Stets auf der Jagd nach Motiven

Auf der „Jagd nach Motiven“: Max Hunger fotografiert am liebsten Vögel mitten in der Natur. Foto: HARMS

GROßENKNETEN – Praktisch, wenn man das eigene Fotostudio im Garten hat. Max Hunger lebt in Sage-Haast mit vielen Pflanzen direkt vor der Haustür, einem kleinen Teich und ganz viel Natur. Und er liebt die Fotografie. Der 67-Jährige arbeitete früher als Lehrer, im Biologiestudium hat er die nötige Artenkenntnis erworben – und jetzt im Ruhestand lässt ihn die Natur nicht los. Seit zehn Jahren ist Max Hunger auch Kreisnaturschutzbeauftragter und im gesamten Landkreis unterwegs.

Erst seit zwei Jahren

So richtig angefangen hat der Rentner mit der Fotografie erst vor zwei Jahren. „Meine Lieblingsmotive sind Vögel, mit denen habe ich mich schon seit frühester Jugend beschäftigt“, sagt der 67-Jährige, während er mit wachem Blick in die Bäume hinaufschaut. Nur keine Gelegenheit verpassen. Er hat sich in einem Campingstuhl positioniert, seine Beine deckt er mit einer Decke in Tarnfarben ab, auch das lange Teleobjektiv hat einen Überzug im Camouflage-Muster. „Wenn ich im Wald bin, ziehe ich mir auch noch eine Mütze auf“, sagt er lachend und wuschelt sich durch die hellgrauen Haare, „sonst sieht mich ja jedes Tier sofort.“

So gut getarnt kommen die Tiere manchmal ganz „aus Versehen“ vor Hungers Linse. „Ein anderes Hobby ist die Jagd“, erzählt er, „dabei bieten sich immer wieder faszinierende Bilder.“ Er gibt zu: „Manchmal lenken die mich dann von meinem eigentlichen Tun ab – aber das macht dann in dem Moment nichts.“ Er muss lachen. Ende April habe er so einen Fuchs bei der Mäusejagd beobachten und aus 15 Metern Entfernung ablichten dürfen. Häufig jedoch benötige das erwünschte Bild vor allem eins: Geduld. Er sitze teilweise mehrere Stunden und warte. Sein Rückzugsort ist dann seine „Ferienwohnung“ – ein ausrangiertes Schiedsrichterhäuschen, das am Rande des Huntloser Moors platziert ist.

Neue Technik

Am schwierigsten seien Aufnahmen von fliegenden Vögeln, wie zum Beispiel dem Seeadler, der einem nicht den Gefallen täte, sich in kurzer Entfernung direkt vor der Linse zu platzieren. „Da bedarf es schon einer gehörigen Portion Glück und natürlich einer guten Kamera mit entsprechendem Teleobjektiv, um gute Bilder zu erzielen”, sagt Max Hunger.

Durch die neue Digitaltechnik könne man Zuhause am PC ja gleich das Ergebnis sehen. „Es ist sehr spannend, dann  herauszufinden, ob  zum Beispiel alle Phasen der Futterübergabe in der Luft bei der Wiesenweihe abgelichtet werden konnten oder die Rupfung der Beute des Baumfalken.“

Hat er einen Lieblingsvogel? „Ich mag Steinkäuze sehr. Und ich habe mir immer gewünscht, dass mal ein Pärchen des Grauschnäppers bei mir Zuhause nistet. Ich habe viel versucht, die Nistkästen immer wieder umgehängt. Und in diesem Jahr hat es endlich geklappt, ein Pärchen hat in unserem Garten vier Junge aufgezogen“, berichtet er stolz.

Viele   Vogelarten

Mittlerweile hat Max Hunger fast 100 verschiedene Vogelarten abgelichtet. Aber auch Libellen, Schmetterlinge, Frösche, Mäuse und allerhand andere Tiere sind zu finden. Die Fotos zeigt er  gern einem größeren Publikum, beispielsweise auf Hegeringversammlungen, in Vorträgen für die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) oder bei Seniorennachmittagen.

Engagiert ist Hunger auch im Fuhrenkamp-Schutzverein (Ganderkesee), dem er für die Webseite  immer wieder seine Fotografien zur Verfügung stellt. „Hier geht es vor allem um Aufklärung“, so Hunger. Denn heutzutage wüssten viele Menschen viel zu wenig über Tiere und Pflanzen.


 

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