Wenn alte Traktoren zum Fotoshooting rollen

Artikel vom 15.01.2024

Peter Kratzmann  

Gruppenbild mit alten Traktoren: Die Treckerfreunde Wöschenland trafen sich zum Fotoshooting in Oberhausen. Bild: Peter Kratzmann 

Es muss einen guten Grund geben, wenn sich die Treckerfreunde Wöschenland an einem nasskalten Morgen treffen: Fotos von ihren liebevoll gepflegten Traktoren sollen in einer bekannten Zeitschrift erscheinen.

Oberhausen - Peter Schroeter aus Wüsting lenkte seinen Oldtimer-Traktor der Marke „Normag“ von der Holler Landstraße vorsichtig auf den Hof von Rainer Punke in Oberhausen. Das war auch notwendig, denn vor ihm waren schon einige Mitglieder der Treckerfreunde Wöschenland mit ihren alten Landmaschinen eingetroffen. Fotograf Stephan Lindloff aus Wildeshausen versuchte, die alten Trecker in Reih und Glied für ein großes Gruppenbild aufzustellen. Kein leichtes Unterfangen angesichts von 22 Fahrzeugen, die alle bestens optisch herausgestellt werden sollten.

Warum Fotosession mit alten Traktoren ?

„Das ist heute schon ein aufregender Tag für uns“, sagte der Vorsitzende Heiko Janßen und blickte in die Runde. Immer wieder war er an diesem Samstagvormittag Ansprechpartner und Vereinschef zugleich. Aber warum diese Aufregung und der Auflauf der Vereinsmitglieder an einem nasskalten Morgen? Die Treckerfreunde tun alles, wenn es darum geht, alte Landmaschinentechnik vorzustellen. Umso mehr, wenn am Ende das ganze Dorf im Mittelpunkt steht. „Ein Anruf bei mir brachte alles in Gang. Es gab eine Anfrage von Herrn Lindloff, ob es denkbar wäre, eine Dorfgeschichte über unseren Verein, aber auch das ganze Dorf zu machen. Den optischen Aufhänger sollten wir mit unseren Oldtimern machen“, berichtete der Vorsitzende.

Was soll in der Dorfgeschichte stehen ?

Tatsächlich ist geplant, für den „Oldtimer-Markt“ – Europas größte Zeitschrift für klassische Autos, Motorräder und auch für alte Landmaschinen – in der Reihe „Dorfgeschichten“ eine sechsseitige Heimat- und Oldtimergeschichte zu veröffentlichen. Fotograf Stephan Lindloff, der in der Auto- und Fahrzeugwelt zu Hause ist und früher von Rennstrecken berichtet hat, hatte sich deshalb zur Fotosession auf dem Hof in Oberhausen in der Gemeinde Hude angemeldet. „Hier geht es jetzt um ein schönes Gesamtbild mit den alten Traktoren und Einzelfotos“, erklärte Lindloff. Heiko Janßen: „Danach fahren wir zur Hunte und zur Deichschäferei Holle, später auch noch zur Holler Kirche.“ Abschließend gebe es auf dem Hof zur Stärkung noch Bratwurst und Getränke.

In den nächsten Tagen erwarten die Treckerfreunde einen Redakteur, der sich einen Tag lang über die Vereinsgeschichte, aber auch über das dörfliche Leben informieren will. Dazu gehört auch die Geschichte um das Vereinslokal. Ursprünglich waren die Treckerfreunde in der Gaststätte „Zur Krone“ an der Holler Landstraße beheimatet. Mittlerweile ist ihr Vereinslokal bei „Buchholz“ in Grummersort zu finden. Dort starten auch die Ausfahrten, etwa bei der Lichterfahrt und Besuchen befreundeter Vereine.

Was macht die Liebe zu den Oldies aus ?

Auf dem Hof in Oberhausen hatte Normag-Besitzer Peter Schroeter inzwischen seinen alten Schlepper passend am Rande der aufgereihten Traktoren abgestellt. Gleich neben dem Vorsitzendem Janßen, der mit seinem Fendt „Dieselross“ F 25 dabei war. Was die Liebe zu ihren Oldies ausmachte, schilderte Schroeter anhand seines eigenen Traktors in Bestzustand. Um seinen Normag, Baujahr 1938, rankt sich eine bewegte Geschichte: Lange Zeit stand der 22-PS-Schlepper mit der Fahrzeugnummer 698 in einer Scheune in Sandkrug. Der Vorbesitzer hatte viel Arbeit und Zeit in die Aufarbeitung gesteckt. Als auch das letzte Ersatzteil eingebaut war, fehlte nur noch die farbliche Auffrischung des Oldies. Wie Schroeter berichtete, war es kalt, sodass die Farbe aufgewärmt werden musste. Als dann das Telefon klingelte, war es auch schon passiert: Alles stand lichterloh in Flammen. „Die ganze Arbeit war damit umsonst“, berichtete Schroeter. „Ich habe dann den Traktor erworben und selber noch einmal aufwendig restauriert.“ Heute fahre er den ältesten intakten Traktor im Verein.

So oder so ähnlich hören sich die Geschichten rund um die alten Traktoren der Marken Deutz, Hanomag und anderer Hersteller an. All das soll nun in der „Dorfgeschichte“ über die Treckerfreunde Wöschenland und andere Vereine und Menschen zusammengefasst werden. „Für uns ist das eine einmalige Gelegenheit, ein Stück unserer Vereinsgeschichte und -arbeit aufzuarbeiten und gleichzeitig auch etwas für das Dorf zu tun“, fasste es Vereinschef Heiko Janßen zusammen. Doch bis das alles zu lesen ist, wird es wohl noch eine Weile dauern – die Vorfreude ist aber schon jetzt riesig.


 

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