Ehemalige vom VfB Oldenburg wünschen sich neues Stadion in Donnerschwee

Artikel vom 15.01.2024

Thomas Husmann

Wünschen sich ein neues Stadion für die Stadt und den Fußball, die ehemaligen Leistungsfußballer (von links): Harald Witt, Gerold Steindor, Bernhard Kulla, Reinhard Varnhorn, Dieter Wedemann, Rudi Hagen, Michael Kalkbrenner, Peter Darsow. Bild: Martin Remmers

Ehemalige Spieler vom VfB und VfL Oldenburg sprechen sich für den Bau eines Fußballstadions in Donnerschwee neben der Weser-Ems-Halle aus. Dafür nennen sie viele Gründe.

Oldenburg - Gänsehaut – bei 2500 Zuschauern ging das los, da spürte man den Roar, wenn die Zuschauer das Feuer in der „Hölle des Nordens“ in Donnerschwee entfachten. Ein echtes Fußballstadion, ohne Laufbahn drumherum und andere Leichtathletikanlagen: Harald Witt, Peter Darsow, Bernhard Kulla, Rudi Hagen, Dieter Wedemann , Gerold Steindor, Michael Kalkbrenner und Reinhard Varnhorn erinnern sich noch gut an das Stadion in Donnerschwee, das der Heimmannschaft Flügel verleihen und den Gegner beim bloßen Betreten des Platzes einschüchtern konnte.

Freunde begrüßt

„Durch den Tunnel ging’s aus den engen und muffigen Kabinen raus auf den Platz. Nach links und rechts haben wir aus dem Gang heraus Freunde, Verwandte und Bekannte begrüßt und dann ging’s los, dann waren wir zu hundert Prozent fokussiert auf das Spiel“, erzählt Gerold Steindor, der sich mit seinen Mitspielern aus den 70er und 80er Jahren, die zu Freunden geworden sind, noch heute regelmäßig einmal in der Woche trifft und mit ihnen beim OTeV am Johann-Justus-Weg Tennis spielt. Einmal im Jahr geht das von „elf bis elf“. Wobei sich die Männer darüber ausschweigen, ob 23 Uhr am Abend oder 11 Uhr am nächsten Morgen gemeint ist.

In diesem Jahr haben sie unsere Redaktion zum Gespräch eingeladen. Denn die Männer haben einen Herzenswunsch: Sie möchten, dass Oldenburg, dass die Stadt ein Fußballstadion zurückbekommt, das sie seit 1991 nicht mehr hat. Denn das Marschwegstadion, da sind sie sich mit wohl allen Fußballfreunden einig, ist ein prima Stadion für die Leichtathletik, aber für den Spitzenfußball nicht geeignet. Abgesehen von dem Verbot, nach 18.30 Uhr mit Rücksicht auf die Nachbarschaft Spiele anzupfeifen, und fehlenden Parkplätzen, machen die nicht überdachten Stehplatzränge und die zugige nach hinten Richtung Westen offene Sitzplatztribüne einen Besuch des Stadions zu einem alles anderem als schönen Erlebnis – besonders dann, wenn es regnet.

Stadion ein Kühlschrank

„Das Marschwegstadion ist ein Kühlschrank, wie soll da Stimmung aufkommen?“, fragt Michael Kalkbrenner, der die Geschichte des Fußballs beim VfB aus seiner Sicht in einem Buch beschrieben hat. Ein neues Stadion neben der Weser Ems Halle, nur wenige Hundert Meter vom ehemaligen Stadion an der Donnerschweer Straße entfernt, dort wo alles begann, würde den langen Leidensweg der Fans beenden, sie zurück nach Hause bringen, zu den Wurzeln des Fußballs in der Stadt. Sie zurückbringen an den Ort, wo der Fußball in Oldenburg nach dem Zweiten Weltkrieg große Zeiten in der höchsten deutschen Spielklasse erlebt hat. „Die Betonung liegt auf Fußball“, sagt der ehemalige Abwehrrecke Peter Darsow. Denn ein Stadion, das vielleicht in Oldenburg gebaut wird, wenn der Rat am 15. April zustimmt, wird für die Fans, für die Stadt gebaut. „Wir haben ein tolles Theater, eine tolle Halle, in der die Baskets ihre Heimspiele austragen, wir haben Kinos, ein Freizeitbad an der Hunte, bekommen ein Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich hinzu und das Stadtmuseum zieht bald in einen großen Neubau. Das neue Stadion wird das kulturelle Angebot bzw. die Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten, komplettieren“, sagt Kalkbrenner.

