Wirtschaftpreis an Gastronomen

Artikel vom 17.09.2021

Mit der Aktion „Essen ist fertig“ haben Nicolle und Frank Stauga im Corona-Lockdown nicht nur kostenlose Mahlzeiten verteilt, sondern auch noch Spenden für die Wildeshauser Tafel (links der Vorsitzende Gerd Aring) gesammelt. Unter anderem dafür erhielt das Gastronomen-Paar den Wirtschaftspreis.   BILD: SIELING

WILDESHAUSEN – Kein Starauftritt und kaum Ehrengäste: Die Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen musste – wie so viele andere Organisationen und Vereine – ihre Jahreshauptversammlung der Pandemie anpassen.
Aber ihr gelang etwas, was nicht alle schafften: Trotz Corona klafft keine Lücke in den alljährlichen Versammlungen – und damit auch nicht in der Riege der alljährlichen Wirtschaftspreisträger. Nachdem im Vorjahr noch kurz vor dem Lockdown die Firma B&F Metallbau die Auszeichnung erhalten hatte, wurde die Veranstaltung 2021 um ein halbes Jahr verschoben – und nun konnte das Gastronomen-Ehepaar Frank und Nicolle Stauga in der Scheune von Gut Altona den 18. Wildeshauser Wirtschaftspreis entgegennehmen.

Laudatio in Reimen

„Herzlichen Dank, Nicolle und Frank“, rief der Laudator Hans-Werner Aschoff den Betreibern des Alten Amtshauses in Wildeshausen zu. Der langjährige Wirtschaftsförderer des Landkreises, der zur Jury gehörte, die den Preis vergibt, lebte einmal mehr sein poetisches Talent aus und trug die Lobrede auf die Preisträger in Reimen vor. „Hier wird ein jeder gut bedient, den Wirtschaftspreis habt Ihr verdient“, sagte er.
Verdient haben sich Nicolle und Frank Stauga die Auszeichnung insbesondere mit ihrem Engagement während der Pandemie. Als sie ihr Restaurant während des Lockdowns schließen mussten, haben sie kostenlos Mahlzeiten zubereitet und ausgegeben. „Essen ist fertig“, hieß die Aktion, bei der nebenbei auch noch mehr als 4000 Euro an Spenden für die Wildeshauser Tafel zusammenkamen. „Wenn ein Gasthaus schließen muss, sind Waren dort im Überfluss“, wusste auch Hans-Werner Aschoff. Aus diesen Zutaten und weiteren Lebensmittel-Spenden zauberten Staugas täglich bis zu 120 Menüs, die sie beim Amtshaus verteilten oder mit Hilfe ehrenamtlicher Fahrer auch an Bedürftige auslieferten.
Aber auch vorher schon hatte sich Frank Stauga mit Unterstützung seiner Frau als rühriger Unternehmer erwiesen. Er organisierte den Wildeshauser Weihnachtsmarkt neu und baute selbst die hölzernen Hütten dafür, er initiierte den Gänsemarkt und die Veranstaltung Genuss am Fluss, wie Aschoff hervorhob. Zudem erwarb das Ehepaar weitere Gasthäuser in Verden und Rechterfeld. „Verdient man hier mal schlechter Geld, hat man ja noch Rechterfeld“, reimte dazu der Laudator.

Besuch folgt

Zur Jury gehörten neben Aschoff dessen Nachfolgerin als Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Christine Gronemeyer, Björn Schäper von der Industrie- und Handelskammer sowie Joachim Hagedorn von der Handwerkskammer, Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski sowie von der  MIT Ingo Hermes, Petra Dekker und Stefan Schlierbach. MIT-Vorsitzender  Hermes freute sich, dass es bei den Preisträgern keine Lücke gab. Nur den traditionellen Firmenbesuch habe man beim letztjährigen Gewinner  nicht vornehmen können. Das dürfte indes bei Nicolle und Frank Stauga kein Problem sein.


 

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