„Die kleine Optimistin“: ein leckerer Bildungsbeitrag

Artikel vom 21.11.2021

Anja Biewald

Mit der "kleinen Optimistin", ein leckerer Weihnachtsstollen nach altbewährtem Rezept, wollen (von links) Nathaly Behrends-Pusch, Ina Grieb und Corinna Roeder sowie zahlreiche Mitstreiterinnen des Oldenburger Clubs von Soroptimist International benachteiligten Schülern helfen. Bild: Anja Biewald

Sie wiegt 200 Gramm und strotzt vor Rosinen und Mandeln: „Die kleine Optimistin“ ist ein Stollen, den der Frauenclub Soroptimisten zur Finanzierung von Förderangeboten für Grundschüler verkauft

Wenn man will, ist es einfach, Gutes zu tun. Lecker ist es aber in den seltensten Fällen. Nur gut, dass der Oldenburger Club von Soroptimist International „die kleine Optimistin“ erfunden hat – ein Weihnachtsstollen, gebacken nach altbewährter Rezeptur, deren Verkaufserlös denen zugute kommt, die unter der Corona-Krise besonders gelitten haben: den Kindern. Soziale Isolation, keine Freizeitaktivitäten, Bewegungsmangel, häusliche Probleme, Ängste, Homeschooling – vieles hat den Kindern in der Pandemie zugesetzt. Nicht wenige Jungen und Mädchen haben den Anschluss in der Schule verpasst. Hier kommt „die kleine Optimistin“ ins Spiel.

Das Projekt

Wer den Stollen für fünf Euro das Stück kauft, bekommt nicht nur 200 Gramm traditionelles Backwerk der Stadtbäckerei Jan Schröder, sondern finanziert damit Zusatzstunden an Oldenburger Grundschulen, in denen in Kleinstgruppen durch Corona verursachte Lerndefizite aufgearbeitet werden. Für die Zusatzstunden werden beispielsweise Studierende der Universität Oldenburg eingesetzt, die mit den benachteiligten Schülern arbeiten.

Drei Grundschulen – Nadorst, Hogenkamp und Bloherfelde – sollen diesmal von dem Projekt profitieren. Die Soroptimisten betreten damit kein Neuland: Der Weihnachtsstollen wird im vierten Jahr verkauft. Und im zurückliegenden Jahr ist das Förderprojekt an der Grunschule Nadorst bereits mit Erfolg umgesetzt worden. Das Konzept basiert darauf, der Schule keine fertige Idee überzustülpen, sondern Vorhandenes und Bewährtes zu stärken und auszubauen.

Erfahrungen in Nadorst

Die Einbindung der Lehrer bildet eine Grundlage für den Erfolg des Projekts an der Grundschule Nadorst: Dort haben die Lehrer Kinder und deren konkreten Förderbedarf für das Projekt gemeldet. Die meisten Lerndefizite entfielen auf das Lesen, Wortschatzerweiterung und Textproduktion sowie die Grundrechenarten. In jahrgangsbezogenen Kleingruppen konnten dann die Studierenden in enger Abstimmung mit den Lehrern mit den Kindern arbeiten. Der Vorteil, berichtet Ina Grieb von den Soroptimisten und Initiatorin des Projektes: Die Methodik war abgestimmt, Lehrer und Studierende arbeiteten aufeinander abgestimmt. Außerdem ist Ina Grieb überzeugt, dass Förderung, die an die Schule gekoppelt ist, auch bei den Kindern ankommt, die den Unterstützungsbedarf haben. Das Projekt konnte Schule machen, die Grundschulen Hogenkamp und Bloherfelde sind mittlerweile involviert. Auch wurde ein Leitfaden erstellt, der nun allen anderen Schulen übergeben wird, damit diese abkupfern und eigene Wege gehen können.

Die kleine Optimistin

Mit 700 kleinen Optimistinnen haben die Soroptimisten vor vier Jahren angefangen, berichtet Corinna Roeder, Vizepräsidentin des Oldenburger Clubs: „Jetzt haben wir 2500 Stollen, die wir verkaufen wollen.“ Und Clubschwester Nathaly Behrends-Pusch fügt hinzu: „Über 1000 Vorbestellungen haben wir schon. Firmen nutzen die Stollen zum Beispiel gerne als Weihnachtsgeschenk für ihre Mitarbeiter.“ Verkauft werden die Stollen ansonsten am 27. November in der „Sozialen Hütte“ auf dem Lambertimarkt sowie grundsätzlich an folgenden Stellen: Touristinformation (Lange Straße 3), Atelier Feingold (Gaststraße 16), Buchhandlung Isensee (Haarenstr. 20), Laufrausch (Hauptstr. 28), Kulturetage (Bahnhofstr. 11), Corpus (Giesenweg 19), Carlas Naturwaren (Wochenmarkt Pferdemarkt).

SOROPTIMIST INTERNATIONAL

Der Club Soroptimist International vereint berufstätige Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement. Das Engagement findet lokal ebenso statt wie national und international. Die Frauen setzen sich für die Bildung von Mädchen und Frauen ein, Frieden, internationale Verständigung und lokale Belange.

Weltweit hat die Organisation rund 75.000 Mitglieder in 122 Ländern. Im Club Oldenburg engagieren sich derzeit 32 Frauen.

Wer Kontakt mit dem Club aufnehmen möchte oder mehr über den Leitfaden für die Förderung der Grundschüler erfahren möchte, kann sich bei Corinna Roeder, Vizepräsidentin des Oldenburger Clubs, melden: corinna.roeder@web.de oder 0173/5324139. Infos gibt es außerdem unter

www.cluboldenburg.soroptimist.de


 

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