Umfassende Reformen gefordert

Die Johanniter-Unfall-Hilfe würdigt am Tag der Pflege die Arbeit der Mitarbeitenden in den ambulanten Diensten, den Tagespflegen und Wohngemeinschaften für demenziell Erkrankte. Foto: Christina Opeldus/Johanniter

Berlin. An diesem Dienstag (12. Mai) wird weltweit der Internationaler Tag der Pflegenden gefeiert. In diesem Jahr ist es ein ganz besonderes Datum, denn gleichzeitig wird der 200. Geburtstag von Florence Nightingale begangen, die als Pionierin der Krankenpflege gilt. Und das diesjährige Motto des 12. Mai – „Die Welt GESUND pflegen“ – treffe auf eine weltweite Lage, in der alle Gesundheitssysteme dramatische Belastungsproben zu bewältigen haben, unterstreicht der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) mit Sitz in Berlin anlässlich des „Tages der Pflegenden".

Der Applaus sei verklungen, einige PflegerInnen bekämen Geld auf die Hand, alle kehrten wieder in die Normalität zurück – und das sei es dann gewesen, fragt der Berufsverband rhetorisch. Der DBfK fordert aus Anlass des diesjährigen Internationalen Tags der Pflegenden grundsätzliche und umfassende Reformen für die Arbeit in den Pflegeberufen.

„Die Krise hat auf dramatische Weise Werte und Prioritäten verändert, die Schwachstellen im deutschen Gesundheitswesen offengelegt. Und gleichzeitig klargestellt, welch immense Bedeutung die Pflegeberufe in diesem System tatsächlich haben. Eine schlichte Rückkehr zum früheren ‚Normalzustand‘ wird es danach nicht mehr geben können“, fordert DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. „Die jetzt als systemrelevant gelobten professionell Pflegenden werden sich nicht länger mit prekären Arbeitsverträgen, mäßigen Arbeitsbedingungen, chronischer Überlastung, unterdurchschnittlicher Vergütung und grundsätzlichen Entscheidungen ohne ihre Beteiligung zufriedengeben. Ganz im Gegenteil: Sie können mit Stolz und Selbstbewusstsein auf ihre Leistung – nicht nur während der Pandemie – blicken und mit großer Selbstverständlichkeit einen respektvollen Umgang erwarten“, so die DBfK-Präsidentin weiter. Wenn das Jahr der Pflegenden 2020 eines bestätigt hätte, dann sei es die gemeinsame Forderung der Weltgesundheitsorganisation, des International Council of Nurses und des DBfK nach einem anderen Blick auf und spürbaren Investitionen in Pflege.


 

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