In Kombination mit dem Bus können die Tretroller sinnvoll werden

Artikel vom 15.11.2021

Gehören inzwischen zum Stadtbild: E-Scooter, hier vom Anbieter Bird vor der Uni. Bild: Symbild/Pixabay

Jede fünfte E-Scooter-Nutzung ersetzt eine Autofahrt, jede zweite allerdings Wege zu Fuß und mit dem Rad. Sinnvoll sind die Roller nur, wenn sich daran etwas ändert, meint unser NWZ-Kollege und Redakteur Patrick Buck

Als Tourist konnte ich mich kürzlich bei einem Besuch in Braunschweig von den Vorzügen der E-Scooter überzeugen (übrigens auf einem wunderbar asphaltierten Radweg auf einer ehemaligen Bahnlinie, aber das ist eine andere Geschichte): Statt mich in komplizierte Busrouten und Fahrkartenstrukturen einzuarbeiten, konnte ich einfach mit Hilfe eines Online-Stadtplans losdüsen.

Doch Oldenburgs Straßen werden ja nicht von Touristen, sondern von Einheimischen und Pendlern verstopft. Dass laut dem Anbieter Tier jede fünfte Rollernutzung eine Autofahrt ersetzt, ist ein Anfang. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass etwa die Hälfte aller Fahrten den Weg zu Fuß oder per Rad ersetzen (bei denen keine externe Energie nötig ist) und etwa 30 Prozent eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (die auch ohne diesen Gast stattfindet, weshalb in der Summe mehr Energie verbraucht wird).

Es ist also richtig von Unternehmen, die Zusammenarbeit mit dem ÖPNV anzustreben. Die E-Scooter werden nur dann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn sie mehr Menschen dazu bringen, ihr Auto stehen zu lassen, weil sie zum Beispiel mit einer Kombination aus Bus- und Rollerfahrt in die Stadt oder zur Arbeit kommen.

Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass die häufig gehörte Forderung, ausschließlich feste Abstellflächen für die E-Scooter zuzulassen, mit der Idee und dem Geschäftsmodell nicht zusammenpasst. Denn die basieren auf Flexibilität beim Losfahren und Abstellen.


 

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