So sorgen die Organisatoren für Sicherheit beim Fasching um den Ring

Artikel vom 08.02.2024

Thorsten Konkel

Mit der „Welt des Poseidons“, einem riesigen Festwagen, holten„Die Adelheider“ beim letzten regulären Faschingsumzug 2020 den Sieg als schönster Umzugswagen. Bild: Thorsten Konkel

Wenn Zehntausende feiern, steht die Sicherheit ganz oben an: Was die Ganderkeseer Faschingsmacher tun, damit der Umzug ohne Unfälle verläuft. So streng sind die Sicherheitsbestimmungen diesmal. 

Ganderkesee - Rund 2500 Teilnehmer und zehntausende Gäste feiern am kommenden Samstag, 10. Februar, auf den Straßen Ganderkesees den Fasching um den Ring. Ganz zu alten Vor-Corona-Teilnehmerzahlen zurückkehren wird der Umzug im ersten Jahr der „Faschingsnormalität“ noch nicht, doch mit rund 70 Gruppen wird sich ein respektabler närrischer Tross durch den Ort winden – zu Fuß, mit Mottowagen, aber auch mit ganz großen motorisierten Festwagen.

Brände vermeiden

Wie es um die Sicherheit dieser Festwagen steht, hat die NWZ nach dem Brandunglück am vergangenen Wochenende beim Fasching in Kehl bei Umzugsleiter Olav Pietsch und seinem Stellvertreter Kevin Reinert erfragt. Sechs Menschen hatten bei dem Umzug in der südbadischen Stadt teils schwere Brandverletzungen erlitten. Auslöser war vermutlich eine Verpuffung auf einem der Umzugswagen gewesen.

2010 hatte es beim Fasching in Ganderkesee ein ähnliches Brandunglück gegeben: Ein Heizlüfter hatte damals die Dekoration eines Festwagens entzündet, zwei Menschen wurde schwer, drei weitere leicht verletzt. Daraufhin waren später die Teilnahmebestimmungen geändert und die Fahrzeugkontrollen drastisch verschärft worden. Seitdem hat es keinen solchen Unfall mehr gegeben.

Das soll auch so bleiben: „Die Sicherheit geht absolut vor“, beteuerte Pietsch. Schon bei der Anmeldung müssen Teilnehmer bestätigen, die umfangreichen Sicherheits- und Technikbestimmungen für ihre Umzugsgefährte gelesen und eingehalten zu haben. „Das beginnt bei der Brüstungshöhe der Geländer auf den Wagen, sodass niemand herunterfällt, geht weiter über genaue technische Bestimmungen und beinhaltet auch, dass Heizlüfter oder Gasflaschen verboten sind“, so der stellvertretende Umzugsleiter Reinert. Ganz wichtig sei auch, dass die mit Diesel betriebenen Stromgeneratoren auf den Wagen einen Abzug weit entfernt von allem Brennbaren haben.

Doppelte Kontrollen

„Damit alle Regularien auch wirklich umgesetzt werden, wird doppelt geprüft“, betont Reinert. Ein TÜV-Prüfer kontrolliere die Wagenbauer zunächst vor Ort in ihren Hallen und Werkstätten. Unmittelbar vor dem Umzug erfolge an der Strecke eine letzte Kontrolle durch Reinert und den TÜV-Prüfer. Für die Sicherung ihrer Wagen im Umzugsgetümmel müsse jedes Team zudem sechs Ordner stellen.

Nach dem 2021 pandemiebedingt ausgefallenen Umzug, sowie zweimaligem Sommerfasching (2022/23), verläuft der Umzug wieder auf der alt bewährten Umzugsstrecke, die auch wieder über den Steinacker führt.

Olav Pietsch: „Den engen Steinacker versuchen wir etwas zu entschärfen.“ Die Strecke werde erstmals „begittert“, damit kein Gefahrenpunkt entsteht.

Viele Sicherheitskräfte

Der Umzug startet am Samstag um 14 Uhr ganz traditionell im Kreuzungsbereich Bergedorfer Straße/Mühlenstraße und Ring. Dann geht’s über den Ring auf die Grüppenbührener Straße, dort über den Bahnübergang direkt zum Steinacker über den Hof des Schulzentrums zur „Alten Siedlung“, über den Habbrügger Weg auf die Lindenstraße und so zurück auf die Bergedorfer Straße.

Entlang der rund 3,4 Kilometer langen Route durch Gasnderkesee sorgen wie immer Feuerwehr, THW, DRK, Polizei und Sicherheitsdienst für Ordnung. „Dazu kommen noch 100 Personen der GGV, die als Ordner, Kassenkräfte und Helfer unterstützen sowie weitere knapp 70 Festausschussmitglieder“, sagt Pietsch.

Was beim Umzug wichtig ist

Für den Umzug gibt es keine Online-Tickets, das Eintrittsband gibt es nur gegen Bares an der Straße.

Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder bis sieben Jahre haben freien Eintritt.

Getränke dürfen zum Umzug mitgebracht werden. Die GGV bittet aber darum, auf Glasflaschen zu verzichten und PET-Flaschen oder Dosen zu kaufen.

Durch Glasscherben entstehen nämlich die meisten Verletzungen. Entlang der Umzugsstrecke stehen deshalb rund 100 grüne Tonnen, die nur für die Entsorgung von Glasflaschen gedacht sind.


 

Blaulicht-Ticker

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