Lebensperspektive dank Basketball

Artikel vom 26.09.2021

Freuen sich über ihre Förderung: Jungen und Mädchen der „Oshana Basketball School“ mit Nachhilfelehrerin und Trainern.   BILD: ISERNHINKE

OLDENBURG – Zwischen Anatomie und Biochemie telefoniert der Oldenburger Medizinstudent Paul Isernhinke mindestens zweimal in der Woche mit Pondo Nailenge in Namibia: „Wie sieht es aus mit dem neuen Container für die Nachhilfe? Alles klar mit Stühlen und Tischen?“ Der 23-Jährige hält den Kontakt, er ist immer ansprechbar und hilft, wo er kann, gerade auch bei der Finanzierung. Sein Förderverein ist die tragende Säule eines seit vier Jahren erfolgreich laufenden Projekts.

Kinder ab zehn Jahren

Denn Isernhinke hat sich eine Aufgabe gestellt nach seinem Jahr als Freiwilliger für die Weltwärts-Initiative: Er hilft, afrikanischen Kindern und Jugendlichen einen Ort zu geben, an dem sie eine bessere Lebensperspektive bekommen, durch Bildung und Sport, einschließlich Schulabschluss. Der leidenschaftliche Sportler ist einer der Gründer der winzigen, aber ertragreichen „Oshana Basketball School“ (OBS) in Ongwediva, einer 20 000-Einwohner-Stadt im Norden des Landes, im Ovamboland. Weil der erste Container für die schulische Nachhilfe der Jugendlichen aus allen Nähten platzte, musste gerade ein zweiter her. Auch dessen Anschaffung und Ausstattung hat Pauls „Förderverein Oshana Basketball School“ ermöglicht.

„Eine große Familie“

Inzwischen sind es etwa 35 Kinder im Alter von zehn bis 16 Jahren, die in Namibia oft früh die Schule abbrechen und ohne Ausbildung auf der Straße landen, die nach jedem Schultag intensiv in dem kleinen OBS-Center schulisch und sportlich betreut werden, bis sie nach der 10. Klasse den Abschluss in ihren Händen halten. Bald machen die ersten Jugendlichen sogar den Abschluss in Klasse 12 und können die Hochschule besuchen. Die Unterstützung umfasst täglichen Förderunterricht, anspruchsvolles Basketballtraining, lebenspraktische Übungen, auch Konfliktverhalten, Drogen- , Alkohol- und Aidsprävention, Mittagessen, Sportkleidung und vieles mehr.
Das Motto: „Education, Basketball, Character“. Paul Isernhinke sagt: „Wir sind eine große Familie dort.“ Die Kinder spürten schon beim Betreten, wie gut sie dort aufgehoben seien und wie vertrauensvoll es zugehe. „Dieses familiäre Umfeld ist Herz und Seele der OBS und der Grund, warum alle Kinder voll dabei sind.“

Bitte um Unterstützung

Weil es in den Blech-Containern für die Nachhilfe bei 40 Grad Außentemperatur unglaublich heiß ist fürs Lernen, soll eine Klimaanlage angeschafft werden. Auch hier will der Förderverein helfen – was nur möglich ist, wenn er dafür selbst die nötige Unterstützung bekommt. „Mit 250 bis 300 Euro im Monat können wir das gesamte Projekt am Leben erhalten“, sagt Manfred Jelken, der sich mit Pauls Mutter Sandra Isernhinke, die die Arbeit der Schatzmeisterin übernommen hat, im Vorstand des Vereins engagiert.
? Infos und Kontakt zum Förderverein Oshana Basketball School e.V. in Hundsmühlen, August-Niemann-Straße 3, über Manfred Jelken, Tel. 0171/1962 540.
 Mehr Infos auf Instagram „obs-namibia“ oder unter www.obs-basketball.de


 

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