Neue Idee gegen Abstell-Chaos

Artikel vom 24.09.2021

Im Pulk am Europaplatz: Immer wieder gibt es die Situation, dass zahlreiche Roller an einem Fleck abgestellt werden. Dieses Problem will die Stadt in den Blick nehmen.    BILD: VON STÜBER

OLDENBURG – Es gibt wohl kaum ein Verkehrsmittel, über das derzeit so kontrovers diskutiert wird wie über die elektrisch betriebenen Leihroller (E-Scooter), die seit rund einem Jahr zum Stadtbild gehören. </p><p>Dabei geht es kaum um Probleme beim Fahren, sondern um das Abstellen. Immer wieder ärgern sich Oldenburger darüber, dass die Roller Geh- und Radwege blockieren oder auf dem Boden liegend sogar zur Stolperfalle werden. Die Stadtverwaltung denkt daher über weitere Regulierungen nach.
Mit rund 300 Geräten gingen im September 2020 zwei Anbieter an den Start. Inzwischen sind vier Unternehmen auf dem Oldenburger Markt aktiv und bieten mehr als 1700 E-Scooter an. Eine weitere Vergrößerung der Flotte ist nicht ausgeschlossen. Das hängt auch damit zusammen, dass einige der Unternehmen darüber nachdenken, ihre Geschäftsgebiete auszuweiten, die bislang die Außenbezirke der Stadt weitgehend außen vor lassen. „Das begrüßen wir auch grundsätzlich, dass alternative Mobilitätsangebote in der ganzen Stadt verfügbar gemacht werden sollen“, sagte der Leiter des Fachdienstes Mobilität und Klimaschutz, Norbert Korallus, im Verkehrsausschuss.

Verbot nicht möglich

Was der Stadt Sorgen macht, ist die Abstellproblematik. Die E-Roller-Leihsysteme verbieten kann sie nicht. Aber sie hat seit dem Start des Angebots bereits Stück für Stück die Rahmenbedingungen angepasst. Wurde den Unternehmen zu Beginn noch eine freiwillige Selbstverpflichtung vorgelegt, greift inzwischen die Regel einer Sondernutzungserlaubnis. Die sieht unter anderem vor, dass die Anbieter nach einer Meldung über regelwidrig abgestellte E-Scooter 60 Minuten Zeit haben, das Problem zu beheben. Das laufe in der Summe gut, so Korallus, bei einigen Anbietern gebe es allerdings „Luft nach oben“, gab er zu, ohne Namen zu nennen.
Das Problem von herumliegenden Rollern sei übrigens nicht unbedingt immer den Nutzern der Geräte anzulasten. Die Rede war von Menschen, denen die E-Scooter ein Dorn im Auge sind und die sie daher umtreten oder in den Graben werfen.

Roller im Pulk

Problematisch findet die Stadtverwaltung, dass es an verschiedenen Stellen regelmäßig zu Ansammlungen von abgestellten Rollern kommt. Daher denke man über eine sogenannte Zonierung nach. „Das bedeutet, das zu gewissen Zeiten in festgelegten Zonen nur eine bestimmte Anzahl an E-Scootern abgestellt werden darf“, erklärte Korallus. Technisch ist das über die GPS-Ortung der Roller möglich. Bereits jetzt sind bestimmte Bereiche wie die Fußgängerzone, Friedhöfe oder Grünanlagen auf diese Weise komplett als Parkzonen ausgeschlossen. Verkehrsdezernent Sven Uhrhan erinnerte daran, dass im kommenden Jahr das von der Stadt initiierte Fahrradverleihsystem starten soll, das ähnlich wie bei den E-Scootern ohne feste Leihstationen funktionieren soll. Dann werde man mit der Politik noch einmal neu über die Steuerung der Angebote sprechen müssen.


 

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