Ehrengast Boris Pistorius erklärt sich zum künftigen Stammgast

Artikel vom 18.07.2022

Markus Minten

Viele Promis auf einem Bild: Helmut „Fokki“ Fokkena (mit Zylinder) hatte eingeladen – und rund 1000 Gäste waren zum Sommerfest der Stiftung Bahn-Sozialwerk Oldenburg gekommen. Bild: Thorsten von Reeken

 

Helmut „Fokki“ Fokkena hatte eingeladen – und rund 1000 Gäste sind zum Weidefest gekommen. Bei bestem Sommerwetter wurde endlich wieder so richtig gefeiert.

Es ist einer der gesellschaftlichen Höhepunkte des Jahres. Doch in Frack und Zylinder kommt hier nur einer: Gastgeber Helmut „Fokki“ Fokkena. Und ein paar Damen brachten mit mehr oder weniger auffälligen Hüten ein wenig englisches Flair auf Bümmerstedes Grün (das Trockenheit und Mahd geschuldet eigentlich gelb war). Zum Stelldichein fanden sich traditionell am letzten Schultag wieder Hunderte geladener Gäste auf der Weide ein. Vielleicht wurde sogar die Marke von 1000 Besuchern geknackt. Beste Voraussetzungen für eine Riesenparty allemal.

Minister fährt Kutsche

Einen der begehrten Plätze in den Kutschen ergatterte selbstverständlich Boris Pistorius. Der niedersächsische Innenminister war als Ehrengast für Parteikollege und Ministerpräsident Stephan Weil eingesprungen. Dieser hatte sein angekündigtes Kommen doch noch absagen müssen – als Stammgast wohl wissend, was er verpasst. Und das Geschehen beeindruckte seine Vertretung schon beim Auftakt dermaßen, dass in Hannover nun Zoff drohen dürfte: „Wir müssen noch mal reden, warum ich nicht schon früher eingeladen war“, kündigte der Innenminister ein ernstes Gespräch mit seinem Chef und Parteifreund an. Das dürfe wohl weniger daran liegen, dass er aus Osnabrück stamme, mutmaßte Pistorius, sondern vielmehr, „weil Stephan mich bisher nicht gelassen hat“. Das soll nun aber ein Ende haben: Der Minister kündigte schon vor dem Einladungsgipfel in Hannover an, „in den nächsten fünf Jahren diese beste und wichtigste Veranstaltung“ besuchen zu wollen, um mit dem sechsmaligen Besucher Weil gleichzuziehen.

Zuversicht verbreiten

Derartige Feste seien es schließlich, die es den Menschen ermöglichten, auch in schwierigen Zeiten Zuversicht zu haben, wurde der Innenminister für einen kurzen Moment ernst. Und möglich machten das viele ehrenamtlich Tätige. Für einen, der dies seit 38 Jahren schafft, stimmte Pistorius dann auch noch „Zum Geburtstag viel Glück“ an: Gastgeber Fokkena hatte am Tag zuvor seinen 75. Geburtstag und bekam nun ein vielstimmiges Ständchen zu hören. Und einmal warm gesungen, scheute sich der Osnabrücker Pistorius auch nicht, bei „Heil dir, o Oldenburg“ kräftig mitzusingen.

Apropos Gesangseinlagen. Davon gab es an diesem Abend noch einige – nicht nur im offiziellen Unterhaltungsprogramm. Fokkena zeigte sich beim Singen von Judith & Mels „Alles klar, alles klar“ ausgesprochen textsicher, ebenso wie Esther Filly, die später die Shantychöre Hude und Oldenburg verstärkte.

Kontakte knüpfen

Das Plaudern – oder neudeutsch Netzwerken – war aber eigentlicher Zweck des Abends, der eigentlich Sommerfest der Stiftung Bahn-Sozialwerk Oldenburg heißt, deren Vorsitzender Fokkena seit mehr als 40 Jahren ist. Eigens aus Frankfurt war Siegfried Moog gekommen. Und der Vorsitzende des Geschäftsführenden Vorstandes der Stiftungsfamilie BSW & EWH bereute es nicht. Schnell stand für ihn fest, dass es „eines der größten und vor allem schönsten Feste“ der Eisenbahner sei.

Die Zahl aktiver und ehemaliger Politiker und Hauptverwaltungsbeamter unter den Gästen dürfte die 50 locker überstiegen haben – von Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg bis Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr, von den Bundestagsabgeordneten Stephan Albani und Dennis Rohde über diverse Landtagsabgeordnete bis hin zu Oldenburgs Ex-Oberbürgermeister Dietmar Schütz, dessen letzten Koffer als Bundestagsabgeordneter Fokkena dereinst per Kutsche von Bonn nach Berlin gebracht hatte, und dem langjährigen Landtagspräsidenten und Ex-OB Horst Milde. Aber auch Polizeipräsident Johann Kühme und Heico Hübner, Kommandeur der 1. Panzerdivision, sowie zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Justiz, Sport und Kultur gehörten zu den Gästen.

Besonderer Gast

Neben Pistorius gab es noch einen ganz besonderen Premierengast: Reinhold Kater. Fokkena hatte seinen langjährigen Freund nicht nur eingeladen, sondern kurzfristig gleich zum Platzwart ernannt. Kennengelernt hatten sich beide auf Wangerooge über die Kinder – und die handwerklichen Fähigkeiten Katers. Der war – gemeinsam mit seiner Frau – eigens für drei Tage mit dem Wohnmobil aus seiner mecklenburgischen Wahlheimat angereist, um anzupacken, wo es etwas anzupacken gab.


 

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