Befragung von Joe gibt Aufschlüsse über sein Verschwinden

Artikel vom 28.07.2022

Chelsy Haß

Nachdem er mehr als eine Woche lang verschwunden war, wurde der acht Jahre alte Joe in einem Kanalisationsschaft in Oldenburg gefunden. Bild: Piet Meyer

Lange konnte Joe aufgrund seines Gesundheitszustands nicht befragt werden. Nun hat der Junge, der über eine Woche lang verschwunden war, mit der Oldenburger Polizei gesprochen.

Vier Wochen sind mittlerweile vergangen, seitdem der acht Jahre alte Joe, der über eine Woche lang verschwunden war, gerettet wurde. Lange konnte der geistig beeinträchtigte Junge von der Polizei nicht befragt werden. Denn nachdem er im Kanalisationssystem gefunden wurde, war er stark unterkühlt und dehydriert und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Mittlerweile haben die Beamten mit dem Kind gesprochen. Mehrmals, wie Polizeisprecher Stephan Klatte bestätigt. „Als der Junge gefunden wurde, hat sein Gesundheitszustand eine Befragung nicht zugelassen. Wir standen jedoch im engen Austausch mit der Familie und dem Klinikum und konnten seitdem mit ihm sprechen“, so Klatte.

Glaubhafte Erzählung

Joe habe den Beamten gegenüber glaubhaft versichern können, dass er sich die ganze Zeit über alleine im Kanalsystem befunden habe. „Er hat erklärt, dass er in das Rohr gekrabbelt ist und dann nicht mehr hinausgefunden hat“, so der Sprecher.

Nach der Rekonstruktion der Ereignisse, war die Polizei davon ausgegangen, dass der Achtjährige in ein rund ein Meter breites Ablaufrohr am Hochheider Weg in der Nähe seines Elternhauses geklettert war. Ob es sich tatsächlich so ereignet hat, bestätigte Klatte am Freitag nicht. Die Beamten gehen nach der Befragung Joes allerdings weiterhin davon aus, dass das Kind Verstecken spielen wollte und deshalb in die Kanalisation geklettert beziehungsweise gekrabbelt war. „Seine Aussagen sind stichhaltig und glaubhaft“, sagt Klatte. Ein Fremdverschulden schließen die Beamten daher auch weiterhin aus.

Ob der Junge weiterhin im Klinikum Oldenburg behandelt wird oder bereits zu Hause bei seinen Eltern ist, konnten weder die Oldenburger Polizei noch das Klinikum bestätigen. „Diese Informationen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht“, erklärte Klinikumssprecherin Sigrid Jürgensmann auf Nachfrage.

Rückblick

Derzeit gebe es noch einzelne polizeiliche Nachermittlungen zum Fall Joe. Die eingerichtete Mordkommission solle jedoch in absehbarer Zeit offiziell aufgelöst werden. „Die Entscheidung über die Einstellung des Verfahrens wird abschließend bei der Staatsanwaltschaft erfolgen“, so Klatte.

Während Joe vermisst wurde, hatten Hunderte Einsatzkräfte und Privatpersonen nach dem Kind gesucht. Sowohl Spürhunde, als auch Drohnen und Hubschrauber kamen zum Einsatz. Nachdem sich die Suchmaßnahmen zuerst auf das Wohnumfeld Joes konzentriert haben, wurde schließlich vermehrt in Wehnen und in Wechloy gesucht, wo der Achtjährige gesehen worden sein soll.

Keiner der zahlreichen Hinweise, die bei der Polizei eingegangen waren, konnten sich jedoch erhärten. Schließlich wurde ein Passant auf den wimmernden Jungen aufmerksam. An der Ecke Kranichstraße/Ammergaustraße wurde er befreit.


 

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