Transplantation soll Bosse retten

In den Klassenraum seiner Grundschule wird Bosse elektronisch zugeschaltet. Jana Baramsky (von links) und Philip Meiners sowie Bosses Mutter Talke Härtel, Bruder Fiete und Sebastian Groppe hoffen, dass Bosse gesund wird. Foto: Thorsten Konkel

Ganderkesee – Von der elektronischen Tafel seines Klassenraums aus blickt Bosse wie jedes fröhliche Kind seines Alters. Doch für den übers Internet an die Grundschule Lange Straße zugeschalteten Achtjährigen ist das Leben bislang immer ein Kampf gewesen. Der junge Ganderkeseer leidet an einer seltenen, unheilbaren Krankheit, der „Pulmonalen Hypertonie“. Festgestellt wurde die Erkrankung, bei der die Blutgefäße der Lunge verengt sind, Herz und Lunge darum dauerhaft auf Volllast laufen, als Bosse zehn Monate alt war. Die Krankheit ist weit fortgeschritten. Nur eine rasche Lungentransplantation kann sein Leben jetzt noch retten. Bosse steht deshalb seit Kurzem auf einer Warteliste bei Eurotransplant.

„Der Anruf kann jederzeit kommen“, hofft seine Mutter Talke Härtel. „Damit er danach wieder zuhause bei seiner Familie leben kann, sind umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich“, erklärt Sebastian Groppe, Vater eines von Bosses Klassenkameraden und Organisator einer Spendenaktion zugunsten der Familie. Bis vor wenigen Monaten konnte Bosse mithilfe einer Sauerstofflangzeittherapie und Medikamenten noch ein verhältnismäßig normales Leben führen. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie nahm der Zweitklässler auch ganz normal am Schulunterricht teil. Dabei half ihm eine Intensiv-Pflegekraft.

Homeschooling auf Dauer

Wie seine Mitschüler ging es für ihn wegen Corona 2020 ins Homeschooling. Von dort ist der Junge nicht wieder zurückgekehrt. In den letzten Monaten verschlechterte sich sein Zustand so sehr, dass Bosses einzige Überlebenschance nun das Spenderorgan ist.

Soziale Interaktion

Jetzt schalten Bosses Klassenlehrkräfte Jana Baramsky und Philip Meiners ihn regelmäßig übers IPad in die Klasse hinzu. „Es geht ja nicht nur ums Lernen, sondern auch um die soziale Interaktion“, sagt Meiners. Auch bei einer erfolgreichen Operation heißt es weiter bangen. Denn damit der Körper des Achtjährigen die neue Lunge nicht abstößt, muss sein Immunsystem lebenslang mit Medikamenten unterdrückt werden. Alle Bakterien, Viren, Pilze und Mikroorganismen könnten sich lebensbedrohlich auswirken. „Bosses Zuhause muss nach Vorgaben der Transplantationsklinik so keimfrei wie möglich gestaltet werden“, erläutert Sebastian Groppe.

Finanzielle Mittel

Um Keimquellen, darunter Bodenbeläge, Gardinen, Polstermöbel und sogar Waschmaschine, Kühlschrank, Bad- oder Kücheneinrichtung auszutauschen, bedarf es finanzieller Mittel, die das Budget der Familie übersteigen. Auch die Krankenkassenzuschüsse reichen nicht aus. Über den Verein Pulmonale Hypertonie hat Groppe jetzt eine Hilfsaktion auf dem Spendenportal Betterplace.org gestartet.

Vorhaben mitfinanzieren

Denn die fünfköpfige Familie muss auch Verdienstausfälle der Eltern durch ihre Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte mit Bosse ausgleichen. Um genau zu sehen, wobei sie helfen können, erhalten Spender Gelegenheit, bestimmte Vorhaben mitzufinanzieren – vom Kinderzimmerumbau bis zur Waschmaschine. Doch nicht nur Geld wird benötigt. Wer anderweitig helfen will, meldet sich unter der E-Mail: hilfefuerbosse@gmail.com.


Mehr Infos gibt es online unter www.tinyurl.com/Bossehilfe


 

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