Diese Aufnahmen bringen den Nachthimmel zum Leuchten

Artikel vom 19.01.2022

Wolfgang Alexander Meyer

Kreisende Sterne: Dieses Bild von der Huntebrücke in Oldenburg hat Henning Brand „Under the Huntebridge“ genannt. Bild: Henning Brand

Astrofotografie ist ein Hobby, dem man mittlerweile von zu Hause aus nachgehen kann. Henning Brand aus Wüsting erklärt, wie es funktionieren kann und was man dafür braucht.

Auf seinen Bildern wird sichtbar, was man mit eigenen Augen nicht erkennen kann: Hobby-Astrofotograf Henning Brand fängt mit seiner Kamera Himmelskörper und -erscheinungen ein, die nur durch verschiedene Verfahren der Fotografie und digitaler Bildbearbeitung ihre bezaubernde Wirkung entfalten. Was man dafür braucht, ist eine Fotoausrüstung, etwas Fachkenntnis und Geduld.

Ein großer Wunsch

„Um ein gutes Bild zu bekommen, muss man auf eine sternenklare Nacht warten“, sagt Brand, der erst vor zwei Jahren mit der Astrofotografie begonnen hat. Dabei beschäftigt ihn das Thema schon lange. „1995 habe ich das Bild ,Pillars of Creation’ vom Adlernebel gesehen, das damals mit dem Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen wurde. Das Bild hat mich sofort in seinen Bann gezogen“, berichtet der 48-jährige Zimmermann, der aus Oldenburg stammt.

Seinen Wunsch vom eigenen Teleskop konnte er sich damals aber noch nicht erfüllen. „Als junger Familienvater hatte ich andere Prioritäten. Das hat sich jetzt, wo meine Kinder aus dem Haus sind, geändert.“ Mit der Anschaffung einer Spiegelreflexkamera und eines Teleskops vor etwa zwei Jahren war Brand in der Lage, erste Astroaufnahmen zu machen.

Erste Aufnahmen

„Ich habe schnell gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist“, erinnert er sich. Denn Bilder weit entfernter Galaxien oder Sternennebel seien in den meisten Fällen keine Einzelaufnahmen. „Man muss oft viele Einzelbilder machen, die man übereinanderlegt, um Dinge sichtbar zu machen, die man sonst nicht wahrnehmen kann“, sagt der 48-Jährige.

Dinge sichtbar machen

Deshalb würden Astrofotografen Bilderserien anfertigen, um zum Beispiel den Orionnebel darzustellen. „Bildbearbeitungsprogramme scannen die Einzelaufnahmen auf bunte Stellen im schwarzen Hintergrund. So eine Stelle wird dann beim Übereinanderlegen der Aufnahmen hervorgehoben. Je mehr farbige Stellen man auf den Bildern hat, desto deutlicher erscheint am Ende der Nebel“, erklärt Brand.

Zudem könne man Filter verwenden, die nur bestimmte Teile des Lichts in die Kamera lassen. „Damit verhindert man zum Beispiel, dass künstliches Licht von Lampen oder vorbeifahrenden Autos die Aufnahmen verunreinigen“, sagt der Hobby-Astrofotograf. Am besten sei es aber, solche Lichtquellen von vornherein auszuschließen. „Deshalb ist es auch schwierig, in bewohntem Gebiet den Nachthimmel zu fotografieren. Es ist einfach viel zu hell.“

Die Schwierigkeiten

Wenn Brand fotografiert, geht er gerne ans Hunteufer in Iprump. „Da gibt es keine direkten Lichtquellen. Es sei denn, der Schäfer kommt mit seinem Auto vorbei, um nach der Herde zu schauen.“ Der Astrofotograf könne aber auch aus seinem Garten in Wüsting fotografieren. „Das funktioniert, weil die Straßenbeleuchtung in unserer Straße nicht die ganze Nacht an ist. Ansonsten wäre das wohl unmöglich“, berichtet der 48-Jährige weiter.

Eine weitere Schwierigkeit beim Fotografieren ist die Tatsache, dass sich die Erde – und mit ihr auch die Kamera – ganz langsam dreht. „Wenn man den Sensor der Kamera zu lange belichtet, erscheinen die Sterne auf den Bildern nicht mehr als Punkte, sondern als Streifen. Es gibt aber Geräte, die man zwischen Kamera und Stativ anbringen kann, die die Kamera genau in der Geschwindigkeit der Erdrotation drehen, so dass man die Belichtungszeit verlängern kann“, sagt der Astrofotograf.

Der Reiz

Auch wenn die Astrofotografie auf den ersten Blick kompliziert erscheint, sind die vielen Komponenten, die man berücksichtigen muss, der Reiz, den das Hobby für Henning Brand ausmachen.

„Es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Motive und leider nicht so viele sternenklare Nächte, wie ich gerne hätte“, sagt der 48-Jährige, der seine Bilder regelmäßig in den sozialen Medien veröffentlicht und sich gerne mit anderen Astrofotografen austauschen möchte (E-Mail-Adresse: hbastropicsel@ewetel.net). „Um von erfahreneren Astrofotografen zu lernen aber auch, um mein Wissen weiterzugeben.“

DIE VORBEREITUNG

Gute Vorbereitung ist essentiell, um gute Astrobilder zu machen. Wichtig ist, den Wetterbericht zu beobachten, um eine sternenklare Nacht zu erwischen.

Bevor Henning Brand mit den Aufnahmen beginnt, überlegt er sich genau, was er fotografieren will. Nicht alle Motive sind zu jeder Jahres- oder Nachtzeit gleich gut sichtbar.

Um die genaue Position des Motivs zu bestimmen, werden sogenannte Startracker verwendet. Die Geräte stellen das Teleskop oder die Kamera auf die richtige Position ein. Die wird zum Beispiel anhand der Position des Polarsterns ermittelt.


 

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