Helfer wollen für neues Leben im Geestrandgraben sorgen

Artikel vom 16.11.2021

Susanne Gloger

Die Bestandsaufnahme: Beim „Elektrofischen“ ermittelte der Bornhorster Fischereiverein einen großen Schaden für die Natur. Bild: Piet Meyer

Von 15 Fischarten gibt es nur noch drei im Oldenburger Geestrandgraben, der im Frühjahr verschmutzt worden war. Der Fischereiverein will neues Leben in das Gewässer bringen. Der Countdown läuft

Das Ziel ist fast erreicht: 5000 Euro braucht der Bornhorster Fischereiverein, um für neues Leben im Geestrandgraben zu sorgen. Dort waren im Mai Tausende Fische verendet, weil jemand das Gewässer mit Nitrat verschmutzt hatte. Über das Crowdfunding–Projekt „Viele schaffen mehr“ der Volksbanken-Raiffeisenbanken Oldenburg-Ammerland bittet der Verein um Unterstützung. Der Hilferuf wurde schon von vielen erhört. 92 Prozent der notwendigen Summe sind erreicht (Stand 10. November).

Das ist passiert

Das Ökosystem des Geestrandgrabens war auf einer Strecke von sechs Kilometern zerstört worden. Der Verursacher konnte nicht ermittelt werden. Der Bornhorster Fischereiverein, der das Gewässer von der Moorriem-Ohmsteder Sielacht (MOS) gepachtet hat, beziffert den Schaden mit etwa 15.000 Euro und bemüht sich nun um den Besatz mit neuen Fischen. Denn der Schaden für die Natur ist groß – immer noch. Das hat der Verein vor knapp zwei Wochen beim sogenannten Elektrofischen festgestellt. Dabei werden von dafür ausgebildeten Vereinsmitgliedern Fische zur Erfassung nur kurz betäubt und nehmen keinen Schaden.

Das Ergebnis: Von vorher 15 Fischarten wurden nur drei (in erschreckend geringer Anzahl) nachgewiesen. Das waren Rotauge, Aal und Hecht, die alle nicht unter Naturschutz stehen. Zum Vergleich die Ergebnisse von 2019: Damals gab es im Geestrandgraben Döbel, Schlammpeitzger, Stichling, Steinbeißer, Bitterling, Karausche, Flussbarsch, Rotauge, Rotfeder, Kaulbarsch, Aal, Güster, Brassen, Hecht, Zander und Schleie.

Das soll passieren

„Bei erfolgreicher Finanzierung können wir, gemeinsam mit unseren Mitteln, den gesamten Gewässerabschnitt wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen. Das gilt, neben der Wasserqualität, vor allem auch für die Artenausstattung des Grabens“, erklärt der Fischereiverein in seiner Projektbeschreibung. Sollte es gelingen, über die Zielsumme hinauszukommen, wäre es möglich, den Anteil an geschlechtsreifen Tieren gegenüber Jungfischen zu erhöhen, sodass sich der Graben in kürzerer Zeit erholen könne.

Bei dem Crowdfunding gilt das „Alles-oder-nichts“-Prinzip: Die Projektsumme wird nur dann ausgezahlt, wenn der benötigte Mindestbetrag innerhalb eines festgelegten Zeitraums erreicht wird. Ist dies nicht der Fall, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Beim Fischereiverein ist noch Zeit bis zum 15. Dezember.

Der Verein wird für Januar 2022 die Untere Naturschutzbehörde, die MOS, den Oldenburger Sportfischerverein und den Landesfischereiverband zum runden Tisch laden. Dabei sollen die Renaturierung und weitere Verbesserungsmaßnahmen für das Gesamtbiotop Geestrandgraben besprochen und notwendige Arbeiten abgestimmt werden.


 

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