Platz für sechs Kubikmeter Salz

Befüllen das Fahrzeug mit Streusalz: Peter Förste (links) und Davin Tingen. Foto: Verena Sieling

Wildeshausen – Während einige Bürger um 17 Uhr den Feierabend einläuten, fängt für sie die Arbeit erst an: die Autobahnmeisterei Wildeshausen in Vossberg. Die trägt seit 1. Januar einen neuen Namen und wurde von der „Die Autobahn“ GmbH übernommen (siehe Infobox). Die wichtige Aufgabe, die Autofahrer vor einer Schlitterpartie zu bewahren, ist aber geblieben.

Streueinsatz um 2 Uhr

Die ersten Schneeflocken fielen im Landkreis Mitte der Woche, „die Frage ist momentan nicht ob, sondern wann wir streuen“, sagt Leiter Horst Dietz. „In den letzten Tagen sind wir um 17 Uhr losgefahren.“ Dabei behalten die Mitarbeiter das Wetter rund um die Uhr im Blick: Droht es glatt zu werden, rücken sie aus. Die zweite Streuung folge meist um 2 Uhr. Drei Fahrzeuge fahren Richtung Ahlhorn, vier Richtung Bremen.

Insgesamt 60 Kilometer Strecke auf den Autobahnen 1, 28 und 29 fallen in die Zuständigkeit. Drei Autobahndreiecke gilt es dabei zu bedienen. Um dort alle Rampen zu bestreuen, müssen die Fahrzeuge wenden. Dafür muss die mehrere Kilometer entfernte Anschlussstelle angefahren werden – für die Mitarbeiter bedeutet dies Leerfahrten, „wir streuen die Strecken ja nicht direkt zweimal hintereinander“, erklärt Dietz.

35 Tonnen pro Einsatz

Ein weiteres Ärgernis kann aber durchaus verhindert werden: Autofahrer überholen auf der rechten Seite die maximal 45 Stundenkilometer fahrenden Streufahrzeuge. Straßenwärter Peter Förste und Auszubildender Davin Tingen haben dies auf ihren letzten Touren wieder erlebt. „Abstand halten und möglichst nicht überholen – zum eigenen Schutz“, bittet Dietz deshalb. Einerseits sei Streusalz schädlich für das Auto, andererseits könne es sein, dass die Fahrbahn vor dem Fahrzeug noch glatt sei. Hinzu komme fehlerhaftes Verhalten bei Glätte: „Häufig überschätzen sich Autofahrer“, kann Dietz aus Erfahrungen berichten – besonders dann, wenn die Temperaturen Richtung null Grad Celsius sinken.

Das größte Streufahrzeug fasst sechs Kubikmeter reines Streusalz, hinzu kommen etwa 2.000 Liter Sole – ein Salz-Wasser-Gemisch – in zusätzlichen Tanks. In den meisten Fällen werde das „FS30“ (Streusalz mit 30 Prozent Sole) auf die Fahrbahn gebracht. Das hafte bei Reifglätte besser auf der Fahrbahn, erklärt Dietz.

Dass der Autobahnmeisterei das Streusalz ausgeht, dürfte im Übrigen nicht so schnell passieren: Alle Fahrzeuge benötigten pro Einsatz 35 Tonnen, rund 1000 Tonnen würden noch in der Halle lagern.

Seit 1. Januar gehört die Autobahnmeisterei Wildeshausen – zuvor die Straßen- und Autobahnmeisterei, die zur Landesbehörde gehörte – zur GmbH des Bundes „Die Autobahn“. Ziel ist es, durch die Übernahme Ressourcen noch effektiver zu nutzen. Sieben Mitarbeiter sind zur Straßenmeisterei Delmenhorst in Urneburg (Ganderkesee) gewechselt. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind geblieben, darunter vier angehende Straßenwärter. Die Situation sei noch Neuland – erstmals sei beispielsweise eine Inventur nötig, sagt Autobahnmeisterei-Leiter Horst Dietz. Der Vorteil: „Jetzt können wir uns mehr auf die Autobahnen konzentrieren.“ Zur Außenstelle der GmbH in Oldenburg zählen neben Wildeshausen auch Leer, Varel und Oldenburg.


 

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