Werden öffentliche Gebäude im Winter noch beheizt?

Artikel vom 14.07.2022

Thorsten Konkel

Temperatur runter, sonst wird’s teuer: Beherzt an Heizkörperthermostaten zu drehen, gehört zu den einfach umsetzbaren Maßnahmen in der Gaskrise. Doch was ist, wenn in Ganderkesee im Winter überhaupt kein Gas mehr durch das Versorgungsnetz strömt? Bild: Thorsten Konkel

GANDERKESEE Wo könnten sich Bürgerinnen und Bürger in Ganderkesee im Winter aufwärmen, wenn infolge einer sich zuspitzenden Gaskrise Wohnungen nicht mehr beheizt werden? Welche Energiesparmaßnahmen hat sich die Verwaltung schon überlegt? Viele Fragen zur Versorgungssicherheit stellt die Ganderkeseer SPD-Fraktion jetzt der Verwaltung, nachdem der Städte- und Gemeindebund vor dem Hintergrund eines drohenden russischen Gasembargos Kommunen zum Energiesparen ermahnt hat.

Furcht vorm Winter

Verteilungskämpfe drohen dann nämlich, wenn Russland den Gashahn nach der Wartung der Pipeline „Nord Stream 1“ nicht wieder öffnet. Die Furcht vor einem entbehrungsreichen Winter ist längst auch in der Gemeinde Ganderkesee angekommen – sowohl bei der Politik als auch bei der Verwaltung.

Heizen mit Gas oder Öl? Die SPD-Fraktion fordert nun unter anderem Aufklärung darüber, welche Energieträger zur Beheizung von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Jugendzentren, Volkshochschule, Sporthallen, Bücherei oder Außenstellen genutzt werden und wie hoch die Verbräuche sind. 

SPD: Bürger informieren

Auch über Vorbereitungen für einen möglichen Notbetrieb oder Schließungen von Einrichtungen soll das Rathaus rasch öffentlich informieren, damit sich die Bevölkerung darauf einstellen kann. Dazu Fraktionschef Ulf Moritz: „Eine Antwort in der öffentlichen Gemeinderatssitzung, auch wenn sie noch nicht vollständig sein kann und nur das Vorgehen der Verwaltung beschreibt, kann dazu der erste Schritt sein.“

Dass längst geprüft werde, welche Maßnahmen im Falle einer akuten Gasknappheit am besten geeignet wären, hatte das Ganderkeseer Rathaus auf Nachfrage dieser Zeitung bereits erklärt. Dazu gehöre es auch, Energieverbräuche gemeindeeigener Liegenschafte mit Blick auf kurzfristige Einsparpotenziale zu betrachten.

Bemühungen, möglichst viel Energie einzusparen, würden zudem seit vielen Jahren konsequent verfolgt, betont Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Dies auch im Bereich der energetischen Sanierung von kommunalen Gebäuden, aber auch bei der Straßenbeleuchtung. Sollten konkrete Schritte veranlasst werden müssen, die deutlich darüber hinausgehen, würden diese umgehend kommuniziert, so das Versprechen der Gemeinde.

Wie schlimm es wird

Noch sei aber kaum eine Aussage darüber zu treffen, an welcher Stelle zuerst gespart werden müsste. Klarheit – und sicher auch Rechtssicherheit – könnten bundes- bzw. landesweit einheitliche Richtlinien geben. Entsprechende Vorgaben, an denen sich dann jede Kommune zu orientieren hätte, erwartet die Ganderkeseer Verwaltung für den Krisenfall deshalb auch von Bund oder Land.

EIN STÜCK WEIT UNABHÄNGIG

In Freibad und Sauna hat sich die Verwaltung in Sachen Energieversorgung schon lange vor Gas-Embargo-Ängsten infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine in Richtung Unabhängigkeit bewegt.

Soweit wie möglich wurden das Freibad sowie auch das neue Kursbecken auf regenerative Energien (Biogas/Fernwärme) umgestellt, sie sind also unabhängiger von russischem Gas.

Die einzelnen Becken des Freibades sind zudem separat beheizbar. Im Saunahuus sind sämtliche Öfen von Gas- auf Elektrobetrieb umgerüstet. Ein Teil des Strombedarfs wird über die gerade erst erweiterte PV-Anlage gedeckt.


 

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