Ausstellung in Oldenburg zeigt Hilfsmittel für mehr Selbstbestimmung

Artikel vom 21.06.2022

Wolfgang Alexander Meyer

Haben eine Ausstellung rund um das Thema „Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen“ auf die Beine gestellt (von links): Hildegard Stukenborg und Elke Braune (beide vom Regionalverein Oldenburg Blinden- und Sehbehindertenverband). Bild: Wolfgang Alexander Meyer

Blinde und sehbehinderte Menschen müssen ihren Alltag in besonderer Weise organisieren. Dabei können viele Hilfsmittel, die auf einer Ausstellung in Oldenburg gezeigt werden, sehr nützlich sein.

Es sind oft einfache Dinge, die den Alltag von blinden oder sehbehinderten Menschen enorm erleichtern können. „Das fängt bei einer sprechenden Uhr oder einer Lupe an. Es gibt aber auch komplexere Hilfsmittel wie leicht zu bedienende CD-Player oder Bildschirm-Lesegeräte“, berichtet Hildegard Stukenborg, Vorsitzende des Regionalvereins Oldenburg vom Blinden und Sehbehindertenverband Niedersachsen. Als betroffene Person müsse man aber wissen, dass es solche Hilfsmittel gibt, um von ihnen profitieren zu können.

Vorträge und Workshops

„Deshalb haben wir eine große Ausstellung organisiert. Wir wollen zeigen, welche Hilfsmittel es gibt und haben parallel dazu auch verschiedene Vorträge und Workshops angesetzt. Dabei geht es um die Hilfsmittel selbst, aber auch um andere gesundheitliche Themen, die für Blinde und Sehbehinderte von Interesse sind“, sagt Elke Braune, die an der Organisation der Ausstellung maßgeblich beteiligt war und selbst erst vor drei Jahren erblindet ist.

Aktuell seien es vor allem digitale Neuigkeiten, die den Markt erobern. So wie verschiedene Vergrößerungsgeräte, die mit Kamerasystemen arbeiten, um zu klein gedruckte Texte lesbar oder in anderen Farbkontrasten (z.B. blau/gelb) darzustellen.

Neu sei auch ein Navigations-Gürtel, der Menschen mit Sehschwäche, in Kombination mit dem Langstock, nicht nur sprichwörtlich neue Wege eröffnet. Beliebt seien darüber hinaus auch Spiele, von denen es mittlerweile immer mehr gibt.

Dass die Veranstaltung lange überfällig ist, darin sind sich die beiden Frauen einig: „Wegen der Corona-Pandemie ist es Jahre her, dass es in der Region eine vergleichbare Ausstellung gegeben hat. Mittlerweile gibt es zahlreiche Menschen, deren Sehfähigkeit sich zum Teil stark verschlechtert hat. Die wissen eventuell gar nicht, dass ihr Alltag sehr viel einfacher sein könnte“, sagt Braune.

Direkt probieren

Die Ausstellung sei zudem eine perfekte Möglichkeit, sich ganz ohne Terminabsprache unverbindlich über bewährte und neue Produkte zu informieren, um mehr Selbstbestimmung im Alltag zu erlangen. „Dabei kann man viele Dinge auch direkt ausprobieren und sich überzeugen, ob man den jeweiligen Gegenstand braucht oder nicht“, sagt Stukenborg. Darüber hinaus biete die Veranstaltung die Möglichkeit, mit anderen Betroffenen und Experten zusammenzukommen, sich kennenzulernen und auszutauschen.

Weitere Fragen zu Ausstellung beantwortet der Regionalverein unter der Rufnummer 0441/302255 (Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr sowie Mittwoch von 14 bis 16 Uhr).

Der Regionalverein ist zudem Ansprechpartner für Betroffene, für deren Angehörige und für Personen des sozialen Umfeldes von blinden und sehbehinderten Menschen. Erstberatungen für Interessierte sind auch ohne eine Mitgliedschaft möglich.

DAS PROGRAMM

Die Ausstellung läuft am Mittwoch, 22. Juni, in der Zeit von 10 bis 17 Uhr im Christophorus-Haus am Brookweg 32.

Die Anreise über den öffentlichen Nahverkehr läuft ab ZOB am Hauptbahnhof über die Buslinien 329, 313, 330 und 302. Die Ausstiegshaltestelle ist der Brookweg. Die Parkplätze am Christophorus-Haus sind begrenzt.

Workshops und Vorträge gibt es in drei Räumen zu unterschiedlichen Zeiten.

Raum 1: 10.30 Uhr – Der Daisy-Player, eine Modellübersicht der aktuellen Victor Reader Geräte; 11.30 Uhr – F. H. Papenmeier, Jaws Screenreadr Windows-PC Hilfe zu Selbsthilfe; 14.30 Uhr – Deutscher Hilfsmittelvertrieb, BlindShell Classic 2, Das Smartphone für Blinde; 15.30 Uhr – Deutscher Hilfsmittelvertrieb, Spiele.

Raum 2: 10.30 Uhr – Vistac, Dolphin Connect, Computer einfach zu bedienen; 11.30 Uhr – FeelSpace GmbH, der Navi-Gürtel, fühlbar, sicher ankommen; 13.30 Uhr – Vistac, Milestone: Vom einfachen Diktiergerät; 14.30 Uhr – F. H. Papenmeier, Jaws: Mit Jaws ins Internet; 15.30 Uhr – Daisy-Player, Die Möglichkeiten des Daisy-Players, Victor Reader nutzen.

Raum 3: 10.30 Uhr – Oberarzt Dr. Alexander Cunea, Galukom: Vortrag-Fragen & Antworten; 11.30 Uhr – Audiofaktur, I-Phone, Ein Smartphone, viele Hilfsmittel; 13.30 Uhr – Audiofaktur, I-Phone, Tipps und Tricks; 14.30 Uhr – Diabetologe Dr. Bernhard Braune, Was sie schon immer über Diabetes wissen wollten.


 

Blaulicht-Ticker

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