Von der Hunte in die Unterwasserwelt

Artikel vom 08.08.2022

Tim Rosenau

Die Unterwasserwelt erforschen: der Beruf von Dr. Theresa Rüger. Bild: privat

 

Die ehemalige Wildeshauserin Dr. Theresa Rüger arbeitet mittlerweile als Juniorprofessorin an der Newcastle University in Großbritannien. Ihr Themengebiet ist die Meeresbiologie.

An malerischen Urlaubsorten wie Papua-Neuguinea oder Jamaika arbeiten: Für die ehemalige Wildeshauserin Dr. Theresa Rüger gehört dies zum Beruf, denn die 35-Jährige ist studierte Meeresbiologin. Derzeit ist sie als Juniorprofessorin an der Newcastle University in Großbritannien angestellt und leitet dort eine Arbeitsgruppe, die sich vor allem mit den Sozialsystemen und der Reproduktion von Korallenrifffischen beschäftigt. Sie wohnt in Newcastle gemeinsam mit ihrem Freund aus Neuseeland in einer Wohnung am Strand. Ihre neueste Studie wurde im Juli veröffentlicht.

Für ihre Arbeit ist sie aber nicht nur im Vereinigten Königreich, sondern taucht in den Meeren vor Papua-Neuguinea. „Ich versuche möglichst viel Zeit mit den Organismen in ihren natürlichen Lebensräumen zu verbringen und nicht nur im Labor“, sagt Rüger.

Nachdem sie an der James Cook University (JCU) in Melbourne (Australien) ihre Doktorarbeit verfasst hatte, forschte sie an den Korallenriffen des Pazifiks. Am bekannten Great Barrier Reef (Australien) oder an der Küste Jamaikas begutachtete sie die Unterwasserwelt und deren Bewohner. „Durch meine Arbeit kann ich die schönsten Plätze der Welt sehen.“

Der Weg ins Meer

Der Startpunkt ihrer Reise war Wildeshausen: 2006 machte Theresa Rüger ihr Abitur am Gymnasium und begann im darauffolgenden Jahr ihr Bachelorstudium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Bevor sie ihr Studium begann, standen Reisen auf dem Plan: Sie startete eine Backpack-Tour durch Afrika, Australien und Südamerika.

„Meinen Bachelor habe ich in Biologie gemacht, konnte dort aber erste Erfahrungen in der Meeresbiologie sammeln“, erzählt sie. Am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung bekam sie erste Einblicke in ihr zukünftiges Fachgebiet. 2011 begann ihr Masterstudium in Melbourne. Dort bezogen sich ihre ersten Forschungen vornehmlich auf Plankton. In Jamaika lernte sie im Zuge ihres Studiums Tauchen und fand ihre Passion: das Leben der Fische.

Nach ihrem Abschluss blieb sie an der JCU und schrieb ihre Dissertation. „Zwischendurch bin ich auch abseits der Arbeit gereist.“ Unter anderem fuhr Theresa Rüger auf einem Motorrad durch Russland. Außerdem forschte sie zwei Jahre an der Boston University an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika. Dank eines Stipendiums, dem Marie-Curie-Scholarship, forschte sie bereits im Zuge ihrer Doktorarbeit an Korallenriffen und den dort heimischen Lebewesen. Ihre erste Arbeitsstelle war als Beraterin für größere Firmen in Australien.

Arbeit als Juniorprofessorin

Dann startete sie ihre Laufbahn in Newcastle, ihr Aufgabenbereich ist aber nicht nur das Meer: „Ich lehre an der Uni und helfe dort Doktoranden, versuche aber auch so viel wie möglich im Feld zu arbeiten. Es sind mehrere Jobs in einem.“

So sei sie nicht nur Forscherin, sondern auch Lehrerin und Mentorin. Dass die Arbeit auch viel mit Papierkram zu tun hat, hatte die Meeresbiologin nicht erwartet: „Es ist ein Abenteuer – so habe ich mir das auch vorgestellt. Aber das Schreiben von Ausarbeitungen, das Designen von Präsentationen und der Kontakt mit anderen gehört eben auch dazu.“ Dr. Rüger präsentiert ihre Forschungsergebnisse nämlich auch für Interessierte ohne wissenschaftlichen Hintergrund. „Ich versuche das Ganze verständlich zu machen.“


 

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