Hunderte bei Klimastreik auf Oldenburger Straßen

Artikel vom 28.09.2022

Johanna Hausmann

Für ein schnelleres Tempo und mehr Anstrengungen protestierten am Freitag mehr als 1000 Menschen in Oldenburg. Bild: Markus Hibbeler

Für mehr Anstrengungen im Klimaschutz protestierten am Freitag mindestens 1200 Menschen in Oldenburg. Die Veranstalter zählten zwar mehr Teilnehmer als die Polizei, hatten aber mit noch mehr gerechnet.

Weit mehr als 1200 Menschen haben sich am Freitag in Oldenburg am elften globalen Klimastreik beteiligt. Die Bewegung Fridays for Future hatte unter dem Hashtag #PeopleNotProfit weltweit dazu aufgerufen, für eine wirkungsvolle Klimapolitik zu demonstrieren. Die Politik stelle Konzerninteressen über die Interessen der Menschen, wirft die Bewegung auch der Ampelregierung vor.

In Oldenburg zogen die Demonstranten vom Schlossplatz entlang des Walls um die Stadt herum. Bei der Landwirtschaftskammer an der Mars-la-Tour-Straße gab es eine kurze Zwischenkundgebung. Die Polizei sprach von rund 1200 Teilnehmern. Der Protest verlief laut der Behörde friedlich.

Die Veranstalter selbst sprechen von etwa 2000 Teilnehmern, hatten sich aber mehr erhofft. Es ist nicht mehr 2019 – die Klimakrise konkurriert mit anderen Krisen um Aufmerksamkeit, so nehmen das auch die Veranstalter wahr. „Durch die Corona- und jetzt die Energiekrise gibt es in der Gesellschaft weniger Sympathien für Forderungen nach Klimaschutz“, sagt Jannik Reinema (23 Jahre alt). Er studiert Umweltwissenschaften, ist einer der Organisatoren des Klimastreiks und aktiv bei den Students for Future.

Drei Wochen vor der Niedersächsischen Landtagswahl gehört eine solidarische, ökologische und faire Landwirtschafts- und Energiepolitik zu den Hauptforderungen der Demonstranten. Der Ausstieg aus der Kohle bis 2030, ein Baustopp der LNG-Terminals, volle Konzentration auf erneuerbare Energien. Unter dem Hashtag „Loss and Damage“ fordert Fridays for Future außerdem Klima-Reparationszahlungen von westlichen Industrieländern an den globalen Süden, der schon jetzt besonders unter den Folgen des Klimawandels leide.

Am Rand des Protests werben auch lokale Oldenburger Gruppierungen um Unterschriften für Petitionen und Bürgerbegehren. „Stoppt die Fliegerhorststraße“, heißt es da, oder: „Stoppt den Bau des Flötenteichschwimmbads.“

In zahlreichen Städten Niedersachsens demonstrierten am Freitag Tausende Menschen für mehr Klimaschutz. In Hannover etwa gingen nach Angaben der Polizei 1300 Menschen auf die Straße, in Göttingen 2000. In Bremen zählte die Polizei in der Spitze bis zu 4000 Demonstranten. In Berlin versammelten sich laut Polizei mehr als 20?000 Menschen zur großen Kundgebung.


 

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