Wie Yoda, Rosi und Co. Verantwortung lehren

Artikel vom 04.05.2022

Karoline Schulz

Sind begeistert von ihren Miethühnern: die Mädchen und Jungen des Kindergartens Birkenhof mit ihren Erzieherinnen Susanne Bradler (hinten, rechts) und Karin Niemann sowie Praktikant Sören Ahrens.  Bild: Karoline Schulz

Verantwortung und ein Bewusstsein für die Herkunft von Lebensmitteln bekommen Mädchen und Jungen aus dem Ganderkeseer Kindergarten Birkenhof auf besondere Weise vermittelt: mit Hilfe von Miethühnern.

„Yoda hat ein Ei gelegt!“, schallt es aus einem kleinen Freigehege im weitläufigen Garten des Kindergartens Birkenhof. Die Mitteilung sorgt für allgemeine Begeisterung bei den 20 Mädchen und Jungen, die dort umherwuseln. Einen Dämpfer erhält diese dann, als sich Yoda nicht streicheln lassen möchte, sondern lieber im Schatten ein Mittagsschläfchen hält.

Es sind nicht etwa die Jedi aus dem Star-Wars-Universum, die vor einigen Tagen in der kleinen Ganderkeseer Kita im Industriepark eingezogen sind, sondern Hühner – Miethühner, um ganz genau zu sein. Henne Yoda und ihre Kolleginnen Rosi, Schneeflöckchen, Cookie und Brownie können von Kindergärten, Senioreneinrichtungen und auch von Privatpersonen angefordert werden, die sich als Hühnerhalter auf Zeit betätigen möchten.

Leibspeise: Nudeln

Alles, was sie tagtäglich benötigen, bringen die fünf mit: ein wetterfestes Häuschen, einen Zaun und jede Menge Körnerfutter. Nur eine Wiese müssen die Mieter stellen. Und zusätzliche Leckerbissen dürfen sie den gefiederten Damen auch reichen – was genau erlaubt ist, steht in einem kleinen Handbuch, das ihr Eigentümer, ein Anbieter aus Achim, immer mitgibt, wenn er die Miethühner an einen neuen Ort bringt.

Und so liegen im Garten des Kindergartens Birkenhof nun auch allerlei Karotten und Salatblätter, die eigens für die Hennen von zu Hause mitgebracht wurden. „Wir haben ihnen auch gekochte Nudeln gegeben“, erzählt der sechsjährige Tammo. „Da sind sie mit Vollgas losgerannt!“

Insgesamt 14 Tage bleiben die Miethühner in Ganderkesee. Doch bereits nach den ersten Tagen kennen sich die Kinder gut mit den Tieren und ihren Bedürfnissen aus. „Weißt Du, woran man die Farbe der Eier erkennt?“, fragt Jarno. Die Antwort gibt der Fünfjährige sogleich selbst: „An den Ohren.“

Aber nicht nur das spezifische Wissen rund ums Huhn ist es, was die Kinder von Yoda, Rosi und Co. lernen können. „Sie sind in jeder Hinsicht eine Bereicherung“, sagt Kita-Leiterin Susanne Bradler. So würden auch Aspekte wie die Bedeutung der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion thematisiert und das Verantwortungsbewusstsein der Mächen und Jungen werde geschult.

Pflichten aufgeteilt

Susanne Bradler, ihre Kollegin Karin Niemann und Praktikant Sören Ahrens haben zusammen mit den Kindern festgelegt, wer wann welche Aufgabe übernimmt. Aufgeteilt wurde beispielsweise die Reinigung von Stall und Gehege, das Füttern und das Einsammeln der Eier. Was mit Letzteren passiert, wird ebenfalls im Plenum entschieden. Als erste Optionen sei bereits über Pfannkuchen und ein gesundes Frühstück gesprochen worden, berichtet Bradler.

Noch bis Ende kommender Woche werden Yoda, Brownie, Cookie, Schneeflöckchen und Roso im Kindergarten für Nachschub an frischen Eiern sorgen. Dass sie das tun, ist einer Spende von Eltern zu verdanken. Sofern es sich finanziell ermöglichen lässt, sollen auch im nächsten Kita-Jahr wieder Miethühner im Birkenhof-Garten scharren.


 

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