Die Region ganz neu entdecken

Jan Brandt legte zuletzt sein Buch „Ein Haus auf dem Land/Eine Wohnung in der Stadt“ vor und geht in Kürze auf literarische Entdeckungsreise. BILD: ANIKA BÜSSEMEIER

OLDENBURG/red – Der Schriftsteller und Journalist Jan Brandt erhält 2020 vom Literaturhaus Oldenburg auf der Grundlage einer Förderung durch die Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg das Landgang-Stipendium, ein Reisestipendium durch das Oldenburger Land. Das Stipendium ist Bestandteil des Projekts „Literarischer Landgang“, das einen deutlichen Akzent in der bundesweiten Literaturförderung setzt und zugleich Regionalität betont.

Autor auf Erkundungsreise

Vom 10. bis zum 17. September 2020 unternimmt Jan Brandt als Stipendiat des Literaturhauses eine Erkundungsreise, die in sechs Landkreisen und kreisfreien Städten des ehemaligen Landes Oldenburg Station macht. Seine Beobachtungen dieser Erkundungstour lässt er in einen Text einfließen, dessen Form er frei wählen kann.

Im Frühjahr 2021 tritt er die Reise als Lesereise der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg ein weiteres Mal an. Stellte die besuchte Region bei der ersten Rundtour noch sein Forschungsfeld dar, wird sie ihm dann zur Bühne: Auf den sechs Stationen präsentiert er das literarische Ergebnis seiner Erkundungstour bei öffentlichen Literaturveranstaltungen.

Monika Eden, die Leiterin des Literaturhauses Oldenburg, reist als Projektleiterin mit und stellt den Schriftsteller und seinen Text auf allen Stationen vor. Die Besucher der Lesungen bekommen bei den Veranstaltungen nicht nur zeitgenössische Literatur vermittelt. Die Literarisierung der Reiseerlebnisse Jan Brandts wird Ortskundigen zudem einen neuen Blick auf das vermeintlich Vertraute ermöglichen.

Jan Brandt, geboren 1974 in Leer, Ostfriesland, wuchs im nahe bei Leer gelegenen Ihrhove auf. Er studierte Geschichte und Literaturwissenschaft in Köln, Berlin und London und ist zudem Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München.

Bekanntheit durch Roman

Sein Romandebüt „Gegen die Welt“ machte ihn 2011 schlagartig bekannt. Das Provinzepos zeichnet den Untergang eines Dorfes in Ostfriesland nach und thematisiert dabei die jüngere Geschichte der alten Bundesrepublik im Zeichen von Wende und Globalisierung. Der Roman wurde 2011 für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet.
Brandts aktuelles Buch „Ein Haus auf dem Land/Eine Wohnung in der Stadt“ (2019) kreist um Stadt und Land, Utopie und Heimat.

Das Landgang-Stipendium wird jährlich an einen hochkarätigen deutschsprachigen Schriftsteller vergeben. Die bisherigen Stipendiaten waren Matthias Politycki, Marion Poschmann, Michael Kumpfmüller, Mirko Bonné und Judith Hermann.


 

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