Bereich „um Jahrzehnte voraus“, so seine Bilanz.

Merz legte in seiner Rede das Hauptaugenmerk auf die Energiewende. Er warnte davor, im Straßenverkehr ausschließlich auf E-Mobilität zu setzen, um das Ziel der CO 2 -Neutralität zu erreichen. „Wir müssen in neue Technologien einsteigen“, so der Wirtschaftsexperte. In dieser Branche könne Deutschland ein führendes Industrieland werden. „Das ist eine Chance für unsere Volkswirtschaft.“

Sehr klar äußerte Friedrich Merz sich zum Abzug der Truppen aus Afghanistan. Er sprach von einem „grandiosen Scheitern des Westens“. Wenn die Nato künftig Einsätze beschließe, „will ich nicht nur wissen, wie wir reingehen, sondern auch, wie wir uns wieder zurückziehen.“

Buntes Programm kommt bei den Besuchern in Wüsting gut an

Die 17. Landtage Nord in Wüsting sind am Freitag eröffnet worden. Und schon um 9 Uhr strömten die ersten Besucherinnen und Besucher auf das Gelände der Agrar- und Freizeitmesse, die gerade auch bei Familien aus der ganzen Region und darüber hinaus einen guten Ruf genießt. Auch am Freitag waren auffallend viele Familien auf dem Gelände unterwegs. Schließlich sind dieses Mal ja noch Ferien. „Wir sind jedes Jahr hier“, sagte zum Beispiel Danny Wilms aus Wildeshausen. „Trecker gucken, Maschinen gucken, Tiere gucken“, sagt der Familienvater. „Für die Kinder ist das toll hier.“ Familie Wilms hatte sich gerade die Trapezshow mit dem Circus UnArtiq angeschaut. „Wir haben die Show schon einmal in Wildeshausen gesehen und sind begeistert“, so Wilms. Gerade das Familienprogramm begeistert die Besucher.

Familien begeistert

„Hier wird es den Kindern nicht langweilig“, sagte Thomas Franz auf dem riesigen Kinderspielplatz mit vielen Hüpfburgen, Bungee-Jumping, Karussell, Bullriding und vielen anderen Aktionen. Familie Franz war jetzt das zweite Mal auf den Landtagen. „Wir kommen aus dem Saarland und machen Urlaub an der Nordsee“, erzählte Thomas Franz. Und wenn es mit den Terminen passe, stehe auch ein Familienausflug nach Wüsting auf dem Programm. Sirkka Born und Britta Fromm besuchten am Freitag die Messe vor den Toren ihrer Heimatstadt Oldenburg das erste Mal. „Unsere Jungs wollen vor allem die Trecker gucken“, sagte Sirkka Born.

Trotz der amtlich verordneten Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände ließen sich die Besucher ihren Spaß nicht nehmen. Die Stimmung zum Auftakt am Freitag war jedenfalls gut und auch das Wetter spielte mit. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Landtage-Chef Helmut Urban am Freitagmittag über den guten Zuspruch.

Dank an das Team

Urban hatte zuvor bei einem kleinen Empfang in der Ausstellerhalle die Messe offiziell eröffnet und dazu als Festredner den CDU-Bundespolitiker Friedrich Merz neben zahlreichen Ehrengästen begrüßt. Urban war es in diesem Jahr ein besonderes Anliegen, ganz zuvorderst in seiner Begrüßung seinem Team zu danken, dass die vielen Wochen der Vorbereitungen mit ständigen Anpassungen des Hygienekonzepts mit ihm durchgestanden habe. Es war nicht einfach. Aber es hat funktioniert. Von vielen Seiten gab es Lob für den Mut, den das Landtageteam aufgebracht hat, um die Großveranstaltung auch unter den veränderten Bedingungen auf die Beine zu stellen.

Es gibt viel Neues zu entdecken auf dem Messegelände. Dazu gehört auch der erstmals stattfindende Bauern- und Kunsthandwerkermarkt.

„Gewaltig groß“

„Es ist gewaltig groß, da bin ich schon überrascht“, sagte Ilona Heers aus Friedeburg, die in Wüsting ihre „Feinen Konfitüren“ anbietet zum Angebot der Landtage. „Ein Tagesausflug reicht nicht, um sich hier alles anzuschauen“, sagte sie. Das Hygienekonzept werde einwandfrei umgesetzt. Die Landtage Nord sind auch an diesem Samstag, am Sonntag und Montag jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Wer auf das Gelände möchte, muss nachweisen, dass er geimpft, genesen oder aktuell getestet ist (www.landtagenord.de).


 

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