Gartenarbeit hält ihn fit und jung

Artikel vom 17.09.2021

Wurde 90 Jahre alt: Oldenburgs ehemaliger Stadtdirektor Heiko Wandscher.    BILD: HUSMANN

OLDENBURG – Gartenarbeit hält fit und jung. Ein Beispiel dafür ist Heiko Wandscher. 3.500 Quadratmeter ist sein Grundstück an der Hunte am Achterdiek groß, von dem 2.500 Quadratmeter von ihm gepflegt werden, der Rest gehört zu einem vermieteten Haus. Am vergangenen Freitag feiert er in alter Frische und geistig fit seinen 90. Geburtstag. „Und wie immer sind Gäste morgens herzlich willkommen, am Nachmittag und Abend wird mit der Familie gefeiert“, freut sich Wandscher.

24 Jahre im Amt

1960 begann er seine Karriere im Rechtsamt der Stadt, von 1972 bis 1996 war Wandscher (SPD) Oberstadtdirektor, blieb das auch, als sich die politischen Mehrheiten zugunsten der CDU verschoben. Eigentlich hätte er 1996 sogar verlängern können, den Stichtag verpasste er um eine Woche. Doch seine vor einem Jahr verstorbene Ehefrau Elfriede und der damals bevorstehende politisch gewollte Übergang vom Oberstadtdirektor zum Oberbürgermeister als Chef der Verwaltung hielten ihn ab. Bereut hat er es nicht.

Viele Bauprojekte

Mit dem Namen Wandscher sind in Oldenburg zahlreiche Projekte wie der Ausbau der Umgehungsstraße zur innenstadtnahen Autobahn, der geschlossene Autobahnring mit seinen zahlreichen Anschlussstellen zu den Gewerbegebieten, der Umzug des Stadthafens Richtung Blankenburg an der Hunte, der Trog als Unterführung der Eisenbahnlinie Oldenburg-Leer an der Ammerländer Heerstraße, die Nordtangente oder die Wandlung der städtischen Klinik im PFL zu einem medizinischen Zentrum (dem Klinikum in Kreyenbrück) oder die Ansiedlung von Peguform verbunden. Gescheitert am Bürgerprotest ist er mit dem Plan, die Nordtangente durch die Bornhorster Wiesen Richtung Elsfleth zu verlängern.
Aufgewachsen ist der waschechte Oldenburger im „Kuhviertel“ zwischen Wehrbachstraße, Mars-la-Tour-Straße und Röwekamp. Seiner Heimatstadt hielt er nach dem Abitur an der Hindenburgschule (heute Herbart-Gymnasium) und Studium in Freiburg und Hamburg die Treue, er kehrte zurück.

Engagement in Indien

Nach seiner Pensionierung baute er gemeinsam mit seiner Ehefrau in Indien ein Schulzentrum für 1.500 Kinder und Jugendliche auf. „Nach Valigonda reise ich nun nicht mehr, die Bildungseinrichtung steht auf eigenen Füßen“, freut sich Wandscher, lehnt sich in seinen Stuhl zurück und blickt auf die Arbeitshandschuhe und Gartengeräte, die auf einem Tisch in der Ecke auf der Terrasse liegen.


 

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