Tolle Stimmung

Gespürt hat man diese einzigartige Stimmung, die in einem reinen Fußballstadion entstehen kann, beim letzten „Heimspiel“ in der vergangenen Drittliga- Saison, das der VfB in Wilhelmshaven im Jadestadion austragen musste. Das Marschwegstadion konnte wegen des Landesturnfestes nicht genutzt werden. Das Spiel ging mit 1:2 gegen den FSV Zwickau in der Nachspielzeit verloren. Doch die Stimmung in dem engen Stadion war prächtig. Knapp 5000 Oldenburger waren an den Jadebusen gefahren, um ihren Verein im Abstiegskampf zu unterstützen. Letztlich vergebens, der VfB stieg ab, doch die beeindruckende Kulisse blieb bei allen in guter Erinnerung.

Stadt fußballbegeistert

„Das brauchen wir in Oldenburg auch, ein reines Fußballstadion würde gut zur fußballbegeisterten Stadt passen“, sind sich die ehemaligen VfB-Spieler sicher. Reinhard Varnhorn schließt sich dem Wunsch an. Er ist VfLer und mit ganzem Herzen Fußballfan.


 

Blaulicht-Ticker

Weitere interessante Artikel

Mit mehr als 300 km/h gefilmt – Oldenburger sorgt mit Raser- und Autoposer-Videos für Aufsehen

Der Instagrammer „nachtschatten_qv“ dokumentiert in seinen Videos rasante Fahrten in Oldenburg und umzu. Er zeigt auch die Treffpunkte der Autoposer-Szene. Warum die Polizei keine ...

ZAHNZENTRUM NORDWEST INFORMIERT: Schöne feste Zähne auch bei schlechtem Kiefer?

Anzeige

Kanalisation in Oldenburg wurde versehentlich zu tief verlegt – Baufirma muss Fehler korrigieren

In der Flötenstraße in Oldenburg ist ein Regenwasserkanal zu tief verlegt worden. Die erneute Straßensperrung ärgert die Ohmsteder. Oldenburg - Eine Hinweisgeberin aus ...

„Kunden kehren zurück in die Innenstadt“

Die Stadt baut sich aus zahlreichen Messwerten eine Art „Fieberthermometer für die Innenstadt“, um die City vital zu halten. Hier sind die Zahlen. Oldenburg - Die Oldenburger ...

K.O.-Tropfen-Verdacht in Osternburger Diskothek

Über Schwindel und Übelkeit klagten mehrere Gäste auf einer Feier in der Oldenburger Diskothek Alhambra. Der K.-O-Tropfen-Test schlug an. Die Polizei sucht Zeugen. Oldenburg - In ...

GOLDSCHMIEDE MOOR: Handgefertigte Schmuckstücke

Anzeige

Mehr OPs und kürzere Verweildauer – EV schafft Steigerung der Patientenzahlen

Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg hat keinen Träger, der es finanziell stützt, wenn die Bilanz nicht stimmt. Doch die Krankenhausfinanzierung deckt die Kosten nicht. Die ...

„Wir müssen weg von der Debatte um den Gender Pay Gap“

Warum der bereinigte Gender Pay Gap wenig aussagt, wie Algorithmen veraltete Rollenbilder zementieren und was passieren müsste, damit Frauen gleichberechtigt verdienen, erklärt die Autorin ...

In dieser Grundschule lernen alle gemeinsam

Vier Lerndörfer für acht Klassen: Die neue Grundschule auf dem Fliegerhorst wird ziemlich anders aussehen, als gewohnt. Auch das klassische „Sitzenbleiben“ wird es dort nicht ...

HSP PFLEGEDIENST OLDENBURG: HSP Pflegedienst Oldenburg: Ein neues Kapitel in der Pflege beginnt.

Anzeige

Diakonisches Werk Oldenburg ruft um Hilfe

Die Diakonie kämpft mit wirtschaftlichen Problemen. Bereits zwei Einrichtungen mussten Insolvenz anmelden. Ein Defizit im vergangenen Jahr musste durch den Notverkauf der Zentrale gestopft ...

17.000 Menschen setzen in Oldenburg ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus

Tausende auf dem Oldenburger Schlossplatz, schließlich sogar 17.000 Menschen bei einem Umzug durch die Stadt: Der Protest gegen Rechtsextremismus ist friedlich geblieben – aber ...

Was Fynn Kliemann zur Maskenaffäre sagt – und was Gründer und Sportler gemeinsam haben

Bei einem Treffen der Gründerszene in Oldenburg ging es um Erfolgswillen, mentale Gesundheit, aber auch darum, wie es für den Unternehmer und Youtuber Fynn Kliemann und sein Kliemannsland ...

WOLLNEST OLDENBURG: Alles, was das Handarbeitsherz begehrt

Anzeige

Krogmann zu Flüchtlingszahlen: Auch bei uns sind Möglichkeiten endlich

Oldenburg habe bisher viel geleistet, um geflüchtete Menschen aufzunehmen und zu integrieren. Aber auch hier seien die Möglichkeiten irgendwann erschöpft, warnt Oberbürgermeister ...