Warum Camping auch bei Nieselregen schön ist

Artikel vom 11.01.2022

Antje Rickmeier

Sabrina Bartke (von links), Jennifer und Marc Bartke sowie Henrike Olling verbrachten die Tage rund um den Jahreswechsel am Falkensteinsee. Bild: Antje Rickmeier

Große Partys waren am Silvesterabend nicht möglich. Trotzdem gab es in der Gemeinde Ganderkesee einen Ort, an dem der Jahreswechsel zu etwas Besonderem wurde.

Als die drei Familien aus Cloppenburg am Falkensteinsee ankamen, fiel Nieselregen. Trotz des ungemütlichen Wetters freuten sich die Besucher auf den Jahreswechsel auf dem Campingplatz. Cloppenburg sei nur eine Dreiviertelstunde entfernt, trotzdem sei man ganz woanders, meinte die 35-jährige Jennifer Bartke: „Man schaut auf den See und denkt an nichts.“

Von Donnerstag bis Sonntag dauerte der Kurzurlaub in Steinkimmen. Eine der drei verwandten und befreundeten Familien hatte ein großes Vorzelt vor dem Wohnmobil aufgebaut. „Da kann man es sich trotzdem gemütlich machen“, meinte Jennifer Bartke mit Blick aufs Wetter. Und wenn es im Wohnmobil zu eng werde, könne man eine Runde mit dem Hund gehen. Die Familien hatten drei Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren und auch drei Hude dabei. „Alle sind glücklich.“

Den Grill dabei

Soweit es das Wetter zuließ, fand das Leben im Freien statt. Am Silvesterabend wollten die Familien die Feuerstelle auf dem Campingplatz nutzen und in einem großen gusseisernen Topf für alle kochen. Auch den Grill hatten die Cloppenburger dabei. Die Familien haben bereits viele Plätzte besucht und sind campingerfahren: „Wir kennen es schon von unseren Eltern“, berichtete die 34-jährige Henrike Olling. Am Falkensteinsee seien alle supernett.

Auch Christa und Andreas Meyer tauschten ihr Zuhause in Elmeloh über den Jahreswechsel gegen das Wohnmobil. Am Falkensteinsee verbrachten sie drei Tage mit einem befreundeten Ehepaar aus Bremen. „Wir hatten Sehnsucht nach Veränderung, sind aber nicht risikobereit genug, um ins Ausland zu fahren“, sagte Andreas Meyer. „Das Wetter hätte schöner sein können“, meinte der 66-Jährige. „Aber das ist immer so beim Camping.“

Camper aus Elmeloh

Die Meyers haben ihre Begeisterung fürs Reisen mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil schon lange vor dem Camping-Boom in der Corona-Pandemie entdeckt. „Wir sind Ur-Camper.“ Da ihr Wohnmobil nicht besonders viel Platz bietet, ist eine gute Infrastruktur wichtig. Der Campingplatz am Falkensteinsee habe nicht umsonst vier Sterne, sagte Christa Meyer. Es gebe schöne neue Duschhäuser. Dass das Restaurant Seehuus über Silvester und Neujahr geschlossen hatte, störte die Camper nicht: „Wir sind Selbstversorger und haben unseren Grill dabei“, sagte Christa Meyer. Außerdem sei mit den Freunden abgesprochen worden, wer was mitbringe.

Rund 90 Stellplätze wurden nach Angaben von Campingplatz-Betreiberin Rieke Meiners über Silvester und Neujahr gebucht. „Für viele ist es schön, dass sie rauskommen können.“ Besonders Familien würden es genießen, dass sie Spaziergänge machen und den Spielplatz nutzen könnten. Vor einem Jahr war das nicht möglich: Der Campingplatz sei wegen des Lockdowns geschlossen gewesen, sagte Rieke Meiners.

Rasen aufgeweicht

Wegen des Frosts vor Weihnachten und des vielen Regens danach sei der Rasen allerdings aufgeweicht. „Wir halten einen Radlader bereit, falls wir jemanden rausschieben müssen.“ Auch etwa ein Drittel der Stelzenhäuser und Fässer seien über den Jahreswechsel belegt gewesen.

Die Gäste kamen laut Rieke Meiners aus allen Teilen Deutschlands. Doch wegen der Corona-Pandemie seien deutlich weniger Camper aus dem Ausland zu Gast, die sonst auf der Durchreise häufig am Falkensteinsee Station gemacht hätten.


 

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